Werbeeinnahmen von Facebook sollen mit Verlagen geteilt werden

(Bild: James Martin/CNET)

Facebook will Inhalte von Dritten auf seinen Servern hosten - und so die Nutzer dazu bringen, länger auf den eigenen Seiten zu bleiben. Den Anfang sollen News machen, die dann nicht mehr verlinkt sondern direkt eingebunden werden. Die Werbeeinnahmen sollen fast vollständig den Verlagen zukommen, die mitmachen wollen. Doch die sträuben sind.

Wird man bald Artikel von Zeitschriften direkt auf Facebook lesen können? Nach einem Bericht des Wall Street Journal soll das als Instant Articles bezeichnete Konzept schon im Mai starten. Geplant ist die Teilnahme von BuzzFeed, The New York Times, National Geographic und anderen Anbietern.

Als Vorteil führt Facebook vor allem den schnelleren Zugang zu den Inhalten beim Hosting auf seiner Plattform an. Insbesondere bei mobilen Geräten könne es rund acht Sekunden dauern, wenn Nutzer einem Link zu externen Inhalten folgen und auf ihre Darstellung warten – und damit ihre Geduldsspanne überfordern. Facebooks Motivation dürfte aber letztlich auch sein, die Nutzer noch länger im Social Network zu halten.

Laut WSJ bietet Facebook den zögernden Verlagen jetzt neue Modelle der Beteiligung an Werbeeinnahmen an. Bei einem der verhandelten Modelle sollen die Verlage sogar die gesamten Einnahmen durch Inserate behalten können, die sie auf bei Facebook gehosteten News-Sites verkaufen. Sofern Facebook die Inserate für sie verkauft, würde es hingegen wie in vielen anderen Fällen rund 30 Prozent der Einnahmen einbehalten.

Während einige Verlage Interesse zeigen, herrscht grundsätzliche Skepsis in der Branche. Nach einer Erhebung des Pew Research Center erhielten große Publisher im letzten Jahr rund 60 Prozent ihres Traffics über Facebook. Sie fürchten daher, in eine noch größere Abhängigkeit zu geraten. Beim direkten Hosting bei Facebook missfällt ihnen darüber hinaus, dass ihnen die Kontrolle über die Nutzererfahrung entgleitet und sie nicht mehr auf Daten über ihre Leser zugreifen können.

Zum Thema Facebook und News zitiert Netzökonom Holger Schmidt Berechnungen der Analysefirma Chartbeat, die die verbreitete Skepsis der Verlage zu bestätigen scheinen. Demnach haben von Facebook kommende Leser den geringsten Wert für Publisher. Sie fallen durch geringe Verweildauer auf und sehen sich weniger Seiten an als etwa Leser, die von Twitter oder Google vorbeigeschickt werden. Den höchsten Wert aber haben noch immer Besucher, die gezielt zu einer Website gehen, da sie viel häufiger zurückkommen und mehr Artikel lesen. Laut Chartbeat-CEO Tony Haile zeigen sich dabei keine wesentlichen Unterschiede zwischen stationären und mobilen Angeboten.

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Tags :Quellen:News.comVia:Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de

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