Forscher entwickeln Technik zur Selbstheilung von Oberflächen

(Bild: Steve Snodgrass/CC BY 2.0)

Zerkratzte, gerissene oder zerbrochene Oberflächen verursachen jedes Jahr einen Milliardenschaden. Forscher der Uni Bristol haben nun einen Weg gefunden, Materialen mit Selbstheilungskräften auszurüsten. Bald sollen so auch beschädigte Smartphone-Displays wie von Geisterhand repariert werden.

LG G Flex 2

Bild 1 von 16

LG G Flex 2-7

Materialien die sich selbst heilen können, gibt es bereits – aber hier lassen sich nur winzige Kratzer reparieren, etwa von Handyrückseiten. Was Forscher der Uni Bristol entwickeln, geht aber weit darüber hinaus. Die von ihnen entwickelten Nanomaterialien sollen sogar Flugzeugtragflächen aus Carbon wieder heilen, etwa nach eine Vogelschlag.

Die Wissenschaftler ahmen dabei das nach, was auch bei der Blutgerinnung passiert. In den Materialien sind winzige Bläschen mit einem Nanomaterial aus Kohlenstoff, das wie eine Flüssigkeit austritt, wenn die Bläschen aufgerissen werden. Eine zweite Flüssigkeit sorgt dann dafür, dass sie verhärten und so die Defekte „geheilt“ werden.

In einem Interview mit dem britischen Independent teilte Professor Duncan Wass mit, dass diese Materialien in näherer Zeit eingesetzt werden sollen. Das Team hat sich auf die Reparatur von Karbonfaser-Verbundstoffen spezialisiert, doch Wass hat selbst angeführt, dass auch Smartphone-Displays mit der Technik ausgestattet werden könnten.

Interessanterweise bleiben die verheilten Oberflächen genauso stabil wie die unbeschädigten Teile. Das dürfte besonders für Anwendungen wie den Flugzeugbau interessant sein.

Das LG G Flex 2 und dessen Vorgänger Flex besitzen auf der Rückseite eine sogenannte Wolverine-Beschichtung, die kleine Kratzer automatisch heilen soll. Beim Flex 2 soll dieser Heilungseffekt sogar noch etwas schneller eintreten. Allzu viel sollte man davon jedoch nicht erwarten. Sobald die Kratzer auch nur etwas tiefer sind, heilt nichts mehr.

Tags :
  1. Schon seit Jahren wird daran geforscht und irgendwie haben Selbstheilungskräfte von Materialien zwar viel Potenzial, aber sie sind immer noch ein Traum / oder Wunschdenken. Schon diverse Hersteller, u.a. auch Toyota, haben sich daran probiert und sind kläglich gescheitert.
    Denn, wenn es nicht den Erwartungen der Konsumenten entspricht, kann die Technologie noch so toll sein. Die Erwartungshaltung ist einfach die, dass tiefe Kratzer auch verschwinden und nicht nur solche, die man auch mit einer Politur weg bekommen könnte.
    Aktuelles Beispiel: Das LG Flex. Dieses soll ja eine selbstheilende Rückseite haben, was aber keiner bemerkt und viele eher als Marketinggag ansehen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob das bei o.g. Forschung anders ist. Zumindest klingt es vielversprechend, wenn sich Tragflächen selbst von Vogelschlag erholen können.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising