Rootkit-Lücke in der Firmware älterer Macs entdeckt

(Bild: Apple)

Lassen sich Root-Kits in älteren Apple-Rechnern dank einer Lücke in der Firmware installieren? Ein Sicherheitsforscher bejaht diese Frage. Betroffen sollen Macs sein, die vor Mitte 2014 produziert wurden.

Es wäre eine ziemliche Blamage für Apple, wenn es stimmt, was Sicherheitsforscher Pedro Vilaca in seinem Blog schreibt. Er hat nach eigenen Angaben eine Zero-Day-Lücke in der Firmware von Macs entdeckt. Wie die Computerworld schreibt, sind Geräte vor Mitte 2014 betroffen. Durch den Bug kann das Unified Extensible Firmware Interface (UEFI) genutzt werden, um Rootkits auf den Rechner einzuschleusen.

Eigentlich haben Nutzer keinen Zugriff auf den UEFI-Code. Der Sicherheitsforscher will aber festgestellt haben, dass der Code entsperrt wird, sobald ein Mac aus dem Ruhezustand aufgeweckt wird. Anschließend sei es möglich, den Code zu verändern.

UEFI ist der Nachfolger des Basic Input Output System (BIOS). Ein Bestandteil von UEFI ist die Sicherheitsfunktion Secure Boot. Sie soll das Booten auf signierte Bootloader beschränken und damit verhindern, dass Schadsoftware oder andere unerwünschte Programme den Start des Betriebssystems manipulieren. Vilaca zufolge kann über die Schwachstelle aber auch ein Rootkit installiert und damit Secure Boot umgangen werden.

Von Apple liegt laut Computerworld bisher keine Stellungnahme vor. Vilaca hat den Fehler in einem MacBook Pro Retina, einem MacBook Pro 8,2 und einem MacBook Air gefunden, jeweils mit der neuesten UEFI-Firmware. Die einzige Möglichkeit, sich gegen einen Angriff auf die Lücke zu schützen, sei, einen anfälligen Mac stets vollständig herunterzufahren und den Ruhezustand nicht mehr zu benutzen.

Vilaca nimmt an, dass Apple der Fehler bekannt ist. Es sei zwar auch möglich, dass Apple das Problem “zufällig” mit der Firmware für ab Herbst 2014 erschienene Macs gelöst habe, einen solchen Fix entwickele man aber gewöhnlich nicht zufällig.

Schon im Dezember 2014 hatte der Sicherheitsforscher Trammel Hudson ein Proof of Concept gezeigt, mit dem sich Malware auf eine MacBook einschleusen lässt. Hierfür nutzte er eine seit zwei Jahren bekannte Lücke in der Firmware-Architektur der Apple-Rechner. Seine “Thunderstrike” benannte Malware schleuste er mit einer präparierten Thunderbolt-Boot-ROM ein. Dadurch wird die Schadsoftware nicht auf der Festplatte, sondern direkt in der Firmware eines Macs gespeichert.

Bei dem von Hudson gezeigten Verfahren muss ein Angreifer jedoch einen direkten Zugang zu einem Mac haben. Vilaca geht hingegen davon aus, dass sich der von ihm gefundene Fehler auch aus der Ferne ausnutzen lässt, weswegen er deutlich gefährlicher sei.

Laut Computerworld will Hudson zusammen mit Xeno Kovah und Corey Kallenberg im August auf der Sicherheitskonferenz Defcon Details zu weiteren Lücken in Apples Firmware präsentieren. Ihnen zufolge sind Macs für viele Firmware-Angriffe anfällig.

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Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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