Dual-SIM Smartphone Wiko Ridge im Test: Edle Mittelklasse mit Macken

(Bild: Gizmodo.de)

Mit dem Wiko Ridge beweisen die Franzosen formschönes Design, elegante Züge und ansprechende Hardware. Im Detail offenbaren sich jedoch auch einige Mängel. Alles Wichtige zum Wiko Ridge lest ihr in diesem Testbericht.

Das Wiko Ridge im Detail

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Zu Testzwecken hat uns notebooksbilliger.de die MWC-Neuheit Wiko Ridge zur Verfügung gestellt. Aktuell kann das Smartphone für 219 Euro erworben werden. Wir verraten, ob sich ein Kauf lohnt.

Design

Das 7,5 Millimeter flache Wiko Ridge besitzt ein durchdachtes und elegantes Design. Hält man das Smartphone das erste Mal in den Händen, könnte man denken, dass es sich um ein Flaggschiff handelt. Alle Kanten und Spalten sind präzise verarbeitet und lassen das Smartphone als robustes Unibody-Device erscheinen. Buttons und Display machen einen gut verarbeiteten Eindruck und sitzen fest im Device. Der Rahmen wirkt sehr stabil.

Die Seiten des Smartphones wurden mit einer Platte aus Aluminium versehen und setzen sich schön vom restlichen Wiko Ridge ab. Hier tricksen die Franzosen, denn das Aluminium suggeriert einen Metallrahmen. Dennoch: In Verbindung mit der leicht abgerundeten Rückseite entsteht durch die Alu-Ränder ein sicherer Halt des 5-Zöllers in der Hand. Verstärkt wird der Grip noch zusätzlich durch die leicht angeraute und gummierte Rückseite – sie erinnert dabei etwas an das One Plus One.

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Auch auf der Rückseite findet sich der Lautsprecher des Wiko Ridge. Dieser zeichnet sich nicht nur durch einen angenehmen Sound aus, auch hat der französische Hersteller bei der Verarbeitung mitgedacht und den Speaker etwas erhöht. So liegt das Ridge zwar flach auf der Rückseite, doch der Sound kann dennoch wahrgenommen werden.

Die Vorderseite des Wiko Ridge gestaltet sich unspektakulär. Neben einem glänzenden „Wiko“-Schriftzug, einer Frontkamera und der Hörermuschel dominiert das 5-Zoll Display. Doch hier muss man Wiko wirklich etwas rügen. Denn beim Vergleichen des Ridge mit anderen Smartphones der 5-Zoll Kategorie fällt ganz klar auf, dass das Wiko Ridge deutlich größer ausfällt.

Hier findet man sich schon fast im Bereich der 5,5 Zoll Phablets, obgleich das Ridge nur über 5 Zoll verfügt. Dieser Eindruck findet sich in den etwa 0,5 Zentimetern dicken Displayrändern und der überdimensionierten Ober- und Unterkante. Das gibt zwar keine Abstriche beim Design, lässt aber auf kurzsichtige Entwicklung schließen, die sich im Normalfall im unteren Preissegment findet.

Punkten kann das Wiko Ridge hingegen wieder beim Gewicht. Wer leichte Smartphones bevorzugt, findet beim Ridge nur 125 Gramm vor. Gerade beim Tragen in (Männer-)Hosentaschen stellt sich dies als Wohltat heraus.

Hardware

Hardwareseitig kann das Wiko Ridge durchaus überzeugen. Angetrieben von einem Qualcomm Snapdragon 410 Quad-Core Prozessor mit einer Taktrate von 1,2 Gigahertz pro Kern liefert das Ridge schnelle Prozesse bei sämtlichen Anwendungen. Unterstützt wird der Prozessor von zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher liegt bei 16 Gigabyte und kann per microSD erweitert werden.

Hier kommen wir auch zu einer Besonderheit des Wiko Ridge, denn das Smartphone ist eines der wenigen Modelle auf dem europäischen Markt, welches Dual SIM unterstützt. Dabei kann der Kunde entscheiden, ob er lieber zwei SIM-Karten im Ridge nutzt oder eine SIM und eine microSD Speicherkarte.

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Eine weitere Besonderheit findet sich bei der Übertragung von mobilen Daten. Hier hat sich Wiko beim Ridge für das schnelle LTE Cat 4 entschieden. In Bezug auf das Betriebssystem wurde jedoch erneut gespart und so läuft das Wiko Ridge nur mit Android 4.4.4. Ein Update auf Android Lollipop ist bisher nicht vorgesehen.

In Bezug auf den Akku kann das Wiko Ridge wieder punkten. Hier wurde ein 2.400 mAh Modell verbaut. Im Klartext bedeutet das: Gut zwei Tage Nutzung, ohne sich um den Ladestand des Smartphones Sorgen machen zu müssen. Doch auch beim Akku findet sich ein Nachteil für so manchen Kunden, denn Wiko setzt auf ein fest verbautes Modell. Ein eigenständiger Austausch des Akkus ist also ausgeschlossen.

Performance

Die reinen Zahlen offenbaren die Mittelklasse beim Wiko Ridge. So groß mein Lob an die Leistung der Hardware ausfiel, der Antutu Benchmark verfrachtet das Smartphone ganz klar ins Segment der unteren Mittelklasse. Das sollte den User jedoch nicht übermäßig stören, denn die Erfahrung zeigt, dass auch hier durchaus akzeptable Ergebnisse im Alltag zu erzielen sind.

Etwas verwunderlich: Trotz zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und Quad-Core Prozessor errechnet Antutu im Benchmark eine schlechte Performance beim Gaming. Auch der Akku schneidet nur durchschnittlich ab. In Bezug auf den Akku gebe ich Antutu allerdings nicht vollständig recht. Mit den 2.400 mAh des Akkus und dem sparsamen HD-Display des Wiko Ridge hielt das Smartphone in der Testphase gut zwei Tage durch – und das bei regulärer Nutzung. Größte Energiefresser sind aber sicherlich das LTE-Modul und die Dual-SIM Option des Wiko Ridge.

Für Details bitte auf das Bild klicken.

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Display

Beim IPS-Display darf sich das Wiko Ridge viel Lob holen. Es stellt sich trotz einer HD Auflösung von 1280 mal 720 Pixel als sehr scharf heraus. Bis ins kleinste Detail lassen sich beim Ridge keine verschwommenen Ränder und Texturen nachweisen.

Stattdessen wirken die Symbole und Applikationen in jedem Bereich scharf. Auch die Blickwinkelstabilität ist überzeugend und beschert scharfe Einblicke aus jedem Winkel. Lediglich die Farben könnten beim Ridge etwas kräftiger dargestellt werden, dies ist aber den etwas schwachen 295 ppi anzurechnen.

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Auch maximale Helligkeit und Dunkelheit überzeugen beim Wiko Ridge. Das erfreute mich persönlich im Testverlauf, denn gerade bei Sonneneinstrahlung spiegelt das Display-Glas leicht (siehe Fotos). Dank des hellen Displays lässt sich diese Spiegelung aber in den meisten Fällen ausbügeln.

Geschützt wird das Display durch ein Corning Gorilla Glass der dritten Generation. Nutzer dürfen in Bezug auf Kratzer also gerne auf Schutzfolien verzichten.

Kamera

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Wiko hat beim Ridge auf eine Rückkamera mit 13 Megapixel und eine Frontkamera mit 5 Megapixel gesetzt. Zusätzlich verfügt das Ridge über eine leistungsstarke LED auf der Rückseite.

Für Schnappschüsse und Landschaftsaufnahmen eignet sich die Rückkamera des Smartphones nur bedingt. Wer einfach schnell ein Foto knipsen möchte, muss beim Wiko Ridge Abzüge bei der Bildqualität machen. Hier benötigt der Nutzer etwas Zeit, um sich im Foto-Menü das richtige Verhältnis aus Weißabgleich, ISO-Werten, Kontrast und Sättigung herauszusuchen. Grund für die aufwendige Fotografie ist die in meinen Augen schlecht kalibrierte Auto-Einstellung (siehe Beispielbilder). Auch wirkt das Kameramodul des Wiko Ridge nicht ganz so hochwertig. Auf Angaben zum Hersteller verzichtet der französische Hersteller komplett, sodass man auf ein billiges „Made-in-China“-Modul spekulieren könnte.

Dennoch: Nahaufnahmen, wie sie in den Beispielbildern zu sehen sind, gelingen überraschend scharf. Trotz Farbstich kann sich hier die Rückkamera wohl eher unter Beweis stellen.

Beispielbilder Rückkamera:

Die Rückkamera bei verschiedenen Lichtverhältnissen.

Die Rückkamera bei verschiedenen Lichtverhältnissen.

Nahaufnahmen gelingen mit der Rückkamera sehr gut.

Nahaufnahmen gelingen mit der Rückkamera sehr gut.

Mit Hinblick auf die mittelmäßige Performance der Rückkamera wirkt die 5 Megapixel Frontkamera ungewöhnlich leistungsstark. Selfies entstehen kontrastreich und farbenfroh. Auch die Auto-Einstellung in Bezug auf die Belichtung und den Fokus wirkt besser kalibriert.

Beispielbilder Frontkamera:

Die Frontkamera beweist starke Kontraste.

Die Frontkamera beweist starke Kontraste.

Fazit

Irgendwo zwischen „es ist nicht alles Gold was glänzt“ und „gut & günstig“ sollte das Wiko Ridge angesiedelt werden. Das überaus ansprechende Design, die äußerst gute Verarbeitung (plus robustes Backcover), das klare und helle Display und der ausgewogene Akku bestätigen beim Wiko Ridge die Qualität. Das integrierte LTE-Modul, die Dual-SIM Funktion und das Gewicht rechtfertigen auch grundsätzlich den Preispunkt von 219 Euro.

Abstriche muss man jedoch bei der Größe (Länge), den dicken Displayrändern (nicht zeitgemäß), der unausgeglichenen Rückkamera, der veralteten Version von Android und der durchschnittlichen Performance machen. Hier wirkt es, als ob dem Wiko Ridge bei der Entwicklung der letzte Schliff gefehlt hat.

Alternativen wie das Moto E, das Honor Holy, das Honor 3c oder das LG L Fino sind hardwareseitig im gleichen Segment wie das Wiko Ridge anzusiedeln, kosten jedoch rund 100 Euro weniger.

Beim Wiko Ridge deutet alles darauf hin, dass man rund 100 Euro Aufpreis für ein edles Design zahlt. Das kann man machen, jedoch bleibt das Ridge trotzdem Mittelklasse im schicken Gewand. Wer auf Design wert legt und bereit ist dafür 100 Euro Aufpreis zu zahlen, dem sei zum Wiko Ridge geraten.

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Ranking

Im Ranking erhält das Wiko Ridge von mir 3,5 von 5 Sternen. Das klingt im ersten Moment vielleicht nach keiner guten Bewertung. Doch tatsächlich gefiel mir das Wiko Ridge sehr gut. Gerade der Designmix aus schlankem Smartphone, Aluminium und angerauter Plastik, das leichte Gewicht und das überraschend scharfe HD Display begeistern bei diesem Smartphone. Auch die Europa-Besonderheit Dual-SIM ist ein Pluspunkt beim Ridge. Das LTE-Modul für schnelle Datenübertragung stellt ebenfalls keinen Standard in der Mittelklasse dar.

Abzüge von einem Stern resultieren aus der unglücklichen Größe, die eher an ein 5,5 Zoll Smartphone erinnert, den dicken Displayrändern und der mittelmäßigen Rückkamera. Den letzten halben Stern ziehe ich für den Aufpreis von 100 Euro (im Vergleich zu anderen gleichwertigen Smartphones) ab.

plus Rundum ansprechendes Design

plus Lange anhaltender Akku

plus Scharfes Display trotz HD

plus Dual-SIM Funktion

plus LTE Cat 4 Modul

minus Etwas groß geraten

minus Mittelmäßige Rückkamera

minus Veraltetes Android 4.4.4

minus Nicht zeitgemäße Displayränder

minus Performance für 219 Euro nicht optimal

minus Etwas teuer

Tags :Via:notebooksbilliger.de

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