Test Mi Fit – der billige und gute Fitnesstracker aus China

(Bild: Andreas Donath)

Das kleine Mi Band ist einer der günstigsten Wege, seine Bewegungsaktivität am Tag und den Schlaf zu überwachen und sich auch selbst ein wenig anzuspornen, mehr zu machen und gesundheitsbewusster zu leben. Doch das wichtigste an diesem Band ist sein Preis und seine unkomplizierte Benutzung.

Mi-Fit

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Mi Fit Fitnesstracker

Das Band des chinesischen Herstellers Mi sieht unscheinbar aus: In der Verpackung liegt lediglich ein gelochtes Gummiband mit einem Metall-Dorn, der als Verschluss genutzt wird. In das Band wird das Technik-Modul eingesetzt, das wie eine überdimensionale Pille aussieht.

Das Design

Das Modul mit seinem Aludeckel und dem Kunststoffgehäuse besitzt zwei kleine goldene Kontakte an der Vorderseite. Zum Aufladen des Akkus wird die Pille aus dem Band genommen und in eine gabelförmige Ladeschale gesteckt. Sie kommt mit den Kontakten in Berührung und wird über USB mit Strom versorgt. Diese Ladeschale sollte man ihr verlieren, da sie nur von Mi angeboten wird.

(Bild: Andreas Donath)

Die Handhabung

Der Ladevorgang dauert etwa eine Stunde. Der Akku allerdings muss nur ungefähr 6 Mal im Jahr aufgeladen werden. Richtig gelesen: Der Strombedarf ist so gering, dass der Akku nur etwa alle 60 Tage aufgeladen werden muss. So sollten Wearables sein. Von der Akkulaufzeit könnten sich die Smartwatch-Hersteller eine Scheibe abschneiden. Aber die müssen ja auch ein Display mi Strom versorgen – und jetzt kommt die Überraschung: Das Mi Band besitzt kein klassisches Display. Unterhalb des Aludeckels befinden sich lediglich drei LEDs.

Fitness-Apps für iOS und Android

Ohne die App, die es für iOS und Android gibt, wäre der Nutzer also verloren. Das Mi Band nimmt per Bluetooth 4.0 LE Kontakt mit dem iPhone, iPad oder einem Android-Gerät auf. Dabei werden die tägliche Schritte übermittelt, die das Gerät aufgezeichnet hat. Innerhalb der App kann der Nutzer auch angeben, wie hoch sein tägliches Schrittminimum sein soll, was das Band auch überwacht. Die drei LEDs sind dabei ein Indikator. In der Technik-Pille sitzt zudem ein Vibrationsmotor, der dem Anwender signalisiert, wann ein Drittel, zwei Drittel oder das gesamte Tagesziel erreicht wurde.

(Bild: Andreas Donath)

Die Pille speichert etwa das Datenmaterial von 10 Tagen, weshalb die Synchronisation mit der App ungefähr einmal pro Woche durchgeführt werden sollte. Da das Nachladen so selten ist, vergisst man gelegentlich das Synchronisieren.

Vibrationswecker inklusive

Mit der App kann zudem ein Wecker gestellt werden, der zur gewünschten Uhrzeit das Band ebenfalls rappeln lässt. Das funktioniert sehr gut und weckt den Partner anders als ein piepender Wecker nicht. Unter Android- und iOS-Smartphones lassen sich eingehende Anrufe zudem per Vibration ankündigen. Nur unter Android lassen sich auch Benachrichtigungen signalisieren.

Schrittzähler recht genau

In der App wird das Datenmaterial optisch ansprechend ausgewertet und sogar zwischen laufen und rennen unterschieden. Der angegebene Kalorienverbrauch wird nur hochgerechnet. Der Nutzer legt beim Start neben seiner Körpergröße auch sein Gewicht an. Die App berechnet auch eine ungefähre Laufweite, doch mangels GPS wird diese nur näherungsweise bestimmt.

(Bild: Andreas Donath)

Wir haben mit einem Smartphone auch einmal parallel die Strecke gemessen und waren erstaunt, dass das Ergebnis des Mi Bands doch sehr genau ist. Parallel lief auch die Schrittzähler-App des Smartphones, die auf eine sehr ähnliche Schrittzahl kam. Die Differenz lag nur bei etwa 2 Prozent, was zu verschmerzen ist.

Schlafüberwachung

Die Schlafüberwachungsfunktion schaltet sich automatisch ein. Der Anwender muss also nicht wie bei einigen Fitnesstrackern der Konkurrenz kurz vor dem Einschlafen einen Knopf drücken. In der Auswertung wird zwischen leichtem und tiefen Schlaf unterschieden, was an den unterschiedlichen Bewegungsintensitäten festgemacht wird.

(Bild: Andreas Donath)

Das Band kostet im Versand je nach Anbieter zwischen 13 und 25 Euro. Mittlerweile gibt es einige Onlinehändler aus China, die das Mi Band sogar mit anderen Armbändern, teilweise sogar aus Metall anbieten. Der Versand dauert zum Beispiel bei Tinydeals (17 Euro) ungefähr 14 Tage bis drei Wochen.

Macht der Fitnesstracker Sinn?

Natürlich soll so ein Gadget nicht nur am Handgelenk hängen sondern auch einen Sinn machen – und uns zum Beispiel verdeutlichen, wie wenig wir uns im Arbeitsalltag bewegen. Die empfohlenen 10.000 Schritte am Tag kann man eigentlich nur erreichen, wenn man täglich etwa eine Stunde mit schnellem Schritt läuft – also etwa 7 km.

Fazit

Das beste an dieser Art der Selbstvermessung soll eigentlich die spielerische Kontrolle des eigenen Verhaltens sein, doch uns ist aufgefallen, dass es nur einen Ansporn gibt, wenn man sich mit anderen Nutzern vergleicht. Da das Mi Band so günstig ist, sollte man gleich für den Partner ein zweites Mitbestimmen – die Vergleichssituation kann so gleich hergestellt werden. Die lange Akkulaufzeit sorgt zudem dafür, dass das Messbändchen nicht zum Ärgernis wird. Halbbar ist es auch, wobei die Gummibänder auch nachbestellbar sind. Leider ist die Technikpille nicht wasserdicht sondern lediglich gegen Spritzwasser geschützt, weshalb man sie beim Duschen ablegen muss. Das könnte der Hersteller sicherlich noch ändern.

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Pro- und Kontra

pluslange Akkulaufzeit

plusniedriger Preis

plusApps für iOS und Android

minusnicht wasserdicht

Tags :
  1. Kann ich bestätigen, habe das Band nun auch schon ein paar Monate und schwimmen/duschen geht ohne Probleme
    Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass unter Android nicht nur Anrufe sondern auch Benachrichtigungen angezeigt werden können

  2. IP67 water-resistant
    The Mi Band is certified IP67 water-resistant.

    Wer sagt denn bitteschön das es nicht offiziell Wasserdicht ist? Einfach mal auf die Herstellerseite schauen. Man kann das Mi Band übrigens auch zum entsperren seines Androiden benutzen.

      1. Die erste Kennziffer 6 heißt staubdicht, die zweite Kennziffer 7 heißt Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen.
        Was zählt denn jetzt bei ihnen als Wasserdicht? Ich glaube kaum das z.B. ein Tiefseetaucher unter Wasser seine Schritte zählen möchte.

        Ich habe das Band unter der Dusche und auch beim schwimmen um. Es läuft immer noch tadellos.
        Kleiner Zwischenbericht zwecks Akku:
        Vor 41 Tagen vollgeladen und noch 33% Akku übrig.

  3. Wir haben seit ca. 50 Tagen zwei dieser Bänder im Einsatz.
    Leider ist nach dem letzten Firmware-update ist eines davon in Reparatur. Es startet einfach nicht mehr. Aber noch ein kurzer Hinweis: Bei Tätigkeiten mit sehr vielen periodischen Hand- und Armbewegungen (z. b. Kassiererin) lässt die Genauigkeit sehr stark nach.

  4. Die Idee es gleich für den Partner mit zu bestellen ist nicht schlecht! Stimmt, der Preis ist günstig und die Bewertungen gut. Es ist tatsächlich schwer sich für eines der vielen auf dem Markt angebotenen Modelle zu entscheiden. Wichtig ist glaub dass man selber zuerst einmal wissen sollte was man denn genau von einem Fitness Tracker erwartet. Wer nämlich GPS Funktion und Pulsmessung übers Handgelenk und solche Features möchte, der muss schon eher zu einem teureren Modell greifen… Man sollte schauen welcher Fitness Tracker den eigenen gewünschten Anforderungen entspricht http://fitnezapp.de/welches-fitness-armband-passt-zu-mir/1763/. Doch natürlich spielt auch das Budget eine Rolle!

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