Streaming-Pioniere ade: Sterben Netflix, Spotify und Co. bald aus? [Kommentar]

(Bild: Gizmodo.de)

Streaming gewinnt zusehends an Marktanteilen. Doch diverse Künstler und Rechteinhaber multimedialer Inhalte wittern ein gutes Geschäft. Sterben Streaming-Pioniere wie Netflix, Spotify und Co. bald aus?

Wenn Lizenzverträge auslaufen, Rechteinhaber mehr Gebühren verlangen und die Konkurrenz wächst, ja dann steht ein so junger Markt wie jener der Streaming-Anbieter auf dünnem Eis.

Sparmaßnahme oder Druck selbstbewusster Rechteinhaber?

Anlass für diesen Kommentar hat mir ein Bericht von der Standard gegeben. Hier spricht man von einem Massaker am Streaming-Riesen Netflix. Grund: Rund 500 Filme, Serien und Dokumentarfilme sind seit dem 5. Juli nicht mehr auf netflix.com verfügbar.

Da stellt sich doch die Frage „warum?“. 500 Titel verschwinden nicht einfach mal so vom Angebot des weltgrößten Streaming-Anbieters. Stattdessen scheinen hier Sparmaßnahmen durchgeführt zu werden. Eben jene 500 Titel werden demnach nicht mehr unter Netflix angeboten, weil die Lizenzverträge nicht verlängert wurden. Als Grund könnten höhere Lizenzgebühren genannt werden.

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Auch die Washington Post verweist auf neue Diskussionen rund um eine bessere Vergütung von Künstlern und Rechteinhabern. Demnach solle die Stellung von Lizenzinhabern, also etwa Studios, und der Künstler selbst gestärkt werden. Hier steht auch noch eine aktuelle Entscheidung aus, die es erlauben würde Internet-Anbietern höhere Lizenzgebühren abzuverlangen als anderen Wettbewerbern.

Zieht Netflix also die Notbremse? Nachdem sich zuletzt Künstler rund um die Einführung von Apple Music zu Wort meldeten, scheint die Notbremse eine mögliche Erklärung. Künstler wie Taylor Swift oder Prince fühlen sich plötzlich von Streaming-Anbietern ausgebeutet, gar unterbezahlt.

Ich will den Stars – und Studios, in Bezug auf Netflix – keine Geldgier unterstellen, vielleicht muss ihre rechtliche Position sogar wirklich gestärkt werden – gerade in Hinblick auf weniger erfolgreiche Bands. Aber nur ein kleiner Hinweis: Taylor Swift verdient im Jahr schätzungsweise 61 Millionen US-Dollar.

Die linearen Anbieter verlassen ihr sinkendes Schiff

Ähnliches spielt sich nun gerade auch bei Netflix ab. Zu den bekanntesten Titeln der 500 abgesetzten Filme und Serien gehören „Melrose Place“ und „Beverly Hills“ – beides Serien deren Rechte bei CBS liegen. Und wie der Standard bemerkt, will eben jenes CBS ein eigenes Streaming-Angebot aus dem Boden stampfen.

Streaming-Dienste wachsen derzeit noch aus allen Richtungen, sowohl beim Film- als auch im Musik-Streaming. Und jeder will etwas vom Kuchen ab haben, beispielsweise eben CBS oder Apple.

Etablierte Streaming-Klassiker wie Amazon Instant Video, Hulu oder Netflix werden also noch kräftig um Marktanteile kämpfen müssen. Genauso wie sich Spotify, Pandora und Co. nun gegen Apple Music behaupten müssen. Netflix versucht es derzeit mit durchaus anspruchsvollen Eigenproduktionen. Hier lassen sich wohl auch weitaus höhere Margen erzielen, im Vergleich zu den 500 abgestoßenen Titeln.

Eines scheint in meinen Augen aber durch diese Entwicklung bestätigt: Der lineare Konsum von Film und Musik stirbt aus – hier geht es zum passenden Kommentar.

Tags :Quellen:wallstreet-online.dewhatsonnetflixnow.comwashingtonpost.comVia:derstandard.at

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