Bakteriengefülltes Gedärm-Höschen aus dem 3D-Drucker leuchtet im Dunkeln

(Bild: Neri Oxman)

Lady Gagas Fleischkleid und Björks Schwanen-Outfit würden wie eine weißes T-Shirt wirken, wenn sie diesem Kleidungsstück des MIT gegenübergestellt würden. Die Hose aus dem 3D-Drucker sieht aus wie menschliches Gedärm und ist voller lebender Bakterien, die im Dunkeln leuchten. Und ja, das ganze soll tatsächlich einen Zweck erfüllen.

Neri Oxman, die sich für das Design verantwortlich zeichnet, arbeitet am MIT Media Lab und beschreibt das bizarre Werk in einem Interview mit New Scientist als „tragbare Mikrobenfabrik“. Der Zweck der Hose besteht darin, Mikroorganismen wie E. coli Bakterien oder Cyanobakterien aufzubewahren, um sodann herauszufinden, ob lebende Bakterien dahingehend manipuliert werden können, bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Beispielsweise können Cyanobakterien Saccharose durch Photosynthese herstellen, wenn sie dem Licht ausgesetzt sind, welche wiederum gentechnisch veränderten E. coli Bakterien dazu dienen kann, aufleuchtende Proteine zu produzieren.

Das innereienähnliche Kleidungsstück besteht größtenteils aus transparentem Kunststoff, wodurch die Bakterien sich dem Sonnenlicht aussetzen lassen. Oxmans Arbeit hat sich darauf spezialisiert, synthetische Biologie mit Design zu verbinden. In Zusammenarbeit mit dem 3D-Druck-Unternehmen Stratasys ist es ihr Ziel zu demonstrieren, wie mit Mikroorganismen gefüllte Wearables den Menschen in der Zukunft helfen könnten, andere Planeten zu erforschen, indem sie die neue Umgebung manipulieren. Laut ihrer MIT-Seite „kann die lebende Substanz in solchen Gebilden irgendwann Sauerstoff für die Atmung, Photonen zum Sehen, Biomasse zur Ernährung, Biokraftstoffe zur Fortbewegung und Calcium zum Bauen transformieren.“

Das Problem der Darm-Tracht ist allerdings, dass sie sehr starr und schlecht zu tragen ist, was daran liegt, dass sie während der Konstruktion unter UV-Licht gehärtet wurde. Zudem dürfte das kuriose Innereien-Design vorerst nicht besonders praktikabel sein.

(Bild: Neri Oxman; MIT)

(Bild: Neri Oxman, MIT)

 

Tags :Quellen:Mediated Matter; MITVia:Gizmodo.com

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