Test: Samsung WLAN Kamera Smartcam HD Pro

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Was macht eine gute WLAN-Kamera aus? Ersteinmal ist die Qualität des Bildes entscheindend. Aber auch eine einfache Installation und Handhabung, hohe geräteübergreifende Kompatibilität und unzählige Einstellungsmöglichkeiten gehören dazu. Wir haben uns die Samsung Smartcam HD Pro im Test genauer angeschaut und festgestellt, dass sie ihre Arbeit richtig gut macht.

Samsung Smartcam HD Pro

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Samsung SNH-P6410BN WLAN Smartcam HD Pro IP Kamera

Grundsätzlich bin ich was IP-Cams anbelangt ziemlich unerfahren. Ehrlich gesagt stellte ich mir die Installation unangenehm kompliziert vor und rechnete mit einem – zumindest im mittleren Preissegment – vergleichsweise schlechten Bild. Umso gespannter war ich auf die Samsung Smartcam HD Pro.

Optik & Verarbeitung

Ich gebe zu: Die Verarbeitung ist bei einer IP-Kamera vielleicht nicht der wichtigste Punkt. Optik hingegen schon eher. Immerhin ist es durchaus möglich, dass die IP-Cam irgendwo im täglichen Sichtbereich platziert wird.

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Bei der Verarbeitung macht die Samsung Smartcam HD Pro nicht den allerbesten Eindruck. Sie besteht komplett aus nicht besonders stabil wirkender Hartplastik und knarzt schon bei geringem Druck. Steht die Samsung Smartcam HD Pro allerdings einmal an Ort und Stelle, wird man sie wohl nicht allzu häufig in der Hand haben. Für den Außenbereich oder sehr feuchte Orte ist sie nicht geeignet.

Wichtiger als die Verarbeitung ist die Optik. Von vorne wirkt die Samsung Smartcam HD Pro mit der schwarzen Linse im oberen Bereich der weißen, kreisrunden Front durchaus ansehnlich, wenn auch nicht besonders inspiriert. Den Rahmen ziert ein Plastikstreifen in Chrom-Optik. Die Kamera lässt sich über dem recht großen und frei schwenkbaren Fuß auf ebene Oberflächen wie zum Beispiel eine Schrankwand stellen. Der Fuß kann aber auch über mitgeliefertes Zubehör an der Wand befestigt werden.

Einfache Installation

Ich bin zwar technik-interessiert und auch –versiert. Allerdings hatte ich mit IP Kameras noch keine Erfahrung sammeln können und stellte mir die Installation recht kompliziert vor. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich wählte eine Installation mit dem Android-Smartphone. Dafür verbinden sich beide Geräte via WiFi-Direct, ein Anschluss über ein Lan-Kabel ist nicht nötig.

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Wird die Kamera über eine Mac- oder Windows-Rechner installiert, muss sie hingegen über ein Lan-Kabel mit dem Router verbunden sein. Nun kann man über die kostenlose Android, beziehungsweise iOS-App oder einem Windows, beziehungsweise Mac browserbasiert auf die Kamera zugreifen. Für letzteres ist allerdings ein Browser-Plug-In notwendig. Schade, dass Samsung hier nicht auf HTML5 oder wenigstens Flash gesetzt hat. Dafür muss man nicht im gleichen WLAN-Netzwerk eingeloggt sein, man kann von überall auf die IP Cam zugreifen.

Gutes Bild

Die Bildqualität ist richtig gut! Wahrscheinlich habe ich hier antiquierte Vorstellungen. Wenn ich bisher jedoch an Videomaterial von Überwachungskameras dachte, dann stellte ich mir stark verpixeltes VGA Schwarz-Weiß-Material vor, auf dem kaum ein Gesicht zu erkennen ist.

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Das Bild der Samsung Smartcam HD Pro ist dagegen knackscharf. Je nach Verbindungsqualität kann ein Bild mit bis zu 1080p gestreamt werden. Auf Rechner und App können außerdem einzelne Bereiche vierfach digital herangezoomt werden. Der Blickwinkel ist mit seinen 128 Grad angenehm groß. Richtig praktisch ist auch der automatische Ausgleich bei Gegenlicht. Das macht sich zum Beispiel in einem Raum mit hellem Fenster bemerkbar.

Auch im Dunkeln schießt die Kamera ordentliche Bilder. Dafür wird sie von mehreren Infrarot LEDs zur Lichtverstärkung unterstützt. Aber auch wenn man diese optional abschaltet, (nur so kann man nachts durch Glasscheiben filmen) erkennt man bei Dunkelheit erstaunlich viel.

Weitere Features

Neben dem Bild wird auch Ton übertragen. Das verbaute Mikrofon scheint dabei sehr empfindlich zu sein – man hört auch die leisesten Geräusche. Das ganze funktioniert auf Wunsch auch umgekehrt als eine Art Gegensprechanlage. Wem der integrierte Lautsprecher dabei nicht laut genug ist kann an die Samsung Smartcam HD Pro über einen Klinkenausgang aktive Lautsprecher anschließen.

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Wer möchte kann Bewegungsbereiche und die Geräuschlautstärke bestimmen, bei denen der Nutzer benachrichtigt wird. Diese Benachrichtigungen kommen per Pop-Up auf das Smartphone / Tablet. Wenn man Samsung seine Google-Daten anvertraut auch per Mail und zusätzlich ein Snapshot der Aufnahme in Picasa.

Trotzdem lässt sich die Samsung Smartcam HD Pro dank dieser Funktionen als Babyphone nutzen. Auch die Zuverlässigkeit der Samsung Smartcam HD Pro spricht für einen solchen Einsatz. Sie war bei mir etwa 14 Tage in Betrieb und leistete sich in diesem Zeitraum keinen merklichen Ausfall.

Irritiert war ich anfänglich von der roten LED, die bedrohlich über der Linse leuchtete. Sie erinnerte mich doch allzu arg an schlechte Agentenfilme, in denen die im Lüftungsschacht versteckten Kameras verräterisch blinkten. Glücklicherweise kann man die LED in den Optionen einfach abschalten.

microSD-Kartenunterstützung

Ihr volles Potenzial entfaltet die Samsung Smartcam HD Pro, wenn man sie mit einer microSD-Karte mit bis zu 64 GByte Kapazität bestückt. Nun kann zum Beispiel eingestellt werden, dass die WLAN-Kamera immer dann Bild und Ton aufnimmt, wenn sie Bewegung oder Geräusche registriert. So wird die Samsung Smartcam HD Pro zu einem echten Überwachungswerkzeug. Das Video wird dann allerdings leider nicht mit voller Auflösung gespeichert. Auch wäre es toll gewesen, wenn sie sofort auf Youtube hochgeladen werden. Dafür können die auf der microSD-Karte gespeicherten Videos in einer Kalender-Ansicht sortiert bequem von überall mit dem Endgerät abgerufen werden.

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Samsung Smartcam HD Pro (Bild: Gizmodo)

Nutzerfreundlichkeit

Egal ob über PC oder mobilem Endgerät: dem Nutzer stehen viele Optionen zur Verfügung. Allerdings gibt es Abzüge, was das Webinterface, beziehungsweise die App angeht. Mit ihrer grauen Optik wirkt sie alles andere als einladend. Auch die Menüstruktur ist verwirrend und nicht selbsterklärend. Nach ein wenig Übung findet man sich jedoch zurecht. Unangenehm fällt auch die teilweise schlampige deutsche Übersetzung auf. So etwas ist man normalerweise nicht von Samsung gewohnt (auch wenn es sich hier im Samsung Techwin handelt).

Bei einer IP-Kamera wahrscheinlich üblich, trotzdem nervig, gestalten sich die recht langen Wartezeiten beim Wechseln eines Menüs. Hier kann man auch gut und gerne mal 15 Sekunden warten bis sich die Seite / App müßigt, den nächsten Reiter zu öffnen.

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Fazit

Die Samsung Smartcam HD Pro macht so viel richtig. Sie besitzt eine ordentliche Bildqualität auch in der Nacht, sie lässt sich sehr einfach einrichten, sie ist mit etwa 130 Euro Internetpreis bezahlbar, kann mit microSD-Karte als Überwachungssystem eingesetzt werden. Dank Mikrofon und Lausprecher bietet sie sich sogar als Babyphone an.

Minuspunkte sammelt die Samsung Smartcam HD Pro bei der Bedienung. Die App und das Webinterface sehen fast schon deprimierend langweilig aus. Sie sind alles andere als selbsterklärend und ermüdend träge in der Bedienung.

Bei längerer Nutzung lernt man jedoch über die Mängel hinweg zu sehen, gerade weil die positiven Aspekte sie bei weitem überflügeln. Wie bereits oben erwähnt: Ich bin ein Neuling auf dem Gebiet der IP-Kameras. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen, dass man hier für seine 130 Euro allzu viel falsch machen kann. Deswegen bekommt die Samsung Smartcam Pro HD meine Kaufempfehlung.

Pro / Con:

plusGute Bildqualität, auch im Dunkeln

plusmicroSD-Kartenunterstützung

plusMikrofon + Lautsprecher

plusEinfache Installation

plusViele Einstellungsmöglichkeiten

minusNervige Menüoptik und –struktur

minusVerarbeitungsqualität

Specs:

Bildsensor: 1/2.8 Zoll CMOS 2.0 Megapixel
Auflösung: 1920×1080 (30fps)
Objektiv: 2.87mm
Lichtempfindlichkeit: 0 Lux (S/W)
Sichtwinkel: 65.1° (horizontal), 42.9° (vertikal)
Schwenken: -15° bis 15° (manuell)
Neigen: 0° bis 120° (manuell)
Komprimierung: H.264, MJPEG
Schnittstellen: WLAN 802.11a/b/g/n, LAN, microSDXC-Slot
Besonderheiten: Bewegungserkennung, Geräuscherkennung, Multistreaming, IR-Beleuchtung, IR-Filter, integrierter Lautsprecher, integriertes Mikrofon

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