Hacker greifen polnische Fluglinie massiv an

(Bild: Shutterstock)

Die polnische Fluglinie LOT ist am Sonntag Opfer eines Hackerangriffs geworden. Dabei griffen Unbekannte das System des Warschauer Flughafens Chopin an, mit dem Flugpläne erstellt werden. Menschen waren zu keiner Zeit in Gefahr, es kam aber zu stundenlangen Verspätungen und Flugausfällen.

Rund 1.400 Personen auf dem polnischen Flughafen Chopin konnten am Sonntagnachmittag ihre Flugreisen nicht fortsetzen, weil Hacker ein System zur Flugplan-Organisation angegriffen hatten.

Die Systemadministatoren benötigten fünf Stunden, bis alles wieder so lief wie gewünscht. 10 Flüge wurden abgesagt, ein Dutzend weitere hoben verspätet ab.

Auf anderen Flughäfen gab es keine Probleme, wie ein Sprecher der Associated Press sagte. Auch seien nie Passagiere in irgendeiner Weise in Gefahr gewesen. Der Vorfall wird noch untersucht. „Wir verwenden Computersysteme nach dem Stand der Technik, die Bedrohung könnte also auch für andere in der Branche existieren.“

Sicherheitsberater Ruben Santamarta von IOActive hat trotz schlechter Faktenlage gegenüber ZDNet.com eine Einschätzung des Falles abgegeben: „Zunächst scheint man nicht mehr in der Lage gewesen zu sein, Flugpläne zu generieren, was darauf hindeuten könnte, dass wichtige Knoten im Back-Office betroffen waren. Zugleich lässt uns die Unmöglichkeit, Daten einschließlich der Flugpläne im Standardverfahren auf Flugzeuge zu überspielen, an einen anderen Angriffsvektor denken, möglicherweise gegen Bodenkommunikationsgeräte.“

Santamarta fährt fort: „Auf dem Boden gibt es eine Reihe kritischer Systeme, die kritische Services für Fluglinien und Flugzeuge leisten, was Betrieb, Wartung, Sicherheit und Logistik angeht. Der erste Teil eines Angriffs auf ein Flugzeug könnte also am Boden beginnen. Um aber die Folgen und Ziele dieses Angriffs voll beurteilen zu können, benötigen wir weitere Informationen.“

Gegen Flugzeuge gerichtete Bedrohungen werden wegen der möglichen Folgen sehr ernst genommen, wie der Fall von Chris Roberts zeigt, der mehrfach von Flügen ausgeschlossen wurde, weil er über Twitter behauptet hatte, die Bordelektronik hacken zu können. Angeblich klinkte er sich über die Unterhaltungselektronik unter dem Sitz ins Bordnetz ein und erhielt Zugriff auf Sicherheits- sowie Steuerungssysteme. Boeing als einer der betroffenen Flugzeughersteller hält Roberts‘ Darstellung für unglaubwürdig, da diese System streng getrennt seien.

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Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Florian Kalenda, ZDnet.de

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