Google will Apple Music in letzter Sekunde mit kostenlosem Radiosender kontern

(Bild: Google) streaming

Apple Music steht vor der Tür - Ende Juni geht es los. Und Erzfeind Google will natürlich nicht ins Abseits geraten und hat in Windeseile noch einen Radiosender entwickelt, der kostenlos, dafür aber werbefinanziert ist.

Googles Streamingdienst Play Music erhält einen kostenlosen Radiosender, der durch Werbung finanziert wird. Die Wiedergabelisten werden von Google zusammen gestellt und stehen nun auch dem Publikum zur Verfügung, die nicht zahlen wollen. Nach einem Bericht der Website The Verge basiert das System auf der Technik des Start-ups Songza, das Google letztes Jahr übernahm.

Wer ein iOS-Gerät besitzt, kann das Radioprogramm aber nicht empfangen. Zudem steht es nur in den USA zur Verfügung, während Apples Streamingangebot in fast allen Ländern der Erde verfügbar ist – dafür aber werbefrei ist und 10 US-Dollar / Euro im Monat kostet. Die ersten drei Monate sind kostenfrei.

The Verge vermutet, dass Google sein Gratisangebot auf kuratierte Radiosender beschränkt, um der Kritik von Musikern und Komponisten zu entgehen, die über zu geringe Einnahmen aus Spotifys werbefinanziertem On-Demand-Angebot klagen. Zudem stelle Google für seine Radiosender dieselbe Auswahl an Songs zur Verfügung wie für kostenpflichtige Abonnements.

Das Nutzer der Radiosender von Google Play Music nicht selber auswählen können, welche Musik sie hören, sieht Elias Roman, Produktmanager von Google Play Music, nicht als Nachteil an. Die meisten Verbraucher seien auf ein möglichst einfaches Nutzererlebnis aus. „Sie wollen, dass es kontextabhängig relevant ist, aber sie wollen nicht an vielen Knöpfen drehen“, zitiert ihn The Verge.

Bei der Zusammenstellung des Programms gebe Google – genauso wie Apple – Menschen den Vorzug vor Algorithmen, heißt es weiter in dem Bericht. Sobald ein Nutzer eine Wiedergabeliste nach Kriterien wie Stimmung, Genre, Jahrzehnt oder Aktivität auswähle, stehe ein Mensch dahinter. Lediglich für auf bestimmten Künstlern oder Songs basierende Liste setze Google auf Algorithmen.

The Verge weist auch auf verschiedene Einschränkungen für die kostenlosen Radiosender hin. Nutzer könnten beispielsweise nur sechsmal pro Stunde einen Song überspringen. Die Wiedergabe lasse sich anhalten, aber nicht vor- oder zurückspulen. Google biete zudem keine Vorschau auf die nächsten Songs. Abonnenten können hingegen ihre Wiedergabelisten individuell zusammenstellen, umbenennen und sogar für die Offline-Wiedergabe speichern.

Qualitativ müssen Google-Nutzer jedoch keinen Kompromiss eingehen. Solange es die Datenverbindung erlaubt, überträgt Google Musik mit 320 KBit pro Sekunde. Apple Music begrenzt die Streaming-Bitrate hingegen auf 256 KBit pro Sekunde. Vermutlich wird Apple für das Streaming allerdings seinen eigenen Codec AAC einsetzen, der auch bei niedrigen Datenrate eine gute Qualität bietet.

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Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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