Honor 6+ im Test: Leistungsstarker Preishammer mit Dual-Kamera

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Ein riesiges Display, satte Performance, ein starker Akku und zwei spannende Rückkameras - allein mit diesen Werten kann man beim Honor 6+ eigentlich nichts falsch machen. Damit ihr meine Begeisterung vielleicht teilen könnt, findet ihr alle Details zum Top-Smartphone der Huawei-Tochter im Testbericht.

Das Honor 6+ im Detail

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Eines der spannendsten Smartphones für 2015 stammt von Huawei, genauer von der „Premium“-Tochter Honor. Der Ableger wirbt mit bester Hardware zum verhältnismäßig kleinen Preis. Nachdem ich diese Aussage auch weitgehend schon beim Honor 6 teilen konnte, gefiel mir das neue Honor 6+ als Flaggschiff sogar noch besser. Aber genug Lobhudelei, auf in den Test.

Design

Endlich Aluminium: Nun hat Honor also mit dem 6+ auch endlich die Premium-Designlinie eingeläutet. War man bisher auf gute Hardware und günstige Preise fokussiert, kann nun auch das Material des Gehäuses (fast) vollends überzeugen. Neben einem Alu-Rahmen verfügt das Honor 6+ über ein 5,5 Zoll Display, welches mit Gorilla Glass beschichtet wurde. Einzig die Rückseite wurde leider wieder nur mit Plastik überzogen. Das bedeutet letztendlich rasch Kratzer, wie ich es auch schon beim kleineren Honor 6 feststellen musste. Um das zu vermeiden gibt es zum Honor Smartphone aber auch gleich eine kostenlose Schutzfolie mitgeliefert – man weiß wohl um den Mangel.

Ansonsten macht das Honor 6+ einen fantastisch stabilen Eindruck, trotz gerade einmal 7,5 Millimetern Dicke. Und obwohl das 5,5 Zoll Phablet ziemlich groß wirkt, es liegt überraschend gut in der Hand. Hier sorgt in erster Linie der leicht herausstehende Alu-Rahmen für Gripp. Und an dieser Stelle komme ich auch nicht umhin das Honor 6+ als iPhone 4 Abklatsch zu betiteln – wohlgemerkt als sehr großes iPhone 4. Aber sind wir ehrlich: Wer fühlt sich beim Mix aus hervorstehendem Alu-Rahmen, den runden Ecken und den design-identischen Vorder- und Rückseiten nicht ein wenig an Apples Verkaufsschlager erinnert? Ich schon, wer geteilter Meinung ist, darf sich in den Kommentaren heimisch fühlen.

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Nun aber genug Vergleiche. Gehen wir lieber noch kurz auf die verbauten Anschlüsse ein. Hier findet sich auf der Unterseite mittig der Eingang für Micro-USB. Auf der Oberseite entdeckt man den Port für Kopfhörer, eine Infrarot-Schnittstelle und das Mikrofon für Videoaufnahmen. Die Front wird von einem fast rahmenlosen wirkenden Display eingenommen. Das wirkt natürlich im ersten Moment total schick und modern, hier wurde aber etwas geschummelt – mehr dazu später. Die Rückseite wurde schlicht gehalten. Neben einem Honor Schriftzug und dem wieder ungünstig angebrachten Lautsprecher dominiert vor allem die Dual-Rückkamera mit Dual-LED-Blitz.

Betrachten wir noch kurz die Seiten des Smartphones, so finden wir auf der rechten Seite nichts. Slots für SIM und SD-Karte wurden auf der rechten Seite integriert, sowie die gut angerauten Power- und Laut-Leiser-Buttons.

Hardware und Performance

Manchmal stellt man sich wirklich die Frage wozu man sich noch einen Computer anschafft. Betrachtet man das Honor 6+, so ist diese Frage berechtigt. Denn das Smartphone rast mit einem eigens entwickelten Octa-Core Prozessor (Kirin 925) mit einer Taktrate von 1,8 Gigahertz pro Kern durch alle Anwendungen. Unterstützt werden die acht Kerne von drei Gigabyte Arbeitsspeicher, die für ordentlich Leistung sorgen.

Zudem gibt Honor seinem 6+ stolze 32 Gigabyte internen Speicher in der günstigsten Variante gleich mit dazu. Erweitert werden kann der Speicher natürlich noch per microSD. Bei so viel High-End Hardware bleibt dann meist der Akku auf der Strecke. Doch selbst bei bis zu zwei Tagen Nutzung im Dauereinsatz liegt das Honor 6+ noch irgendwo bei 10 Prozent verbleibender Akkulaufzeit. Erreicht wird das durch einen ziemlich großen (fest verbauten) Akku mit 3600 mAh. Hier beweist Honor wirklich, dass Top-Hardware und lange Akkulaufzeit gleichermaßen in einem Smartphone möglich sind.

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Wer dann doch mal mit wenigen Prozent Akku zu kämpfen hat, der kann die mittlerweile für Honor üblichen Akku-Spar-Modi nutzen. So kann die Auflösung des Displays beispielsweise manuell von Full HD auf HD reduziert werden. Reicht das noch immer nicht, Ultra-Mode, der die Akkulaufzeit im Durchschnitt verdoppelt. Dann sind dem Nutzer zwar nur noch Telefonie und SMS erlaubt, aber wen stört das schon im Notfall.

Etwas weniger Lob verdient da Honors Android-Politik. Denn das neue Flaggschiff 6+ kommt noch immer in der alten Android 4.4 Version auf den Markt. Das darf gerne noch geupdatet werden. Dafür kommt beim Honor 6+ dann immerhin aber schon die hauseigene EMUI-Oberfläche in der aktuellen Version 3.0 mit dem Smartphone.

benchmark

Kommen wir zur Performance, dann merkt man, dass die reine Hardware nicht zu viel versprochen hat. Bei Antutu gibt es für das Honor 6+ 44576 Punkte und Ranglistenplatz vier unter den aktuellen Androiden. Überdurchschnittlich gut schneidet dabei die Game-Performance im Vergleich ab. Hier kann man sich bei 5,5 Zoll Display wohl auch wirklich gut am Smartphone mit Spielen vergnügen. Weniger gut schnitt das 6+ laut Antutu bei der Akkulaufzeit ab. Das steht natürlich im Gegensatz zu meiner bisherigen Erfahrung mit dem Smartphone und hier können wohl auch nur Erfahrungen auf lange Zeit Gewissheit bringen.

Rundum kann man aber bei der reinen Betrachtung der Hardware des Honor 6+ nichts falsch machen. Das Smartphone gestaltet sich wirklich als absolut flottes Flaggschiff, wird nie heiß und kann in meinen Augen mit einem hervorragendem Akku punkten.

Display

Auf 5,5 Zoll Displaygröße bekommt man hier ein richtig scharfes Bild. Mit einer Auflösung von 1080 mal 1920 Pixel gestalten sich Bilder, Games und Videos als echter Augenschmaus. Die Blickwinkel des Honor 6+ sind zudem so stabil, dass es regelrecht eine Freude bereitet das Display des Smartphones aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Und sowohl maximale Helligkeit, als auch Dunkelheit des Displays ermöglichen das Lesen bei jeder Tages- und Nachtzeit. Übrigens wirkt das Display auch leicht entspiegelt, sodass sich das Honor 6+ sogar gut bei Sonneneinfall nutzen lässt. Zudem kommt beim Honor 6+ kratzfestes Gorilla Glass 3 zum Schutz des Bildschirms zum Einsatz.

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Eingangs hatte beim Display allerdings eine kleinere Schummelei erwähnt. Die findet sich, wenn man die Vorderseite des Smartphones grundsätzlich betrachtet. Fällt etwas auf? Genau, die Displayränder wirken minimal. Schon fast so minimal, als ob es fast keine Ränder links und rechts mehr gebe. Tatsächlich hat Honor das Display des 6+ einfach nur geschickt verbaut.

Denn die Displayränder sind zwar schmal, aber deutlich breiter, als man vielleicht auf den ersten Blick glauben mag. Hier wurde einfach ein schwarzer Rahmen zusätzlich um das Display verlegt, sodass der Betrachter (gerade bei der weißen Version) zuerst nicht realisiert, wie groß das Display eigentlich ist. Es wirkt stattdessen größer. Sobald man das Smartphone dann aber einschaltet, bemerkt man an den Rändern deutlich einen zusätzlichen Rahmen, der nicht zum Display gehört. Der Größe von 5,5 Zoll zu Schaden, sodass man hier auch von keinem Mangel reden kann – einfach geschickt getrickst, Honor.

Kamera

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Größtes Lob und etwas Kritik muss sich das Honor 6+ in Bezug auf sein Hauptfeature, die Rückkamera, gefallen lassen. Deshalb: Zuerst die Kritik. Beim Honor 6+ kommen rückseitig gleich zwei Kameras zum Einsatz. Beide lösen mit acht Megapixel auf und basteln, das ist die Besonderheit, ein 13 Megapixel Bild zusammen. Hierdurch sollen, trotz kleinem Objektiv und sonstiger Smartphonekamera-Schwächen hervorragende Bilder erzielt werden, die sich mit denen einer echten Kamera vergleichen lassen.

Tatsächlich wirken gerade klassische Aufnahmen von Landschaften aber manchmal etwas unscharf oder verwaschen. Ich tippe hier auf den erhöhten Zeitaufwand, den das Honor 6+ beim Auslösen von zwei Kameras benötigt. Folgende Beispielbilder wurden ohne Filter und Bearbeitung mit dem Honor 6+ geschossen.

Bei mittelmäßgen Lichtverhältnissen schneidet die Kamera des Honor 6+ auch mittelmäßig ab. Hier können bei klassischen Landschaftsaufnahmen Kameras anderer Smartphones bessere Ergebnisse erzielen.

Bei mittelmäßgen Lichtverhältnissen schneidet die Kamera des Honor 6+ auch mittelmäßig ab. Hier können bei klassischen Landschaftsaufnahmen Kameras anderer Smartphones bessere Ergebnisse erzielen.

Bei einheitlicher Belichtung und ähnlichen Farben hat die Kamera manchmal mit dem Kontrast zu kämpfen.

Bei einheitlicher Belichtung und ähnlichen Farben hat die Kamera manchmal mit dem Kontrast zu kämpfen.

Kontrastreiche Landschaften, wie etwa diese Wiese bei Dämmerung, liegen dem Honor 6+ mehr.

Kontrastreiche Landschaften, wie etwa diese Wiese bei Dämmerung, liegen dem Honor 6+ mehr.

Kommen wir zum „Super-Nacht“ Modus erntet die Kamera des Honor 6+ weitestgehend Lob. Doch im Detail offenbaren sich bei den Bildern mit langer Belichtungszeit (bis zu 25 Sekunden) dann doch ein paar Kritikpunkte. So zeigen Details von Nachtaufnahmen oft Bildrauschen und wirken beim Zoomen unscharf. Für druckfähige Fotos reicht das wohl nicht ganz. Hier können Kameras anderer Smartphones, etwas das LG G4 (Testbericht folgt), schon wesentlich bessere Ergebnisse erzielen.

Natürliche Farben, hübscher Eindruck. Doch für druckfähige Fotos reicht der Super-Nacht Modus leider nicht ganz aus.

Natürliche Farben, hübscher Eindruck. Doch für druckfähige Fotos reicht der Super-Nacht Modus leider nicht ganz aus.

Eindeutiger Spitzenreiter ist die Dual-Rückkamera des Honor 6+ dagegen bei Nahaufnahmen. Diese wirken meist so scharf, farbenfroh und kontrastreich, dass sich Vergleiche zu DSLRs fast erlauben.

Hervorragend natürliche Farben und echte Detailschärfe - hier liegen die Stärken der Dual-Rückkamera.

Hervorragend natürliche Farben und echte Detailschärfe – hier liegen die Stärken der Dual-Rückkamera.

Selbst bei Aufnahmen mit vielen Details und schwierigen Mustern gelingen dem Honor 6+  ausnahmslos perfekte Bilder.

Selbst bei Aufnahmen mit vielen Details und schwierigen Mustern gelingen dem Honor 6+ ausnahmslos perfekte Bilder.

Der Frontkamera des Honor 6+ wurde ebenfalls ein Modul mit 8 Megapixel spendiert. Hier muss man nicht lange um den heißen Brei reden, die Aufnahmen eignen sich einfach für rundum scharfe Selfies. Selbst eine Panorama-Modus hat Honor seiner Frontkamera spendiert, sodass sich problemlos ganze Gruppen aus der Selfie-Perspektive ablichten lassen.

Scharf, schärfer, hochauflösendes Panorama-Selfie. Ein echter Augenschmaus für Selbstverliebte, inklusive Verschönerungs-Modus gegen Hautunreinheiten.

Scharf, schärfer, hochauflösendes Panorama-Selfie. Ein echter Augenschmaus für Selbstverliebte, inklusive Verschönerungs-Modus gegen Hautunreinheiten.

Nach so vielen Beispielbildern muss natürlich auch ein Zwischenfazit gezogen werden. Denn die Kamera des Honor 6+ darf bei den Smartphones wirklich als Herausstellungsmerkmal bezeichnet werden. Landschaftsaufnahmen sind zwar nicht so einfach mit der Dual-Kamera zu knipsen, gelingen mit etwas Übung aber irgendwann genauso einfach wie mit einer herkömmlichen Single-Kamera. Lediglich die Aufnahmedauer kann manchmal etwas stören, gerade wenn man schnell eine Momentaufnahme ablichten möchte.

Hier empfiehlt sich dann doch der Schnappschuss, der mit Doppelklick auf die Leiser-Taste am Smartphone ausgelöst wird. Dabei wird nur eine Kamera aktiviert, die binnen einer Sekunde den Moment ablichtet.

Doch vor allem bei Nahaufnahmen bis in den Makrobereich steht das Honor 6+ in der ersten Reihe der Smartphones mit herausragender Kamera. Solche scharfen Details bekommen die meisten Konkurrenzprodukte wohl selten hin.

Und auch der Super-Nacht Modus hat in vielen Situationen seine Vorzüge. Zwar erzielt dieser nicht die besten Bildergebnisse, kann aber gerade bei dunklen Lichtverhältnissen immerhin noch wesentlich mehr herausholen, als das herkömmliche Foto.

Fazit

Beim Honor 6+ kann man so gut wie keine Kritik üben. Die hervorragende Verarbeitung, der Rahmen aus Aluminium und das schlanke und leichte Design lassen das Honor 6+ als echtes Flaggschiff erstrahlen.

Wendet man sich zur Hardware setzt sich dieser Eindruck fort. Acht Kerne und drei Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen für eine astreine Performance, die das Honor 6+ bei Antutu einen Platz Vier unter allen Top-Androiden bescheren. Der üppige Akku mit 3600 mAh sorgt zudem für ausreichend Saft um durch zwei Tage zu kommen.

Und auch das große 5,5 Zoll Display kann mit seiner Blickwinkelstabilität und Full HD Auflösung in jeder Hinsicht überzeugen. Kratzfestes Gorilla Glass 3 und, trotz etwas Schummelei, schmale Displayränder runden das Ganze ab.

Die Rückkamera des Honor 6+ darf als absolutes Highlight bei diesem Smartphone und eigentlich auch im Vergleich zu vielen anderen Smartphones der Konkurrenz bezeichnet werden. Hierzu gehe ich nicht nochmals ins Detail, die Vorzüge habe ich ausführlich im letzten Abschnitt erwähnt.

Minimale Abzüge gibt es beim Honor 6+ dafür bei der nicht kratzfesten Rückseite, dem ungünstig angebrachten Lautsprecher (siehe Video) und bei den Landschaftsaufnahmen der Kamera. In punkto Rückseite stört der Einsatz von Plastik. Dieses zerkratzt merklich schon nach wenigen Wochen und das stört. Eine mitgelieferte Schutzfolie kann das verhindern, ist jedoch keine optimale Lösung. Der Lautsprecher auf der Rückseite liefert leider nur durchschnittlichen Sound und verstummt bei der Ablage auf flache Oberflächen fast vollständig.

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Ranking

Im Ranking erhält das Honor 6+ daher 4,5 von 5 Sternen. Eigentlich hätte ich dem Smartphone gerne auch volle 5 Sterne gegeben, Abstriche beim Backcover, dem Lautsprecher und der Kamera lassen das aber nicht ganz zu.

Für einen Kampfpreis von gerade einmal 399 Euro kann ich allerdings jedem Kaufinteressierten das Honor 6+ wärmstens empfehlen. Das Gesamtpaket passt und ist in vielen Bereichen überdurchschnittlich anzusiedeln.

plus Ansprechendes, schlankes Design und hervorragendes Handling

plus Hervorragende Hardware

plus Langlebiger Akku

plus Scharfes und blickwinkelstabiles Display

plus Günstiger Kampfpreis

plus Fantastische Dual-Rückkamera für Nahaufnahmen

minus Gute Frontkamera mit Panorama-Modus

minus Gorilla Glass 3

minus Kratzeranfälliges Backcover

minus Ungünstig positionierter Lautsprecher

minus Teilweise schwieriges Handling der Kamera bei Standard-Aufnahmen

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  1. Alles schön und gut, nur wo der essentiell wichtige Kommentar zu LTE. Keiner testet ausführlich, ob das 6+ nun 800Mhz LTE hat oder nicht. Gibt es also eine extra Hardwareversion für Europa mit 800Mhz LTE? Wenn nicht absolut nutzlos im gehobenen Mittelklasse-Preissegment. Viele Kunden, die in dieser Preisklasse Handys kaufen, können sich auch nen LTE-Vertrag leisten, der dann nicht mit jedem Netz sein darf.

    1. Hallo Filipp,

      Entschuldige die verspätete Antwort, ich habe deinen Kommentar nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Das Honor 6+ unterstützt keine Signale auf der 800MHz Frequenz, also kein LTE Band 20.

      Beste Grüße

      Lenz

  2. „Selbst bei Aufnahmen mit vielen Details und schwierigen Mustern gelingen dem Honor 6+ ausnahmslos perfekte Bilder.“

    Ähhm, seit wann spielen „schwierige Muster“ bei einem Kamera Beurteilung mit?

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