Nach Hackangriff: Netz des Bundestages angeblich hoffnungslos verloren

Bild: Bundestag

Der Bundestag ist am 8. Mai Hackern zum Opfer gefallen, was bereits Ende Mai an die Öffentlichtkeit gebracht wurde. Damals wurden mindestens fünf Abgeordneten-PCs kompromitiert. Die angewandten Methoden ließen vermuten, dass ein ausländischer Geheimdienst am Werk war. Die Folgen des Hackangriffs hat der Bundestag aber offenbar etwas heruntergespielt. Denn einer Untersuchung des BSI zufolge gibt es für das Netz des Bundestags wohl keine Hoffnung mehr. Es müsste neu aufgesetzt werden, um künftige Zugriffe der Hacker komplett ausschließen zu können.

Herausgefunden haben dies Berichten zufolge der NDR, die Süddeutsche Zeitung und der WDR. Eine offizielle Stellungnahme des Bundestages gibt es dazu nicht, da der BSI-Bericht als geheim eingestuft ist.

Die Hacker sollen es geschafft haben, sich über die kompromittierten Rechner der Abgeordneten Admin-Rechte zu verschaffen. Dadurch konnten sie den Verzeichnisdienst übernehmen, der die rund 20.000 PCs im Parlament verwaltet. Dies ermöglicht ihnen beliebigen Zugriff auf die Systeme des Bundestages sowie die Zugangsdaten von den Abgeordneten und Bundestagsmitarbeitern. Ausgenommen seien lediglich die Dokumente des NSA-Untersuchungsausschuss, ein System, in dem als geheim eingestufte Dokumente des Bundestages verwahrt werden, sowie die Rechner der Personalverwaltung. Diese drei verwendeten “besonders gesicherte Netzwerke”.

Eine Neuinstallation des Bundestag-Netzes und der Rechner bringt allerdings eigene Probleme mit sich. Wie NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung zu bedenken geben, handelt es sich nicht nur um ein komplexes Konstrukt, sondern der Neuinstallation müsste auch eine Ausschreibung vorangehen – was den gesamten Prozess noch einmal verzögern würde.

Eine Erneuerung scheint auch aus anderen Gründen ratsam: Im Dezember war bekannt geworden, dass im Bundestag und in der Bundestagsverwaltung noch etwa 7300 Rechner mit Windows XP laufen. Microsoft erhielt für verlängerten Support rund 120.000 Euro. Allerdings sollte die Umstellung auf ein jüngeres Betriebssystem im Januar abgeschlossen werden. Ob der Plan fristgerecht umgesetzt wurde, ist nicht bekannt.

Tags :Quellen:NDRVia:Florian Kalenda, ZDNet.de
  1. Am liebsten würde ich lediglich ein #OMG hinterlassen…
    Mit solchen Angriffen fängt es wohl an. Hoffentlich ist als nächstes nit das europäische Stromnetz an der Reihe.

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