Apple will Xara-Lücken in iOS und OS X stopfen

(Bild: Shutterstock)

Die unter dem Namen XARA zusammengefassten, ziemlich üblen Sicherheitslücken in iOS und OS X will Apple nun doch schließen, nachdem Sicherheitsforscher das Unternehmen vor über einem halben Jahr darauf aufmerksam machten. Das bestätigte Apple dem Blog iMore.

iMore hat von Apple die Bestätigung erhalten, dass sich das Unternehmen um die Sicherheitslücken Xara kümmern wird, die für iOS und OS X gleichermaßen gelten. Die Sicherheitsproblematik ist leicht erklärt: Apps müssen miteinander kommunizieren, um Daten auszutauschen, doch die Sicherheitslücke erlaubt es, fremden Apps auch Geheimnisse zu entlocken, die sie eigentlich für sich behalten müssen. Böse App-Entwickler könnten so ganz einfach zum Beispiel alle eure Passwörter aus Programmen wie 1Passwort oder dem Schlüsselbund von iOS / OS X rauben.

“Anfang der Woche haben wir ein serverseitiges App-Sicherheitsupdate implementiert, das App-Daten sichert und Apps mit fehlerhaften Sandbox-Konfigurationen im Mac App Store blockiert”, sagte ein Apple-Sprecher. “Weitere Fixes sind in Vorbereitung und wir arbeiten mit den Forschern zusammen, um ihren Bericht zu überprüfen.”

Ein Team aus sechs Forschern der Indiana University, Peking University und des Georgia Institute of Technology hatten im vergangenen Jahr mehrere Sicherheitslücken in OS X und iOS entdeckt und im Oktober 2014 an Apple gemeldet. Ihre Erkenntnisse machten sie Ende vergangener Woche öffentlich. Demnach ist es ihnen gelungen, dass bisher als sicher eingestufte Genehmigungsverfahren für Apples App Store zu umgehen. Andere Anfälligkeiten erlauben es gefährlichen Apps, unautorisiert auf sensible Daten anderen Apps wie Passwörter und Tokens für iCloud zuzugreifen.

Den Forschern zufolge betrifft Xara auch zahlreiche Apps. Von 1612 untersuchten OS-X-Anwendungen und 200 iOS-Apps waren 83,6 Prozent “vollständig angreifbar”. Darunter ist auch der Passwortmanager 1Password. Jeffrey Goldberg, CEO von Agile Bits und Herausgeber von 1Password, wies darauf hin, dass sein Unternehmen in Zusammenarbeit mit den Forschern bisher keine Möglichkeit gefunden habe, diese Art von Angriffen abzuwehren. “Weder wir noch Luyi Xing und sein Team waren in der Lage, eine vollständig zuverlässige Lösung für dieses Problem zu finden”, schreibt er in einem Blogeintrag.

iMore weist zudem darauf hin, dass die Xara-Lücken in erster Linie OS X betreffen. “Die Auswirkungen auf iOS scheinen sehr beschränkt zu sein”, schreibt der Blog. Das sogenannte URL-Scheme-Hijacking sei ein generelles Problem und beziehe sich nicht allein auf iOS. Zudem enthalte das Papier nur Beispiele dafür, dass die HTML-5-Komponente WebSocket unter OS X angreifbar sei, obwohl WebSocket-Fehler grundsätzlich auch iOS sowie andere Plattformen wie Windows beträfen.

Derzeit arbeitet Apple an iOS 8.4 und OS X 10.10.4. Wann die Updates zur Verfügung stehen und ob sie die angesprochenen Patches enthalten werden, ist unklar.

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Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNEt.de

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