Apple Music wird heute auf der WWDC vorgestellt

(Bild: Apple)

Heute Abend ist es soweit. Apple hält seine jährliche Entwicklerkonferenz WWDC ab, auf der es wie üblich zahlreiche Neuheiten vorstellen wird. Doug Moris, der CEO von Sony Music, hat nun die Katze - zumindest schon zum Teil - vorab aus dem Sack gelassen. Er bestätigte bereits gestern in einem Interview, dass Apple heute seinen neuen Musik-Streamingdienst auf Basis von Beats Music ankündigen wird.

Im Grunde hat man es zwar eh schon erwartet, erfreut wird Apple darüber aber wohl trotzdem nicht gewesen sein. Dass Apple seinen Musikdienst heute vorstellt, hat Moris laut einem Bericht von Venture Beat auf der Musikmesse Midem in Cannes verraten. “Es passiert morgen”, soll er in einem Gespräch, bei dem es eigentlich um seine Karriere in der Musikindustrie ging, erzählt haben.

Womöglich war der Sony-CEO so euphorisch, dass er es nicht länger zurückhalten konnte oder er hat sich aus Versehen verplappert. Denn Details zu dem Dienst hat er dann nicht preisgegeben. Jedoch hat Moris noch seine großen Erwartungen an Apples neuen Musikstreaming-Dienst kundgetan. Dieser wird nicht nur ein weiteres Angebot neben Spotify, Google Play Music oder Napster sein, prophezeit er. Apples Einsteigen in das Streaming-Geschäft sei vielmehr ein “Wendepunkt” für den gesamten Music-Streaming-Markt, der das Wachstum der Branche beschleunigen wird. Dies dürfte wohl auch daran liegen, dass Apple kein kostenloses beziehungsweise werbefinanziertes Angebot im Programm hat, sondern Nutzer stets 9,99 Dollar pro Monat zahlen müssen.

“Was bringt Apple dafür mit?”, zitiert Venture Beat Morris. “Gut, sie haben 178 Milliarden Dollar auf dem Konto. Und sie haben in iTunes 800 Millionen Kreditkarten. Spotify hat niemals richtige Werbung gemacht, weil es nie wirklich profitabel war. Ich vermute, dass Apple wie verrückt die Werbetrommel rühren wird und ich glaube, dass wird einen Halo-Effekt auf die Streaming-Branche haben.”

Die Verhandlungen mit den drei großen Musiklabels Sony Music, Warner Music Group und Universal Music Group sollen laut einem Bericht von Recode aber zumindest am Freitag noch nicht abgeschlossen gewesen sein. Branchenvertreter zufolge werde Apple den Dienst aber selbst dann heute auf der WWDC ankündigen, wenn es noch keine unterschriebenen Verträge in der Hand halte.

Wie Financial Times erfahren haben will wird Apple seinen neuen Dienst “Apple Music” nennen. Die Marke iTunes soll nicht verwendet werden. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, soll Apple Personalisierungsfunktionen integriert haben. Nutzer sollen bereits bei der ersten Verwendung des Dienstes ihre bevorzugten Musikrichtungen angeben können.

Mark Mulligan, Analyst bei MIDia Research, sagte der Financial Times, Apple wolle mithilfe seines Musikdiensts vorrangig Hardware verkaufen. “Sie müssen mit Streaming kein Geld verdienen.” Apple könne zudem deutlich mehr Geld für die Musiklizenzen ausgeben als Spotify, ohne seine Reserven zu belasten.

Bloomberg berichtet in dem Zusammenhang, dass die Musikindustrie tatsächlich einen höheren Umsatzanteil einfordert als bei Apples Konkurrenten. Die Verhandlungen dauerten zwar noch an, statt 55 Prozent wie bei Spotify verlangten die Labels rund 60 Prozent der Abonnementgebühren. Dazu kommen üblicherweise noch 15 Prozent für die Musikverlage, sodass Apple nur noch 25 Prozent bleiben würden.

Apples Entwicklerkonferenz WWDC beginnt heute Abend mit der Eröffnungskeynote. Das Unternehmen aus Cupertino übertragt sie ab 19 Uhr deutscher Zeit. Wie im Vorjahr gilt die Einschränkung, dass die Keynote nur auf Apple-Geräte live gestreamt wird. Voraussetzungen sind ein aktueller Safari-Browser und mindestens OS X 10.8.5 oder iOS 6, bei Apple TV ein Gerät der zweiten oder dritten Generation. Neben Apple Music wird auch die Vorstellung von iOS 9 erwartet. Ein neues Apple-TV soll es dagegen nicht geben.

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Tags :Quellen:Venture BeatVia:Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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