Letzter deutscher Sharehoster Netload nicht mehr erreichbar

(Bild: Netload)

Auch der letzte deutsche Sharehoster ist nun offenbar offline. Die Rechtsanwaltskanzlei Rasch teilte mit, dass die Server von Netload nun außer Betrieb seien. Das ist wohl die Folge mehrerer gerichtlicher Auseinandersetzungen um die Dienste des Unternehmens.

Schon 2011 wurde ein Gerichtsverfahren gegen die Netload GmbH angestrengt, bei dem unter anderem der Geschäftsführer dazu gebracht werden sollte, Informationen zu Uploadern herauszurücken, was nach der Androhung einer Ordnungshaft dann auch geschah. (Beschluss vom 06.12.2012, Az. 2-03 O 484/11). Das Vergütungsmodell für Uploader wurde umgestellt und sorgte dafür, dass der Dienst nicht mehr so interessant war. Im November 2013 stand schon im Impressum, dass sich die Netload GmbH in Liquidation befindet.

Im Februar 2015 wurde Netload an die Firma S Digital Media GmbH verkauft. Das Spiel begann von Neuem. Es wurden wiederum urheberrechtlich geschützte Inhalte angeboten, die von der Betreiberin nach Aufforderung der Rechteinhaber nicht gelöscht wurden. Da S Digital Media keine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgab, erwirkte die Kanzlei Rasch vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung (Az. 310 O 132/15). Diese wurde der neuen Betreiberin Anfang Mai 2015 zugestellt. Seit dem 5.5.2015 sind unter netload.in keine Dateien mehr abrufbar. Stattdessen wurden Nutzer zu einer deutschen Pornoseite umgeleitet. Seit dem 8.5.2015 ist der Domäne keine IP-Adresse mehr zugeordnet. Allerdings ist unter netload.me seit gestern eine ähnlich aufgebaute Seite erreichbar.

Sharehoster wurden immer wieder für die Speicherung und Verteilung urheberrechtlich geschützter Inhalte genutzt. Gerichte haben in der Vergangenheit diesen Dienstleistern immer mehr Auflagen erteilt, sodass sich ein Betrieb nicht mehr lohnte. Zwar waren die Firmen als Serviceprovider zunächst von der sogenannten Störerhaftung für Urheberrechtsverletzungen durch ihre Nutzer befreit und mussten illegale Inhalte erst auf Hinweis löschen, doch mit zunehmendem Druck durch Rechteinhaber und Behörden stieg der Aufwand, um die rechtlichen Auflagen zu erfüllen. Um einen effektiveren Schutz vor der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials zu gewährleisten, führte beispielsweise Rapidshare im November 2012 schließlich ein neues Datentraffic-Modell ein – und wurde dadurch für Filesharer mit einem Schlag uninteressant. Im Februar 2015 stellte es seinen Dienst endgültig ein.

Quellen:Mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de

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