Qualcomm und Mercedes wollen vernetzte Elektroautos kabellos laden

(Bild: Andreas Eichenseher)

Nachdem im März öffentlich wurde, dass Qualcomm das Mercedes AMG Petronas Formel 1-Team in Sachen Connected Cars unterstützen wird, teilte Mercedes nun im Rahmen des Großen Preises von Monaco auch die Zusammenarbeit auf dem Gebiet regulärer Straßenwagen mit. Dazu soll schon in wenigen Jahren mitunter Wireless Charging  zählen, also das kabellose Laden des Elektroautos.

Der Große Preis von Monaco, ein Formel 1-Rennen inmitten des berühmten Fürstentums an der Côte d´Azur, begeistert jährlich die Fans des Motorsports. In diesem Jahr schien Mercedes lange unter einem besonders guten Stern zu stehen, als nach dem Qualifying die beiden AMG Petronas-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg die ersten beiden Positionen belegten. Entsprechend zufrieden stellte der Automobilkonzern zusammen mit dem Elektronikspezialisten Qualcomm nur wenige Stunden später eine neue Kooperation vor, die über die jüngste Partnerschaft im Zusammenhang mit den Formel 1-Wagen hinausgeht.

Mercedes möchte seine Autos umfassend vernetzen und sieht in Qualcomm ein Unternehmen mit dem dafür notwendigen Know-how. Zunächst soll dieser Zusammenarbeit eine Verbesserung der 3G/4G-Verbindung im Auto, kabelloses Laden von entsprechenden Mobilgeräten wie Smartphones sowie die Implementation von Qualcomm Halo zum kabellosen Laden des Autos selbst entspringen.

Das heißt, der Mobilfunk und die Vernetzung der Autos werden vorangetrieben und Qualcomms kabellose Ladetechniken womöglich in Elektrofahrzeugen von Mercedes Einzug halten. Qualcomm Halo beispielsweise, also das Wireless Electric Vehicle Charging (WEVC), sieht vor, dass das Elektro- beziehungsweise Hybridfahrzeug über eine Bodenplatte fährt, die den Akku mittels entsprechender Pads induktiv lädt. Genaue Infos zu Qualcomm Halo kannst du diesem Artikel sowie dem dort verfügbaren Video-Interview entnehmen. Safety und Medical Car der Formel E sind übrigens bereits mit der Technik ausgestattet.

Wi Power soll in neu erscheinenden Autos hingegen fürs Laden von Elektrogeräten innerhalb des Autos den Kabelsalat überflüssig machen – natürlich „plattformübergreifend“, wie uns Prof. Dr. Thomas Weber verriet.

(Bild: Andreas Eichenseher)

Toto Wolf (Head of Mercedes Benz Motorsport), Derek Aberle (President Qualcomm), Prof. Dr. Thomas Weber (Member of the Board of Management of Daimler AG), (v.l.n.r.) Bild: Andreas Eichenseher

In puncto kabellosem Laden von Elektro- und Hybridfahrzeugen arbeitet Mercedes beispielsweise mit BMW zusammen. „In wenigen Jahren, vermutlich 2016/17“, so Weber weiter, wird die Technik auf die Straße kommen. Letztlich konkurrieren hier aber verschiedene Anbieter, was Weber einerseits begrüßt und andererseits dazu bringt, letztlich nicht zwingend Qualcomms Technologie nutzen zu müssen.

Die Technik selbst sei schließlich mittlerweile nicht mehr die größte Baustelle, da beispielsweise ein „Plug-in einer S-Klasse binnen 2 bis 2,5 Stunden geladen werden kann“ und die Empfindlichkeit bei nicht exaktem Einparken über der Ladematte nicht allzu gravierend sei. Im Zuge der voranschreitenden Autonomisierung des Fahrzeugs wird dann irgendwann ohnehin computergesteuert und genau auf der Matte geparkt werden. Welche kabellose Ladetechnik also tatsächlich genutzt wird, ist am Ende ein Frage des Preises, so Weber.

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Die Vernetzung des Fahrzeugs wird darüber hinaus in dem Sinne weitergesponnen, als dass manche gesammelten Daten, die bislang laut Weber „eher von der  Umwelt getrennt waren“ ins Internet wandern sollen und über Mercedes me Informationen wie Ladezustand oder etwa zu einer Wartung gesichtet werden können. Datenschutz ist natürlich auch hier „ein großes Thema“.

Den Großen Preis von Monaco sicherte sich mit Nico Rosberg übrigens tatsächlich ein Mercedes-Pilot. Dem vorangegangen waren allerdings interne Schwierigkeiten seitens des Technik-Teams, dessen Anweisungen dem Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton letztlich den sicher geglaubten Sieg kosteten und auf Rang drei beförderten. Mal sehen, ob Qualcomm bezüglich Wireless Charging und Connected Cars am Ende das Rennen macht.

Tags :Quellen:Fotos: Andreas Eichenseher

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