Test: Samsung Galaxy Tab A – 4:3-Tablet mit guter Akkulaufzeit

(Foto: Übergizmo.de).

Mit dem Galaxy Tab A hat Samsung ein mittelpreisiges Android-Tablet herausgebracht, das anders als die meisten Geräte der Südkoreaner nicht mit einem 16:9- oder 16:10-Bildformat ausgestattet ist, sondern wie das Apple iPad eine 4:3-Anzeige besitzt. Das Galaxy Tab A ist mit WLAN- oder auch LTE-Modul erhältlich und wird von Samsung zu einer UVP von 299 respektive 349 Euro angeboten. Wir haben die LTE-Version des Samsung Galaxy Tab A getestet.

Test: Samsung Galaxy Tab A

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Samsung Galaxy Tab A

Preis & Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy Tab A ist seit Mai 2015 in Deutschland erhältlich und kann bei diversen Online-Shops, aber auch im Einzelhandel erworben werden. Die UVP beträgt 299 respektive 349 Euro. Im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung von Samsung ist der Preis bereits gesunken. In der WiFi-Version ist das Galaxy Tab A bereits ab 239 Euro erhältlich. Mit LTE-Mobilfunkverbindung kostet es bei einigen Anbieter nur noch gut 299 Euro.

Design

Das Galaxy Tab A misst 242,5 mal 166,8 Millimeter in der Höhe und Breite und hat damit eine ähnliche Abmessung wie das Apple iPad Air 2. Es mit 7,5 Millimetern zwar nicht ganz so dünn wie das teurere Apple-Gerät, zählt sich aber dennoch zu den flachsten Geräten am Markt. Das Gewicht der Wi-Fi-Version liegt ebenfalls bei iPad-ähnlichen 450 Gramm. In der LTE-Variante sind es 453 Gramm. Damit ist das Galaxy Tab A perfekt zum Surfen auf der Couch oder abends im Bett geeignet und wird auch nach längerer Zeit nicht zur Last.

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Das Gehäuse ist beim Samsung Galaxy Tab A komplett aus einem schwarzen oder weißen Kunststoff gefertigt, der zwar nicht so glänzend und glatt ist, wie man es von früheren Galaxy-Smartphones kennt, aber dennoch eine recht rutschige Oberfläche erzeugt. Der Grip ist demnach nicht sonderlich hoch, sodass das Tablet schon einmal beim Greifen oder Halten aus der Hand rutschen kann, wenn man nicht Acht gibt. Die Verarbeitung kann jedoch überzeugen. Es gibt keine auffällig großen Spaltmaße und das Gehäuse knarzt für Plastik beim Verwinden verhältnismäßig wenig.

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Samsung typisch ist das Galaxy Tab A mit einem Home-Button unter dem Display ausgestattet, der etwas aus dem Gehäuse herausragt und einen langen Druckpunkt bietet. Daneben sitzen die Tasten für zurück und Multitasking.

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Der Ein-/Ausschalter befindet sich an der rechten, oberen Kante. Knapp darunter sitzt die Lautstärkewippe. Beide Tasten besitzen ordentliche Druckpunkte. Im unteren Drittel der rechten Seite hat Samsung die Einschübe für eine microSD-Karte und die microSIM-Karte verbaut. Diese verstecken sich hinter einer Klappe, die sich mit dem Fingernagel öffnen lässt.

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An der Unterseite suggeriert der Lautsprechergrill einen Stereo-Sound. Jedoch bietet das Galaxy Tab A nur einen Mono-Lautsprecher, der keinen besonders tollen, aber akzeptablen und ausreichend lauten Sound erzeugt. Durch die Positionierung kann es passieren, dass man den Lautsprecher aus Versehen zuhält.

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Zwischen dem Lautsprechergrill sitzen noch die Kopferhörerbuchse und der microUSB-Anschluss zum Laden des Gerätes.

Display

Das Galaxy-A-Tablet kommt mit einer Bildschirmdiagonale von 9,7 Zoll (24,58 Zentimeter) und bietet eine Auflösung von 1.024 mal 768 Pixel. Die Pixeldichte entspricht damit nur rund 132 ppi. Bei nur etwas genauerem Hinschauen kann man deutliche Pixel ausmachen. Beim Lesen oder Videoschauen werden euch zwar nicht die Augen ausfallen, wer besseres gewöhnt ist, merkt den Unterschied aber schnell. Auch aus etwas weiterer Entfernung wirken besonderes größere Buchstaben leicht ausgefranzt und nicht so gestochen scharf wie bei Geräten mit Full-HD oder QHD-Auflösung.

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In Sachen Farben und Blickwinkel kann das Display aber überzeugen. Auch die Helligkeit ist ausreichend, sodass sich der Bildschirm auf maximaler Einstellung auch im Freien bei Sonnenschein ablesen lässt.

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Für Samsung untypisch ist das gewählte Bildformat. Anstatt wie üblich auf 16:9 oder zuletzt auch 16:10 zu setzen, kommt das Galaxy Tab A wie das Apple iPad im 4:3 Format. Das ist beim Lesen angenehmer, hat aber Nachteile beim Anschauen von Videos. Bei Youtube-Clips werden im Vollbildmodus stets schwarze Streifen an der Ober- und Unterseite angezeigt, sodass sie nicht das komplette Bild ausfüllen.

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Leistung

Im Inneren des Galaxy Tab A werkelt der 1,2-GHz-Quad-Prozessor Snapdragon 410 von Qualcomm, dem regulär 1,5 GByte RAM zur Seite stehen. Bei der von uns getesteten LTE-Version sind allerdings 2 GByte an Bord. Platz für Fotos, Musik oder Lesestoff bietet der 16 GByte große interne Speicher, der sich mit microSD-Karten um bis zu 128 GByte erweitern lässt. Rund 5 GByte werden vom System und vorinstallierten Apps belegt. Gut 11 GByte stehen demnach regulär für Nutzer Daten zur Verfügung.

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Qualcomms Einstiegs-CPU hat genügend Leistung, um ein flüssiges System zu gewährleisten. Beim Bildschirmwechsel oder dem Öffnen von Apps ist das Galaxy Tab A in der Regel flott. Nervige Wartezeiten sind uns nicht aufgefallen. Auch das Surfen oder das Videostreaming via Youtube lastet die CPU des Galaxy Tab A nicht voll aus und geht daher flüssig von der Hand. Die Leistung reicht auch zum Zocken von Casual-Games vollkommen aus.

Bei leistungsintensiveren Anwendunen kommt das Galaxy Tab A aber schon schneller an seine Grenzen. Im AnTuTu-Bench erzielt es mit 23226 Punkten auch keinen rühmlichen Score. Beim Multitasking mit Samsungs Multi-Window-Modus kann es schon zu gelegentlichen Rucklern und etwas verzögerten Ladezeiten kommen. Wer hauptsächlich aufwendigere Spiele wie Dead Trigger 2 & Co zocken möchte, der sollte eventuell auf mehr Rechenleistung setzen, da man sich sonst mit niedrigen bis maximal mittleren Grafikdetails begnügen muss, um auch noch in turbulenten Situationen schön flüssig spielen zu können. Auch hohe Grafikdetails sind spielbar, machen aber keinen vollkommen flüssigen Eindruck mehr. Eine stärkere Beanspruchung der CPU macht sich zudem bei der Wärmeentnwicklung bemerkbar. Im vollen Betrieb wird das Galaxy Tab A in der rechten, oberen Ecke merklich warm.

Kommunikation

Für die Datenübertragung stehen beim Galaxy Tab A wahlweise nur WLAN oder auch Mobilfunk zur Verfügung. Das LTE-Modell bietet LTE Cat.4 (800/850/900/1800/2100/2600) sowie UMTS samt Datenturbo HSPA+ (850/900/1900/2100) mit Übertragungsraten von bis zu 150 Mbit/s respektive 42 Mbit/s. WLAN 802.11 wird nach den Standards a/b/g/n auf dem 2,4 und 5-GHz-Band von beiden Modellen unterstützt. Weiterhin stehen Bluetooth 4.1, GPS, Glonass sowie Beidou zur Verfügung. Der LTE-, UMTS- und WLAN-Empfang war im Test gut. Wir hatten beispielsweise auch im letzten Winkel unserer Küche, die rund 25 Meter entfernt und durch zwei Wände vom WiFi-Router getrennt ist, noch sehr guten WLAN-Empfang. Die Geschwindigkeit war noch aussreichend schnell, um Videostreaming zu betreiben.

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Akkulaufzeit

Für die Stromversorgung ist ein starker 6.000-mAH-Akku an Bord, der für eine überdurschnittliche Akkulaufzeit sorgt. Beim Anschauen von Youtube-Clips im Vollbildmodus auf halber Helligkeit hält das Galaxy Tab rund 10 Stunden durch. Bei voller Helligkeit sind es immer noch knapp 6 Stunden und 40 Minuten. Beim Sufen über das Heimnetzwerk gingen dem Galaxy Tab A erst nach 12,5 bis 14 Stunden die Lichter aus. Die Helligkeit war auf 50 Prozent eingestellt. Auch die Standby-Zeit ist dementsprechend lang. Das Samsung-Tablet hält hochgerechnet gut einen Monat im Schlafmodus durch.

Kamera

Samsung stattet das Tablet wie üblich mit zwei Kameras aus. Auf der Rückseite ist eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus verbaut. Mit der Serienbildfunktion lassen sich durch Gedrückthalten des Auslösers Fotostrecken erstellen.

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Die Bildqualität ist wie bei den meisten Tablets nicht überragend. Bei guten und nicht zu schwierigen Lichtverhältnissen schießt das Galaxy Tab A aber ansehnliche Fotos, solange man nicht nahe an Objekte heranzoomen will. Wer einzelne Bildausschnitte vergrößert, findet schnell ein Rauschen vor.

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Auch Nahaufnahmen gelingen gut.

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Sobald die Lichtbedinungen etwas schwieriger werden und zum Beispiel Gegenlicht herrscht, macht die Kamera des Galaxy Tab A keine gute Figur mehr.

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Für Videochats oder Selfies steht zudem eine 2-Megapixel-Frontkamera zur Verfügung. Wer Videos aufnehmen will, kann mit einem Klick zwischen Foto- und Videomodus wechseln, ohne das Menü aufrufen zu müssen. Videos lassen sich nur in 720p-HD-Auflösung aufnehmen, was aber für Videotelefonie ausreicht – zumindest bei genügend Licht. Bei spärlicher Zimmerbeleuchtung muss man ein deutliches Rauschen in Kauf nehmen.

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Betriebssystem

Beim Galaxy Tab A kommt die Android-Betriebssystem-Version 5.0.2 Lollipop zum Einsatz. Zudem hat Samsung wie üblich seine TouchWiz-Oberfläche samt einiger hauseigener Funktionen aufgespielt. Unter anderem sollen diese das Tablet besonders für Familien attraktiv machen.

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Beispielsweise gibt es einen Multi-User-Modus, der die Einrichtung von bis zu acht individuellen Nutzerprofilen ermöglicht. Allerdings steht dieses Feature nur der WLAN-Version zur Verfügung. Auf unserem LTE-Modell ist die Funktion wie auch der Kindermodus 2.5 nicht vorhanden. Bis zu sechs individualisierbare Profile sollen Eltern aber auf der WiFi-Ausführung für ihre Kleinen anlegen können. Der Kindermodus ermöglicht es Eltern, maximale Spielzeiten pro Tag festzulegen und so die Nutzungszeiten ihrer Kinder im Auge zu behalten. Ist die Spielzeit abgelaufen, kann das Tab A erst nach einer manuellen Freischaltung weiter genutzt werden. Darüber hinaus können Eltern den Zugriff ihrer Kinder auf Applikationen und den Internetbrowser steuern und somit den Medienkonsum der kleinen Nutzer aktiv anleiten. Einmal gestartet, stehen im Kindermodus eine Mal- und Zeichen-App, Lernspiele, ein eigener Musik-Player, sowie kindgerechte Telefon- und Kamerafunktionen zur Verfügung.

Mit an Bord ist außerdem noch SideSync zum Teilen von Daten mit einem vernetzten Smartphone oder Computer. Auf unserem Modell ist allerdings weiterhin nur die Version 3.0 verfügbar. Ein Update auf die neuere Version 3.1 können wir entgegen Samsungs Ankündigung auf seiner Webseite noch nicht vorfinden. Des Weiteren sind Apps wie Samsungs Sicherheitssoftware Knox, S Planner, Smart Manager oder Memo vorinstalliert. Auch einige Dritt-Anbieter-Anwendungen finden sich im internen Speicher. So zum Beispiel Pizza.de, HRS Hotels, kaufDA, Zalando und Microsoft-Apps wie Word, Excel und Powerpoint, Skype oder OneDrive, die nicht alle komplett deinstalliert werden können.

Fazit

Die herausragendste Eigenschaft des Samsung Galaxy Tab A ist sicherlich seine lange Akkulaufzeit. Dank 6000 mAh hält es überdurchschnittlich lange beim Surfen oder Anschauen von Videos durch. Das Kunststoffgehäue ist sehr dünn und angenehm leicht, womit sich das Gerät optimal zur Nutzung auf dem Schoß eignet. Das Gehäuse ist gut verarbeitet, sieht aber nicht spektakulär aus und ist auch nicht sehr griffig. Trotz nur 1,2-GHz-CPU läuft Android 5.0.2 samt TouchWiz-UI flüssig, sodass man beim Surfen oder Videostreaming nicht an die Leistunggrenze gelangt. Für leistungsintensive Anwendungen würde man sich aber noch etwas mehr Power wünschen. Die größte Schwäche ist die niedrige Auflösung des Displays, die bei einer Diagonale von 9,7 Zoll doch für merkliche ausgefranzte Texturen und Buchstaben sorgt. Zu dem Preis bekommt man bei anderen Anbietern schon Tablets mit Full-HD. Abgesehen davon konnte das Display im 4:3-Format aber überzeugen. Zu beachten ist, dass das Bildformat besser zum Lesen oder Surfen als zum Anschauen von Youtube-Clips & Co. geeignet ist. 

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Pro / Con

pluspluslange Akkulaufzeit

plusdünnes, leichtes und gut verarbeitetes Gehäuse

plushelles  Display mit guter Blickwinkelstabilität

plusguter WLAN-Empfang

plusSystem läuft flüssig

minusminusDisplayauflösung

minusKunststoffgehäuse rutschig

minusLeistung reicht nicht ganz für hohe Grafikdetails bei Spielen

minusKamera bei schwierigen Lichtbedinungen

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