Apple will in iOS 9 Google Now nachahmen

(Bild: Andreas Donath)

Proactive soll Apples Gegenstück zu Google Now heißen. Der Dienst, der mit iOS 9 eingeführt werden soll, kann Daten des Anwenders durchwühlen und auswerten, um ihm automatisch Hinweise beispielsweise zu Terminen zu geben, die er aus E-Mails heraus entdeckt hat.

Nach einem Bericht von 9to5Mac sollen für den neuen Proactive-Dienst in iOS 9 ähnliche Funktionen entwickelt werden, wie sie Google Now schon lange bietet.

Proactive durchsucht Kontakte, Termine, das Passbook und auch Apps von Dritten und von Siri nach Hinweisen auf Informationen, die für den Nutzer wichtig sein können und liefert sie ihm zeitnah. Den Quellen des Blogs zufolge wird der Dienst auch die Privatsphäre-Einstellungen des Nutzers respektieren.

Die Siri-Integration erfolgt angeblich über eine Programmierschnittstelle eines Drittanbieters namens Breadcrumbs. Proactive soll außerdem mit Apples Kartenanwendung Maps funktionieren und mithilfe eines Augmented-Reality-Interface auch für den Nutzer interessante Orte in seiner Umgebung anzeigen.

Laut 9to5Mac ist Proactive eine Weiterentwicklung der Spotlight-Suche. Apple arbeite schon länger an diesem Projekt und habe dafür mehrere kleine App-Entwickler gekauft. Den persönlichen Assistenten Cue habe Apple 2013 beispielsweise übernommen, um die Relevanz der Suchergebnisse von Spotlight zu verbessern. Auch die Möglichkeit, Resultate von Wikipedia in iOS 8 anzuzeigen, gehe auf das Proactive-Projekt zurück.

Apple werde Proactive in den ersten Homescreen integrieren, heißt es weiter in dem Bericht. Die interne iOS-Statistik des iPhone-Herstellers habe gezeigt, dass Spotlight nicht so häufig genutzt werde wie von Apple erhofft. Ein Grund dafür sei, dass Spotlight nicht mehr auf dem Homescreen sichtbar sei. In ersten Vorabversion von iOS 9 sei Proactive bereits integriert.

Proactive selbst bietet offenbar ein eigenes Suchfeld am oberen Bildschirmrand, das die bekannten Spotlight-Funktionen bietet. Darüber hinaus sollen aber auch Nachrichten zu aktuellen Themen oder berühmten Personen angezeigt werden. Unter dem Suchfeld finden sich Informationen aus den Bereichen Kontakte, Kalender und Karten. Proactive soll beispielsweise in der Lage sein, Flugdaten aus dem Kalender auszulesen und mit einer auf einem iOS-Gerät gespeicherten Bordkarte zu verknüpfen. Kurz vor dem Abflug blendet Proactive dann eine Erinnerung ein, mit der sich auch die Bordkarte aufrufen lässt.

Proactive lernt laut 9to5Mac aber auch aus den Gewohnheiten eines Nutzers. Rufe der morgens nach dem Aufstehen stets die Facebook-App auf, blende der Assistent morgens als erstes einen Facebook-Button ein. Proactive erinnere auf diese Art auch an andere regelmäßig wiederkehrende Ereignisse.

Im Rahmen des Projekts soll Apple außerdem neue Funktionen für seine Kartenanwendung planen. Eine Augmented-Reality-Ansicht zeigt demnach Geschäfte, Restaurants und andere interessante Orte in der Umgebung an. “Browse me around” wiederum soll, wenn ein iPhone auf ein Restaurant gerichtet wird, eine virtuelle Speisekarte oder Details zu Tagesgerichten einblenden. Die Funktion kann aber auch eine Übersicht aller Geschäfte in einer bestimmten Straße anzeigen, die auch vorherige Suchanfragen sowie eigene Präferenzen einbezieht.

Die Breadcrumbs-API wiederum erlaube es Siri und Proactive, auf Daten der zuletzt genutzten Apps zuzugreifen. Siri könne dann beispielsweise nicht einfach nur die Netflix-App öffnen, sondern direkt den Bereich der Streaming-App, auf den der Nutzer am häufigsten zugreife. Vor einer Öffnung der API für Entwickler wolle Apple aber zuerst alle Datenschutzbedenken ausräumen.

Ob Proactive allerdings in diesem Umfang in iOS 9 integriert wird, ist dem Bericht zufolge noch offen. Möglicherweise schaffe es nur eine abgespeckte Variante in die Final des iOS-8-Nachfolgers, die Apple dann schrittweise erweitern werde. Unklar sei auch, ob Apple Proactive als eigenen Dienst oder als Upgrade für vorhandene Funktionen wie Spotlight, Maps und Siri vorstelle.

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Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de
  1. Sofern Apple mit Proactive, genauso penetrant wie Google mit G-now, die Anwender dazu nötigt das zu nutzen, dann werde ich mir nun Windows10 mal ansehen. In der Hoffnung, dass dort (noch nicht) alle persönlichen Daten durchwühlt und an NSA, BKA & Co gesendet werden oder genauso schlimm: man noch SPAM und noch mehr zielgruppenorientiertes Marketing unterworfen ist, … unter Verlust einer breiteren Produktpalette in den Warenhäusern.

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