Chrome-Erweiterung trackt Standorte von Facebook-Nutzern

(Bild: James Martin/CNET)

Wer die Facebook Messenger-App verwendet, kann dort seinen Standort an Nachrichten hängen. Der Empfänger sieht daraufhin, wo sich die Person beim Senden der Nachricht befand. Eine Erweiterung für den Chrome-Browser zeichnet diese Standorte nun auf und trägt sie in eine Karte ein, dabei kann die "verfolgte" Person ein Freund sein, oder nur ein aktiver Teilnehmer einer themenbezogenen Chatgruppe, die man nicht persönlich kennen muss.

Veröffentlicht hat die Chrome-Erweiterung Aran Khanna, ein Informatikstudent am Harvard College in Massachussetts. Er sei selbst von den metergenauen Ortsbestimmungen überrascht gewesen und hatte die Erweiterung eigentlich nur aus Spaß geschrieben, als ihm auffiel, dass die meisten Nachrichten mit einer per GPS ermittelnden Standortangabe versehen waren. Genau diese greift die Erweiterung ab, um sie in eine Karte einzutragen.

Hier verriet beispielsweise eine Häufung spät abends versandter Messages eines Kommilitonen dessen genauen Schlafplatz in einem Studentenwohnheim. Über längere Zeit hinweg ließen sich außerdem die typischen Aufenthaltsorte eines Teilnehmers an einzelnen Wochentagen ermitteln – und auch den Zielort eines unterhaltsamen Wochenendausflugs enthüllte der Dienst von Facebook.

Mit solchen und ähnlichen Erkenntnissen konfrontierte Chatpartner waren durchweg überrascht darüber, was Messenger über sie verriet. Sie waren nicht bewusst so informationsfreudig gewesen, für die freimütige Weitergabe sorgte vielmehr die standardmäßige Voreinstellung der App. Wie durch Untersuchungen längst bekannt, machen sich regelmäßig nur wenige Nutzer die Mühe, solche Vorgaben zu ändern. Zudem erschließen sich mögliche Konsequenzen einer Standortweitergabe bis hin zu Stalking nicht sofort. Eine Anleitung bei CNET.com zeigt, wie das Mitsenden des Standorts durch Facebook Messenger dauerhaft abzustellen ist.

(Bild: Aran Khanna)

Über Facebook Messenger gesammelte Standortdaten eines Nutzers (Bild: Aran Khanna).

“Mit diesem Code können Sie selbst die potenziell in die Privatsphäre eingreifende Nutzung der von Ihnen geteilten Informationen sehen und selbst entscheiden, ob Sie das beunruhigen sollte”, schreibt Aran Khanna über seine Erweiterung Marauders Map, die er als Open Source bei Github bereitstellt. Da das dabei eingesetzte Mapbox nach der breiten Resonanz den API-Key des Studenten inzwischen gesperrt hat, müssen Nutzer sich für eine funktionsfähige Erweiterung allerdings einen eigenen API-Key von diesem Service geben lassen.

Aran Khanna erwähnt gleich vorweg, dass er im Juni ein Praktikum bei Facebook antritt – allerdings in einem Team, das nichts mit dem Messenger zu tun hat. Wie er inzwischen erfuhr, soll das Social Network an der Behebung des Problems arbeiten, so dass sein Code vielleicht nicht mehr lange funktionsfähig bleibt.

Tags :Quellen:(Bild: James Martin/CNET)Via:Bernd Kling, ZDNet.de

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