AdultFriendFinder: Hacker erbeuten Millionen intimer Nutzerdaten

(Bild: Shutterstock)

Eine Kontaktbörse zu hacken sorgt sicherlich für interessantes Material - und genau dieser Supergau ist dem AdultFriendFinder passiert, der 64 Millionen Nutzer - davon 2,3 Millionen aus Deutschland haben soll. Ob es nun zu Erpressungen kommt, ist nicht abzusehen - aber immerhin sind 3,9 Millionen der Datensätze bereits veröffentlicht worden.

Die Kontaktbörse AdultFriendFinder wurde offenbar gehackt. Nach einem Bericht von Channel 4 News wurden schon 3,9 Millionen der insgesamt 64 Millionen Datensätze veröffentlicht. Dazu gehören nicht nur die Profildaten sondern auch E-Mailadressen und Geburtstage sowie ein Teil der Postanschrift der Nutzer.

Viele Nutzer, deren Daten in einem Tor-Forum aufgetaucht sind, haben bereits virenverseuchte Spam-Mails erhalten. Channel 4 zitiert allerdings einen Security-Experten von PwC, der davon ausgeht, dass Kriminelle nun die Adresslisten nach potenziellen Erpressungsopfern durchsuchen werden. Die Tabellen enthielten etwa zahlreiche Kontaktdaten von Regierungsangestellten und Armeeangehörigen, die sich als lohnende Opfer erweisen könnten.

Der Angriff auf die Site für eher formlose Beziehungen wurde zwar durch den Bericht des britischen Fernsehsenders jetzt einen breiten Öffentlichkeit bekannt, wie Heise.de aber wohl zurecht anmerkt, nimmt der Sender die Entdeckung zu Unrecht für sich in Anspruch. Die Site verweist darauf, das die Sicherheitsforscherin Bev Robb sein, bereits am 13. April darauf hingewiesen hat.

Robb zufolge sind die etwa eine Woche zuvor veröffentlichten Daten damals bereits nahezu von 2000 Nutzer aufgerufen worden. Ihrem Bericht zufolge hat die Daten der Hacker ROR[RG] aus Thailand entwendet, um die Betreiber der Site zu zwingen, ihre Schulden in Höhe von 248.000 Dollar bei ihm zu bezahlen. Das habe offenbar nicht funktioniert, so dass er die Daten schließlich aus Rache veröffentlicht habe. Da Kreditkartendaten nicht durchgesickert sind, könnt es ein, dass er diese selbst verwerten will.

Wie der Betreiber des Portals, FriendFinder Networks Inc, Channel 4 News auf Anfrage versichert hat, habe man bereits die Strafverfolgungsbehörden informiert und externe Experten hinzugezogen, die bei der Aufklärung helfen sollen. Einen Schaden, der sich aber wahrscheinlich nicht mehr gut machen lässt, ist, dass im Zuge des Datenlecks auch Informationen über die Nutzerstruktur bekannt geworden sind: Nach einer Auswertung von Channel 4 gehören von den 26.939 E-Mail-Adressen, die gewiss einer Person in Großbritannien zuzuordnen waren, lediglich 1596 Frauen. Die Hoffnungen der männlichen Nutzer auf aufregende Kontakte dürften also in der Mehrzahl der Fälle bitter enttäuscht worden sein.

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Tags :Quellen:Mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de

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