Uni Ulm: Autonome Autos reden miteinander und warnen sich gegenseitig

(Bild: Uni Ulm)

Künftig sollen ja selbststeuernde Autos der letzte Schrei sein - und durch den Verkehr zum Ziel fahren, ohne dass der Fahrer eingreifen muss. Nun werden zwei solche Fahrzeuge von der Uni Ulm erprobt, die sogar im öffentlichen Straßenverkehr fahren dürfen und sich untereinander mit Informationen versorgen sollen.

Rund um die Universität Ulm fahren zwei führerlose Fahrzeuge! Was früher eine Warnmeldung war, ist heute Wissenschaft. Ingenieure um Prof. Klaus Dietmayer haben ein zweites selbststeuerndes Auto mit besserer Sensorik und höherer Rechenleistung in Betrieb genommen. Das neue wie das alte Testfahrzeug dürfen aufgrund einer Ausnahmegenehmigung auf öffentlichen Straßen in ganz Deutschland umherfahren.

Dabei sind die autonomen Autos zwar nicht aufeinander angewiesen, beherrschen aber das kooperative Fahren. Damit ist gemeint, dass die Autos untereinander und mit ihrer Umwelt kommunizieren können und sich vor Staus warnen und ihr Fahrverhalten aufeinander abstimmen können.

Rund 5.000 Kilometer ist das erste Testfahrzeug des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik seit Mitte letzten Jahres gefahren. Ganz ohne Zwischenfälle und unfallfrei, wie die Forscher besonders betonen.

Nun steht ein zweites Testfahrzeug – ein aufgerüstetes T-Modell der Mercedes E-Klasse – zur Verfügung. Natürlich ist, damit die Teilnahme am Straßenverkehr in Deutschland erlaubt ist, immer ein Fahrer mit an Bord, der bei möglichen Fehlfunktionen eingreifen soll. Die Ulmer Forscher haben übrigens gleich 7 Radare, fünf Kameras und einen Laserscanner im neuen Testfahrzeug verbaut.

“Mit den beiden Versuchsfahrzeugen wollen wir vor allem das kooperative hochautomatisierte Fahren erforschen. Die Autos sollen zukünftig auch untereinander kommunizieren und ihr Fahrverhalten aufeinander abstimmen”, so Professor Dietmayer.

In näherer Zukunft soll teilautonomes Fahrern uns lausigen Fahrern helfen, sicherer durch den Verkehr zu kommen. In noch fernerer Zukunft sollen dann die Autos selbstständig zum Ziel führen und uns zu bloßen Passagieren machen.

Eines Tages könnten sich selbst Personen ohne Führerschein zum Bummel in die Stadt chauffieren lassen und dabei ein Buch lesen.

Bisher gibt es hochautomatisiertes Fahren nur bei Teilmanövern und auf bekannten Strecken, aber nicht im innerstädtischen Verkehr. D.h. auf der Autobahn sind solche Fahrten durchaus denkbar und ja teilweise mit modernsten Autos sogar jetzt schon mit Abstandsradar machbar, aber eben nur ein bisschen automatisiert.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant ein umfangreiches Maßnahmenpaket, um bis zum Jahr 2020 die Voraussetzungen für das hochautomatisierte Fahren zu schaffen. Allerdings sieht es mit der Haftung derzeit so aus, als müsse die der Fahrer weiterhin übernehmen.

Quellen:Uni Ulm

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