Microsoft-Browser Edge angeblich schneller als Chrome und Firefox

(Logo: Microsoft)

Der unter dem Codenamen Spartan bekannte Nachfolger des Internet Explorer wird nun beim echten Namen genannt. Edge soll laut Microsoft sogar eine etwas bessere Performance erzielen als etwa Chrome und Firefox.

Microsoft nannte als Beispiel den von Google entwickelten JavaScript-Benchmark  Octane und das WebKit-Tool JetStream. In diesen beiden Tests erzielt eine Vorabversion von Edge etwas bessere Resultate als Chrome Canary 43 und Firefox Alpha 40.

Auch bei den von ZDNet durchgeführten Tests zeigt sich der Microsoft-Browser konkurrenzfähig, wenngleich er auf einem Surface 3 Pro nicht ganz die Performance von Firefox und Chrome erreicht.

In einigen Tests hat er sogar noch großen Rückstand. Das betrifft nicht nur die Performance von JavaScript- und Rendering-Engine, sondern auch die HTML5-Kompatibilität. Diesbezüglich kann die in der aktuellen Windows-10-Version Build 10074 noch mit Spartan bezeichnete Variante allerdings aufholen.

Statt 375 Kompatibilitätspunkten mit Build 10049 erzielt die aktuelle Version nun 396. Das ist nicht mehr weit von den 449 Punkten entfernt, die Firefox erzielt. Bis zum Kompatibilitätslevel von Chrome ist es aber noch ein gutes Stück. Der Google-Browser belegt mit 523 Punkte klar den ersten Platz im HTML5-Kompatibilitätstest.

Edge – der Windows-10-Browser

Der bisher unter der Bezeichnung Spartan bekannte Windows-10-Browser heißt offiziell Edge. Damit bezieht sich Microsoft auf einen Teil der Browserkennung. Mit Edge wird die interne Layout-Engine des neuen Browsers bezeichnet. Dieser basiert in Teilen auf Chrome und enthält die von Microsoft entwickelte JavaScript-Engine Chakra.

Zur Vorstellung des “Project Spartan” hat Microsoft mitgeteilt, dass der neue Browser auch Erweiterungen unterstützen werde. Davon war in den bisherigen Test-Versionen von Windows 10 noch nichts zu sehen. Dafür zeigt der Blick in die offizielle Browserkennung, dass Spartan berühmte Urväter hat. Dass Mozilla dort auftaucht, ist nicht ungewöhnlich, da Technologien des Open-Source-Browsers bereits im Internet Explorer enthalten waren. Neu bei Spartan sind aber AppleWebKit 537.36, Chrome 39.0..2171.71 und Safari 537.36. Zusätzlich enthält er noch den Hinweis auf die mit Edge bezeichnete Rendering-Engine, die die bisherige Variante Trident des Internet Explorers ablöst und nun als offizielle Bezeichnung des IE-Nachfolgers dient.

Dass Microsoft Teile der unter Open-Source entwickelten Browsern WebKit und Chrome nutzt, hat einen guten Grund. Beide gelten als besonders leistungsfähig, wenn es um die Verarbeitung von JavaScript geht. Der Internet Explorer hat zwar auf die Konkurrenz in den letzten Jahren Boden gut gemacht. Die herausragende JavaScript-Leistung des Wettbewerbs erreicht er aber nicht.

Auch anderweitig zeigt sich Microsoft offen für Hilfe von Außen. So ist es eine Partnerschaft mit Adobe eingegangen, damit Formatierung und Cascading Style Sheets (CSS) des neuen Browser modernen Ansprüchen genügen. Unter anderem wird Edge Grafiken dadurch in unterschiedlicher Weise überlappend zeigen können – mit durch CSS Gradient Midpoints definierten Übergängen. Weitere Funktionen sind laut Microsoft geplant.

Für Adobe bietet die Partnerschaft ebenfalls Vorteile. Das von Adobe entwickelte Flash ist eine aussterbende Technologie. Für Android und iOS gibt es keinen Flash Player, und auf Desktops wird er mit einigem Recht als Gefahr empfunden. Adobe setzt daher seit Jahren zunehmend auf Webstandards. Wenn es seine Entwicklungen für alle großen Browser einschließlich der Microsoft-Software in die Praxis umsetzen kann, stärkt das seine Position und damit auch seine kommerziellen Angebote.

Tags :Quellen:(Logo: Microsoft)Via:Kai Schmerer, ZDNet.de
  1. ohne den artikel weiter gelesen zu haben:

    wenn edge keine passwörter oder offene tabs synchronisiert und plugin unfreundlich ist kann der noch so schnell sein und wird trotzdem nicht genutzt.

    okay kurz überfolgen, erweiterungen sind drin. was ich sagen wollte es geht um mehr als ums schnell sein wenn man z.b. handy, tablet und pc hat und auf allen einen browser nutzt.

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