Wie Beats vorgaukelt ein Premiumprodukt herzustellen

Beats Studio   beats EU

Findige Designer von Beats by Dre wenden clevere Tricks an, um den Kunden den Eindruck zu vermitteln, die Plastik-Kopfhörer des Unternehmens wären langlebige Produkte, die ihren Premiumpreis rechtfertigen. Dass dem nicht so ist, ist bekanntlich ein offenes Geheimnis. Was steckt tatsächlich beziehungsweise nicht hinter der Kunststoffverschalung?

Neben, gelinde ausgedrückt, mäßigem Sound wurden die Plastik-Brüllbügel gar nicht dafür konzipiert, lange Freude zu bereiten. Und trotzdem verkaufen sich Dr. Dres Kopfhörer zu Millionen. Im Grunde das perfekte Geschäft: Verkaufe einen Haufen Kunststoff für ein kleines Vermögen. Wie schafft das Unternehmen es zu diesem Erfolg? Zum einen liegt es am Marketing und eben, naja, Dr. Dre. Doch dahinter steckt noch mehr – ode je nachdem wie man es betrachtet – weniger.

Das auf Hardware spezialisierte Beteiligungskapitalunternehmen Bolt hat ein Paar der populären Beats Solo-Kopfhörer (via PopMech) bis ins Detail zerlegt und kann diese Frage fundierter beantworten. Der Teardown bewies, dass die Kopfhörer unerhört minderwertig produziert werden. Das Unternehmen spart an allen Ecken und Enden, indem es Teile zusammenklebt, statt Schrauben zu verwenden und die Menge notwendiger Werkzeuge so gering wie möglich hält. Zusätzlich werden entgegen aller Behauptungen Beats‘ über präzises Sounddesign Treiber „von der Stange“ verwendet.

Nichts davon überrascht wirklich, denn Beats-Kopfhörer haben noch nie mit herausragendem Klang oder Stabilität geglänzt. Dass allerdings tatsächlich zusätzliches Gewicht verbaut wird, um die Geräte höherwertiger wirken zu lassen, klingt wie ein alter Trick aus der Antifaltencreme-Branche. Ein Auszug aus dem Medium-Beitrag:

„Eine der tollen Eigenschaften der Solo-Kopfhörer ist, wie wuchtig sie sich anfühlen. Ein gewisses Maß an Gewicht lässt ein Produkt stabiler, langlebiger und wertiger erscheinen. Ein Weg, diesen Effekt auf billige Art zu erzielen ist, einige Komponenten aus Metall zu verwenden, um das Gewicht zu erhöhen. 30 Prozent dieses Kopfhörers kommen von kleinen Metallteilen, die verbaut wurden, nur um diesem einen Zweck zu dienen: Mehr Gewicht hinzuzufügen.“

Hier die entsprechende Veranschaulichung:

(Bild: Bolt)

Auf der linken Seite sind alle sachdienlichen Teile aufgeführt. Rechts vier Teile aus Metall, die speziell dazu konzipiert wurden, das Produkt schwerer zu machen. Bild von Bolt.

Offensichtlich sind die Produktdesigner hinter Beats mehr damit beschäftigt, ihrem Produkt mehr Ästhetik zu vermitteln als hinter der Kunststoffhülle tatsächlich steckt. In diesem Fall wirkt der Kniff angesichts der Preise beinahe täuschend. Wenn es nicht so traurig wäre, hätte der Umstand, dass Beats sich in der Situation sieht, seine Kopfhörer künstlich aufpeppen zu müssen, fast etwas Belustigendes.

Tags :Quellen:MediumVia:Gizmodo.com
    1. Ein Gegenbeispiel der Konkurrenz fehlt sicherlich. Beats hat halt ein gutes Marketing.
      Und auch die Konkurrenz wird – mit sicherlich ein paar Ausnahmen – ähnlich „schwache“ Produkte produzieren.
      Am Ende sind es die Käufer, die einfach dem Trend folgen. Die „Schlauen“ testen und probieren aus. Ich bin mit einer günstigen Kopie der Beatskopfhörer zufrieden, die meiner Meinung nach einen mindestens genauso guten Sound liefern.
      Wenn ich dann am Sound noch etwas verbessern/ändern möchte regel ich das eh (bei Spotify bspw.) über den Equalizer und passe mir den Sound an.

      Über die Qualität meiner „günstigen“ Kopfhörer kann ich zwar nichts sagen, aber ich hatte jetzt auch nicht vor die Teile auseinander zunehmen ;)

  1. Guten morgen! Es heißt Kapitalismus, kommt aus der USA und ist/wird (logische Weise) immer skrupelloser…

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    1. Kapitalismus kommt also aus den USA? Ja woher haben sie solche flachen „Wahrheiten“? Ich wage zu behaupten das schon die alten Römer ganz ausgebuffte Kapitalisten waren. Sie machen hier nur billig Stimmung gegen ein Land.

      1. Hat kein Sinn dein Kommentar zu kommentieren, nur, Ich lebe JETZT und nicht gestern… Momentan sieht es danach aus das man 20 fache ausgibt um ein fake statussymbol leben zu können. Also, man zahlt 20x des Wertes und macht sich noch zum Idioten damit rumzuprahlen…. Wenn du das für eine gesunde menschliche Entwicklung/weg siehst, dann bis du bereits „verloren“ und Menschlichkeit kann auf dich nicht mehr zahlen. Um dir 20 fach teures verkaufen zu können muss man dich entweder „Verarschen“ oder aber du bist bereits so „verdummt“ das man dir nur sagen muss „hey das ist cool, kaufe…“ Und das letzte macht HEUTIGE Kapitalismus gezielt, er verdummt die Menschen um dem mehr verkaufen zu können als die brauchen….und es wird immer skrupelloser, er verkauft dir Sachen für 20x des wertes…

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  2. habe meine Beats ..250 Euro, einem Freund aufgesetzt, OHNE dass er sie vorher gesehen hat. Er selber Beirut die AKG für 100 Euro .
    Er war begeistert, die Beats befand er als besser, und sind sie auch. Okey 250 Euro vs 100 Euro hinkt, aber so schlecht wie immer behauptet können sie nicht sein.
    Hört lieber Musik, als blöde Tests zu lesen. .VG

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    1. Im Zweifelsfall wird immer der Kopfhörer gewinnen der einfach mehr Bass macht oder lauter klingt. Mache einen Blindtest, mit zweimal denselben Boxen, nur das ein paar Boxen ein Dezibel lauter eingestellt ist und es wird automatisch das lautere Paar als besser klingend empfunden. Jetzt rate mal welche Kopfhörer sehr Basslastig und wuchtig klingen. Die Beats oder die AKG.
      Doch auf lange Sicht glaube ich werden die meisten dann doch lieber ausgewogene Kopfhörer oder Lautsprecher haben wollen.

  3. Habe die Sounds big City premium mit Bluetooth FÜR nicht mal 40 Euro gekauft…aufgrund Rezensionen…passt das haut einem die Ohren weg…und bluetooth is an board was braucht man mehr?

  4. Jaja, und Bose und Teufel sind auch dreck! Man merkt das Sommer ist. Ich habe meine Beats Studio seit der Zeit vor dem Hype (also seit 3 oder 4 Jahren) und ratet mal was.. Die funktionieren immer noch! Da seid Ihr jetzt bestimmt überrascht weil das ja bei sonem billig Schrott eigentlich nicht sein dürfte.. (Skandal!!) Ich hab mir die Dinger damals gekauft weil die im Alltag auf der Straße einfach mal nen satten Sound für elektronische Musik und HipHop liefern. Das ist bis heute so und ich würde jederzeit wieder 300 Euro dafür ausgeben.

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