Asus Transformer Book T300 Chi: Convertible-Flunder im Test

(Bild: übergizmo.de)

Auf der CES Anfang des Jahres konnten wird das Asus Transformer Book T300 Chi erstmals in die Hand nehmen. Nun haben wird das flache Convertible einem ausführlichen Test unterzogen und verraten euch unter anderem, warum wir uns wieder dickere Geräte wünschen.

Asus Transformer Book T300 Chi im Detail

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Asus Transformer Book T300 Chi

Durch den Erfolg der Zenbook-Reihe beflügelt, hat sich Asus dazu entschlossen, die Transformer Book Chi-Convertibles zu entwickeln. Dabei ist das T300 Chi mit 12,5 Zoll Bildschirmdiagonale das größte der drei schon länger vorgestellten Geräte. Zu den kleineren Mitgliedern der Produktfamilie zählen das T90 Chi (8,9 Zoll) und das T100 Chi mit 10,1 Zoll. Allen gemein sind Broadwell- und Bay-Trail-Prozessoren vom Intel Z3775 bis zum Core M-5Y71. Für unseren Test stand das T300 Chi mit WQHD-IPS-Bildschirm (2.560 x 1.440), einem Core M-5Y71-Prozessor  mit 1,2 GHz-Taktung, 8 GB RAM und 128 GB internen Speichers zur Verfügung. Die High-End-Variante ist derzeit für rund 900 Euro verfügbar. Mit dabei ist immer das eigenständige Bluetooth-Tastaturdock mit eigenem Akku.

Design und Verarbeitung des T300 Chi

Das Gehäuse des Asus Transformer Book T300 Chi sieht unauffällig und edel aus. Die dunkelblaue Oberfläche ist mattiert und wird durch die chromfarbenen Ränder und das Herstellerlogo optisch aufgewertet. Viel auffälliger als das Gehäuse ist das äußerst dünne Profil des Convertibles (16,5 Millimeter) und insbesondere der Tabletkomponente, die alleine gerade einmal 7,6 Millimeter dick ist. Bei einem Gewicht von insgesamt 1.450 Gramm (wovon ziemlich genau die Hälfte auf die Tastatur fällt), ein durchaus mobiles Gerät, wenngleich sich Asus mit dem Zenbook UX305 (13,3 Zoll) um 200 Gramm selbst unterboten hat.

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Trotz seines geringen Bauchumfangs macht das Gerät einen sehr stabilen Eindruck. Egal wie wir drücken und drehen, das Gehäuse gibt nicht nach und lässt keinerlei Knarzgeräusche entweichen. Etwas anders sieht es bei genauerer Betrachtung des Tastaturdocks aus. Dieses scheppert schon beim Anfassen leicht und fühlt sich etwas hohl an. Entsprechend laut ist das Geräusch beim Tippen. Einzig die Pfeiltasten geben nur unzureichendes haptisches Feedback. Das glänzend umrahmte Touchpad ist mit gerade einmal 8,8 x 4,6 Zentimetern etwas fummelig klein, die Verarbeitung lässt dafür keine Wünsche offen. Textpassagen anzuklicken und anschließend zu markieren erwies sich als schwierig. Irgendwann gewöhnten wir uns an, einfache Klicks lieber mit einer Berührung des Bildschirms durchzuführen, als mit dem Touchpad. Trotzdem erkennt das Bedienfeld Eingaben mit bis zu drei Fingern zuverlässig, mehr als zu scrollen machte aber angesichts der geringen Ausmaße kaum Sinn.

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Verbunden werden beide Komponenten mit einem Magnetscharnier, welches ähnlich wie beim Acer Aspire Switch 10 sehr sicher hält und selbst ein Hochheben am Bildschirm keinen Anlass zur Sorge gibt, die Tastatur könnte sich lösen. Allerdings verbindet sich das Dock mit dem Tablet via Bluetooth, weswegen das Detachable das T300 Chi weder um zusätzliche Anschlüsse, noch um andere Features bereichert. Aufgeklappt erreicht das Gerät einen maximalen Öffnungswinkel zwischen 120° und 130° – nicht gerade viel. Das ist der Kompromiss, den man einzugehen bereit sein muss, wenn man ein stabil stehendes Gerät schätzt.

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Umgekehrt ist es im zugeklappten Zustand – gerade mit kurzen Fingernägeln – ziemlich schwer, das Gerät zu öffnen, da es kaum Angriffsfläche für zwischen Tablet und Tastatur gibt. Eine Aussparung hätte hier Abhilfe geschaffen.

Ausstattung und Lieferumfang

An Anschlüssen bekommt man mit dem T300 Chi die Grundausstattung: Mehr als einen 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss, micro-USB 3.0 und einen micro-HDMI-Ausgang bringt das Tablet nicht mit. Erfreulicherweise befindet sich auf der linken Seite außerdem ein Anschluss für den Netzstecker, sodass im Kabelbetrieb kein USB-Anschluss unnötig blockiert wird. Bedauerlicherweise erweitert das Tastaturdock dieses Portfolio nicht, was heute eher selten ist. Einzig eine micro-USB-Buchse zum Laden des separaten Akkus findet sich hier.

Auch im Drahtlossegment bekommt man solide Ausstattung. In der Theorie ermöglicht das Dual Band Intel 7265 WLAN-Modul Transferraten von bis zu 867 Mbit/s in einem AC-Netzwerk, obwohl das Gerät ursprünglich mit dem 802.11n-Standard angekündigt wurde. Während unseres Tests konnten wir diesbezüglich zumindest keinerlei Ausfälle oder sonstige Probleme mit der Verbindung beklagen. Wer sich beim Kauf des T300 Chi mehr Konnektivität erhofft, wird leider enttäuscht, denn bis auf die bereits genannten Möglichkeiten bekam das Convertible nicht mehr spendiert, auch kein GPS oder WWAN.

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Ansonsten findet sich das ein oder andere Zubehörteil in dem Karton. Praktischerweise liegen dem Asus Transformer Book T300 Chi ein micro-USB zu USB-2.0-Adapter und ein kurzes micro-USB zu micro-USB-Kabel bei. Neben dem fest mit dem Kabel verbundenen Netzteil inklusive Klettverschluss bekommt man außerdem ein schwarzes Reinigungstuch, welches angesichts des recht stark spiegelnden Bildschirms auch dringend benötigt wird.

Display und Sound

Bei seiner WQHD-Auflösung mit 2.560 x 1.440 Pixeln auf 12,5 Zoll kommt das T300 Chi auf eine respektable Pixeldichte von 235 dpi, die nur den wenigsten Ansprüchen nicht genügen sollte. Das IPS-Panel bietet ein sehr gutes Kontrastverhältnis und ausgezeichnete Blickwinkel. Egal ob im Quer- oder Hochformat, wir konnten keine nennenswerten Einbußen der Bildqualität feststellen.

Einzig mit seiner Helligkeit konnte uns der Bildschirm nicht vollkommen überzeugen. Gerade im Freien wird die durch das spiegelnde Display erschwerte Erkennbarkeit des Bildes durch die zu geringe Leuchtkraft verstärkt. Hinzu kommt, dass das Gerät die maximale Helligkeit im Akkubetrieb weiter herabsetzt. Bei Sonnenlicht ist ein Erkennen der Bildinformation nahezu ausgeschlossen. Bei bewölktem Wetter ist die Bedienung gerade noch möglich.

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Die Lautsprecheröffnungen des T300 Chi befinden sich im Querformat am linken und rechten Rand. Ähnlich wie bei manchen Fire HD-Geräten ist die Positionierung etwas ungeschickt gewählt, da man leicht Gefahr läuft, die Abdeckungen mit den Händen zu verschließen und den Klang zu ersticken. Abgesehen davon ist der Ton für ein derart dünnes Tablet durchaus überdurchschnittlich, auch wenn man keine kräftigen Bässe erwarten sollte. Auf maximaler Lautstärke kommt es zu keinen Verzerrungen, doch das Gerät fängt an zu vibrieren.

Performance und Akkulaufzeiten

Das uns zur Verfügung gestellte Gerät ist mit einem Intel Core M-5Y71-Prozessor und 8 GB LPDDR3-RAM ausgestattet. Die Turbo-Boost-Technologie lässt die CPU bei Verwendung beider Kerne mit bis zu 2,6 GHz takten. Wird nur ein Kern ausgelastet, sind sogar bis zu 2,9 GHz möglich. Von den 128 GB SSD-Speicher werden etwa 15 GB für die Wiederherstellung beansprucht. Insgesamt bleiben letzten Endes rund 101 GB auf Laufwerk C übrig. Mehr Speicher bekommt, wer eine micro-SD-Karte in das Tablet steckt. Für die Fachabteilung Grafik ist eine Intel HD Graphics 5300-GPU verantwortlich

Unter Windows 8.1 läuft das T300 Chi im Allgemeinen richtig flott. Ein Systemstart dauert gerade einmal 8 Sekunden. Arbeiten mit Office oder Bildbearbeitung via Photoshop stellen kein Problem dar. Höchstens beim Schneiden von Videos etwa mit Adobe Premiere Pro kratzt das Gerät langsam an seiner Leistungsgrenze. Zu spüren ist dies an gelegentlichen , aber nur wenig störenden Verzögerungen und etwas längeren Renderzeiten. Auch komplexere Multitasking-Aufgaben mit mehreren geöffneten Anwendungen bringen den konstanten Fluss des Chi allmählich ins Stocken. Spiele kann das Transformer Book solange gut handhaben, wie sie mit maximal 720p laufen. Bei höherer Auflösung sinken die Bildraten in den Keller.

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Wie bereits erwähnt, verbindet sich das T300 Chi ausschließlich drahtlos mit dem Tastaturdock, weswegen es leider nicht auf dessen Akku zugreifen kann. Das hätte das Tablet allerdings bitter nötig, denn obwohl Asus mit dem eingebauten 32-Wh-Akku eine Laufzeit von brauchbaren acht Stunden angibt, haben wir diesen Wert im Test bei weitem nicht erreicht. Nach spätestens fünf Stunden im WLAN-Betrieb war Schluss. Kein besonders beeindruckendes Ergebnis.

Besser sieht es mit der Akkulaufzeit der Tastatur selbst aus. Auch nach fünf Tagen war noch kein Ende in Sicht. Erst nach etwa einer Woche musste das Dock wieder an die Steckdose. In Anbetracht dieses Ergebnisses hätte Asus durchaus doch eine Tastaturbeleuchtung integrieren können. Praktisch ist, dass auf dem Tablet ersichtlich ist, wie viel Energie der Akku noch übrig hat.

Wärmeentwicklung

Bei geringfügiger Beanspruchung, Textverarbeitung zum Beispiel, fühlt sich das lüfterlose Convertible handwarm an und sollte sich geschätzt also auf etwa 30 Grad erwärmen. Wird dem T300 Chi mehr abverlangt, steigt die Temperatur des Tablet spürbar vor allem auf der rechten Seite an. Auch über längere Zeit wird die Hitze nicht gleichmäßig verteilt, wodurch sich beide Seiten merklich unterschiedlich warm anfühlen.

Fazit

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Das Asus Transformer Book T300 Chi will sich vor allem durch seine sehr dünne Bauweise in Szene setzen. Und trotz des geringen Platzes innerhalb des Gehäuses bekommt man weitgehend gute Technik geliefert. Für ein Tablet verfügt das Gerät über einen großzügigen Arbeitsspeicher und auch das große 12,5 Zoll WQHD-Display hat seine Qualitäten. Leider hat man im Hinblick auf das Tastaturdock einige Chancen verspielt: Weder unterstützt es die durchschnittliche Akkulaufzeit des Tablets, noch bringt es zusätzliche Anschlüsse mit. Und gerade das macht das T300 Chi eher zu einer guten Wahl für Personen, die ein besonders schlankes Gerät für den E-Mail-Verasand, zum Surfen oder kleinere Arbeiten suchen – kurz: für Multimedia-Liebhaber. Professionellere Anwender, die zusätzlich Wert auf Mobilität legen, werden wohl weiterhin auf Convertibles wie das Surface Pro 3 zurückgreifen.

Pro/ Contra

plusLeichtes, dünnes und mobiles Gerät

plusHohe Verarbeitungsqualität

plusHochauflösendes WQHD-Display mit guten Blickwinkeln

plusGute Performance

plusUSB 3.0

 

minusTastaturdock bringt keine zusätzlichen Anschlüsse/ Features mit

minusRecht kurze Akkulaufzeit

minusTouchpad sehr klein

minusMaximaler Öffnungswinkel gering

minusAbstand zwischen Tablet/ Tastatur beim Aufklappen zu klein

 

Technische Daten

Prozessor: Intel Core M-5Y71 1.2 GHz
Grafikkarte: Intel HD Graphics 5300 – 1024 MB, Kerntakt: 898.2 MHz, Speichertakt: 798 MHz, 10.18.14.4029
Hauptspeicher: 8192 MB, Dual-Channel, 12-15-15-34, 800 MHz
Bildschirm: 12.5 Zoll 16:9, 2560×1440 Pixel, 10-Punkt kapazitiv, Sharp, ID: SHP142C
Mainboard: Intel Broadwell-Y PCH-LP (Premium)
Massenspeicher: SanDisk SSD i110 128GB, 128 GB
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