Hacking Team: Microsoft versorgt Nutzer mit Notfall-Patch

(Bild: Shutterstock)

Vor nicht einmal einer Woche hat Microsoft im Zuge des Juli-Patchdays 14 Sicherheitslücken geschlossen. Nun wurde ein außerplanmäßiges Sicherheitsupdate für einige Windows-Versionen veröffentlicht. Dadurch wird eine Schwachstelle geschlossen, die es möglich macht, ein betroffenes System vollständig zu kontrollieren. Details zu den Sicherheitslücken finden sich in den entwendeten Unterlagen des Spähsoftwareentwicklers Hacking Team.

Das außerplanmäßige Update schließt die Lücke mit der Kennung CVE-2015-2426, welches in allen unterstützten Versionen von Windows Vista bis Windows 8.1 steckt. Außerdem betroffen sind die Server-Betriebssysteme Server 2008 bis Server 2012 R2. Gegenüber unseren amerikanischen Kollegen von ZDNet bestätigte Microsoft, dass auch die Insider Preview von Windows 10 darunter falle.

Einer Sicherheitswarnung zufolge kann der Microsoft Font Driver benutzt werden, um Schadcode einzuschleusen und auszuführen. Ein Angreifer muss sein Opfer lediglich dazu verleiten, ein speziell gestaltetes Dokument oder eine Website zu öffnen, die OpenType-Schriften enthält. Das Update korrigiert demnach, wie die Windows Adobe Type Manager Library mit OpenType-Schriften umgeht.

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Hacker könnten den Fehler laut Microsoft benutzen, um Programme zu installieren, neue Nutzerkonten mit vollständigen Rechten anzulegen oder Daten zu lesen, zu verändern oder zu löschen. Microsoft empfiehlt seinen Kunden, den Patch, den sie über Microsoft Update beziehungsweise Windows Update sowie das Bulletin beziehen können, so schnell wie möglich anzuwenden.

Der in den Hacking-Team-Unterlagen gefundene Beispielcode führt laut Moony Li, Threat Analyst bei Trend Micro, den Windows Taschenrechner aus. Da es sich um einen Kernelfehler handele, sei es auch möglich, über eine beispielsweise in Chrome geöffnete Website Schadcode außerhalb der Sandbox des Google-Browsers auszuführen. Trend Micro vermutet zudem, dass auch das seit vergangenen Dienstag nicht mehr unterstützte Windows Server 2003 gefährdet ist.

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„Obwohl es das Proof-of-Concept-Beispiel von Hacking Team gibt, sind keine bekannten Muster im Umlauf“, heißt es weiter in dem Blogeintrag. Auch Microsoft sind keine Angriffe auf die Lücke bekannt. Dass das Unternehmen trotzdem außer der Reihe einen Fix bereitstellt, unterstreicht wahrscheinlich dessen Schweregrad.

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