Apple schnappt sich 92 Prozent aller Gewinne im Smartphone-Business

(Bild: Gizmodo.de)

Stellt euch einmal kurz die Jahresgewinne der acht größten Smartphonehersteller der Welt vor. Fertig? Und nun ratet einmal, wer 92 Prozent davon einstreicht? Richtig! Apple. Im letzten Jahr lag der Anteil von Apple noch bei 65 Prozent. Was war passiert?

Sieht so das iPhone 6S aus?

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Sieht so das iPhone 6S aus?
(Foto: 9to5Mac).

Nach einem Bericht des Wall Street Journal, der sich auf eine Studie von Canaccord Genuity stützt, konnte Apple 92 Prozent der operativen Gewinne der Smartphonebranche realisieren.

Weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz ist Samsung. Das südkoreanische Unternehmen konnte immerhin 15 Prozent der operativen Gewinne der Branche einstreichen. Gut, das sind zusammen mehr als 100 Prozent, aber das liegt in der seltsamen Rechenweise der Studienautoren – die nächsten sechs Smartphonehersteller manchen nämlich entweder gar keine Gewinne oder sogar Verluste in diesem Bereich.

92 Prozent Gewinnanteil heißt aber nicht, dass Apple nun 92 Prozent Marktanteil hat. Der ist erheblich geringer und soll bei etwa 20 Prozent weltweit liegen. Apple schafft es, mit seinen Geräten einfach unglaublich viel zu verdienen.

„Dieses Missverhältnis zeigt Apples Fähigkeit, deutlich höhere Preise für seine Telefone aufzurufen“, kommentiert das WSJ. Apples Konkurrenz nutze fast ausschließlich Googles Mobilbetriebssystem Android und könne sich deswegen schlechter abgrenzen. Für sie sei deswegen der Preis ein wichtiges Verkaufsargument.

Apple habe laut Strategy Analytics im vergangenen Jahr mit seinen iPhones einen Durchschnittspreis von 624 Dollar erzielt, heißt es weiter in dem Bericht. Der Durchschnittspreis für Android-Smartphones liege hingegen bei nur 185 Dollar. Im ersten Quartal habe Apple aufgrund der hohen Nachfrage nach iPhone 6 und iPhone 6 Plus seinen Durchschnittspreis sogar auf 659 Dollar gesteigert.

Laut Neil Mawston, Executive Director bei Strategy Analytics, ist vor allem das mittlere Preissegment zwischen Apple und Billiganbietern wie dem chinesischen Hersteller Xiaomi stark umkämpft. „Es besteht die Gefahr, dass man in der Mitte eingekeilt wird“, zitiert ihn das WSJ. Mawston schätzt, dass es weltweit rund 1000 Smartphone-Marken gibt – darunter mehrere Hundert in China.

Seit der Einführung des ersten iPhone im Jahr 2007 hat sich der Smartphonemarkt grundlegend verändert. Canaccord schätzt dem Bericht zufolge, dass zu dem Zeitpunkt rund zwei Drittel der Branchengewinne in Nokias Kassen geflossen sind. Schon fünf Jahre später, also im Jahr 2012, hätten Apple und Samsung die ehemaligen Branchenführer Nokia und Blackberry abgelöst und sich die Smartphone-Profite je zur Hälfte geteilt. Jetzt stehe Apple über der Konkurrenz. „Das High-End-Segment hat sich von Samsung zu Apple verlagert“, ergänzte Mike Walkley, Managing Director von Canaccord.

Apple wird vermutlich im Herbst wieder neue iPhones vorstellen, das der Tradition nach iPhone 6s und iPhone 6s Plus heißen müssten. Den Gerüchten nach soll eine 12 Megapixel-Kamera, ein schnellerer Prozessor und 2 GByte RAM eingebaut sein.

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In den Zahlen der Marktforscher sind laut WSJ allerdings keine Ergebnisse von Xiaomi und dem indischen Anbieter Micromax enthalten, da beide Firmen ihre Bilanzen nicht veröffentlichen müssen. Walkley schätze ihre Gewinne aber als so gering ein, dass sie keinen Einfluss auf das Ergebnis seiner Studie hätten.

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Tags :Quellen:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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