Intelligentes Türschloss Noki: Auf- und zumachen mit dem Smartphone

(Foto: Gizmodo).

Dank dem Türschloss Noki lässt sich die Haustür mit dem Smartphone öffnen und schließen. Für die Internetverbindung ist eine Bridge erhältlich, die per Bluetooth mit Noki verbunden wird. Ob dauerhaft für Familienmitglieder oder vorübergehend für Feriengäste,
Nachbarn und Freunde: Rechte können einfach und sicher mobil vergeben werden, das
lästige Merken von Zahlencodes entfällt. Die Finanzierung läuft über Kickstarter Deutschland und ist bereits gestartet.

Sesam, öffne dich! Nicht einmal diese Zauberformel ist mit dem Bluetooth-Türschloss Noki noch notwendig, um eure Haustür zu öffnen, wenn ihr beispielsweise vollbepackt vom Einkaufen zurückkommt. Erst einmal alle Taschen abstellen und nach dem Schlüssel kramen, der sich wie üblich in der aller letzten Tasche befinde, entfällt, denn Nokia sperrt für euch die Tür automatisch auf, wenn ihr euch dem Haus oder der Wohnung nähert.

Dazu lässt sich Noki mit Android-Smartphones und dem iPhone via Bluetooth verbinden, die dann sozusagen als Hausschlüssel dienen. Der Status des Türschlosses kann dann beispielsweise ebenfalls über das Smartphone eingesehen werden – verloren gegangene Smartphones können jederzeit deaktiviert werden.

Schaut euch auch unser Video zu Noki an:

Als Türschloss lässt sich Noki bequem an europäischen Schließzylindern nachrüsten. Der Vorteil für alle Noki-User: Im Gegensatz zu anderen Systemen muss der vorhandene Zylinder nicht ausgetauscht werden. Das smarte Türschloss wird einfach an der Innenseite einer Haustür auf das bereits vorhandene Schloss aufgesetzt und mit drei Schrauben sicher am Zylinder befestigt.

(Foto: Gizmodo).

Die Steuerung mit dem Smartphone erfolgt per Bluetooth oder auch WiFi – in maximal drei Sekunden ist das Schloss entriegelt, wie uns die Entwickler letzte Woche in München vorführten.

(Bild: Noki)

Noki führt zuerst eine Initialisierungsfahrt durch, um das Schloss kennenzulernen. Anschließend gibt es verschiedene Modi. Noki kann auf Wunsch nur einmal oder auch zweimal zusperren. Erstes spart Energie. Denn Noki benötigt natürlich auch eine Stromversorgung. Es wird von vier handelsüblichen AA-Batterien versorgt. Diese sollen im Schnitt bei 16 Sperrvorgängen pro Tag gut 10 Monate durchhalten. Damit Noki nicht der Saft aus geht, gibt es bei 15 Prozent regelmäßig Warnungen, dass die Batterien ausgetauscht werden müssen.

(Foto: Gizmodo).

Mit dem normalen Schlüssel lässt sich die Tür aber nach wie vor öffnen, zumindest wenn das Türschloss für diese Sicherheitsfunktion ausgelegt ist. Ältere Türschlösser, die es nicht ermöglichen, den Schlüssel von Außen zu drehen, wenn bereits ein Schlüssel von innen im Schloss steckt, müsste man am besten nachrüsten, da es als Sicherheitsfunktion dient, wenn beispielsweise doch einmal der Akku des Schlosses oder des Smartphones leer ist.

Dank der Funktion „Automatisch Öffnen“ erkennt Noki, wann man nach Hause kommt und öffnet automatisch die Haustür. Das Smartphone kann dabei in der Tasche bleiben. Nach Verlassen der Wohnung wird die Tür wieder automatisch abgeschlossen. Realisiert wird die Funktion per Geofencing. Nähert man sich also innerhalb der Wohnung der Tür, geht sie nicht automatisch auf. Um sie von innen zu öffnen, tippt man einfach auf den leuchtenden Button von Noki.

(Foto: Gizmodo).

Noki-Nutzer können verschiedene Berechtigungen vergeben – zum Beispiel permanente an Familienmitglieder oder nur zeitgesteuerte an die Putzfrau. Dazu wird die Person per Link eingeladen.

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Mit der WLAN-Bridge-Version von Noki, die mit dem Heimnetzwerk und somit dem Internet verbunden wird, können Nutzer auch Berechtigungen ohne physische Nähe zum Noki-Schloss vergeben. Praktisch ist dies beispielsweise für AirBNB-Vermieter. Für das tatsächliche Pairing muss sich die Person aber in der Nähe des Türschlosses befinden.

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Ist Noki über die WLAN-Bride permanent mit einer Internetverbindung ausgestattet, können Anwender das Schloss auch von der Ferne aus aufsperren, um beispielsweise den Paketboten einmalig ins Haus zu lassen. Bei Türen die außen nur einen Knauf haben, gibt es übrigens noch eine Sicherheitsabfrage, damit die Tür nicht ungewollt aufspringt. Bei einem Umzug lässt sich Noki einfach abnehmen, ohne Spuren zu hinterlassen.

(Bild: Noki)
Auch an die Sicherheit ist gedacht. Da Bluetooth 4.0 Low Energy selbst keine Verschlüsselung bietet, hat Noki diese auf Applikationsebene implementiert. Konkret wird ein symmetrisches Verschlüsselungsverfahren mit 256Bit langen Schlüsseln eingesetzt (Xsalsa20). Die Schlüsselpaare werden während des Pairings einmalig über einen Diffie-Hellmann basierten Mechanismus sowohl in der App als auch am Noki generiert und gespeichert, ohne dabei jemals über Bluetooth oder das Internet übertragen zu werden. Dadurch sollen auch Man-in-the-Middle-Attacken nicht möglich sein.

(Foto: Gizmodo).

Ein Noki-Schloss kostet auf Kickstarter-Unterstützer rund 120 Euro. Die Auslieferung der ersten Produkte ist für Herbst 2015 bis Ende des Jahres geplant. Das Türschloss Noki konnte auf Kickstarter Deutschland bisher knapp 80.000 Euro einspielen und soll noch auf 125.000 Euro kommen. Dafür sind noch mehr als 1,5 Monate Zeit. Die Kampagne läuft noch bis zum 26. Juni. Regulär wird Noki dann 149 Euro kosten. Mit WLAN-Bridge ist es für 229 Euro erhältlich. Hier geht’s zur Kickstarter-Kampagne von Noki.

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  1. Was mich daran begeistert, ist das die Entwickler einen einfachen Aufsatz für gängige Schließzylinder und keine überteuerten Schließanlagen verkaufen wollen. Ich frage mich nur was passiert, wenn der Strom ausfällt? Ohne Notfall-Schlüssel geht es wohl nicht…

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