Greenpeace lobt Apple für Einsatz erneuerbarer Energien

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Es hat sich wenig getan. Wie schon 2014 bezieht Apple den Strom für seine Rechenzentren ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern. Facebook und Google stagnieren diesbezüglich bei knapp der Hälfte ihres Energiebedarfs und Amazon wird trotz Verbesserungen getadelt. Die Zahlen stammen von der Organisation Greenpeace, die insgesamt auf die großen Fortschritte in den letzten Jahren hinwies.

Wäre das Internet eine Nation, so stünde es mit seinem Energiebedarf laut Greenpeace an sechster Stelle. Eine beeindruckende Zahl, die eine entsprechend große Verantwortung in der Wahl der Energieträger in sich birgt. Vor allem die Energieversorgungsunternehmen setzen allerdings nach wie vor zu sehr auf Kohlekraftwerke. Doch auch der Bedarf an Cloud-Computing wächst rasant, was unter anderem an Videostreamingdiensten wie Maxdome oder Netflix liegt.

Apple bescheinigt Greenpeace in seinem Click Green Report 2015 (PDF) eine Vorreiterrolle, da es trotz schneller Expansion die Zusage eingehalten hat, alle neuen Rechenzentren zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben. Der iPhone-Hersteller habe damit “eine neue Messlatte gesetzt für die Branche und ganz konkret gezeigt, dass ein 100-prozentig erneuerbares Internet in Reichweite ist”. Während Apple in früheren Jahren Kritik für mangelnde Transparenz erfuhr, kommt es inzwischen auch hier auf die Bestnote “A”.

(Grafik: Greenpeace)

Nur Apple investiert in 100 Prozent erneuerbare Energien für seine Rechenzentren und erhält in allen Kategorien Bestnoten (Grafik: Greenpeace)

Yahoo, Facebook und Google folgen mit einem Anteil erneuerbarer Energien von 73, 49 und 46 Prozent. Greenpeace lobt Facebooks große Fortschritte seit 2012. Es sei ihm gelungen, Energieversorger zur Umstellung auf einen höheren Anteil sauberer Energien zu bewegen. Bei Google sehen die Umweltschützer ebenfalls ein starkes Engagement und laufende Fortschritte. Es müsse aber in einigen Regionen seine Anstrengungen verdoppeln, in denen Versorgungsmonopole den Zugang zu erneuerbaren Energien behindern.

Video: So viel Energie frisst das Internet

Equinix, das weltweit und auch in Europa Rechenzentren betreibt, erfährt Lob für seine langfristige Verpflichtung für das Ziel von 100 Prozent erneuerbaren Energien. Greenpeace empfiehlt anderen Colocation-Anbietern, diesem Vorbild zu folgen.

Bei Amazons Investitionen berechnet Greenpeace derzeit einen Energiemix mit nur 23 Prozent erneuerbaren Energien. Das beruht auf vorsichtigen Schätzungen und öffentlich verfügbaren Informationen, da das Unternehmen selbst keine Zahlen lieferte. Mit Amazon Web Services (AWS) dominiert der Onlinehändler den Markt für Cloud-Computing. Amazon hat sich zwar im November 2014 für die langfristige Umstellung auf erneuerbare Energien entschieden, blieb aber intransparent hinsichtlich seiner tatsächlichen Maßnahmen. Greenpeace sieht mangelndes Engagement bei der Umsetzung und verweist auf den erheblichen Ausbau der AWS-Infrastruktur in Regionen mit einer nur mäßigen Kapazität für saubere Energien.

Apple blüht, Amazon glüht. Das Greenpeace-Cloud-Ranking 2014

Als Bremser sieht die Umweltschutzorganisation wie in anderen Regionen auch in Europa die Energieversorger. Einige europäische Länder wie Deutschland lägen hier zwar mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien über dem US-Durchschnitt. Insgesamt aber hätten die Versorgungsunternehmen zu stark in konventionelle Kraftwerke investiert – und verstärkten deshalb ihre Lobby-Aktivitäten in der EU gegen erneuerbare Energien und höhere Energieeffizienz.

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Tags :Quellen:(Foto: Shutterstock)Via:Bernd Kling, ZDNet.de

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