Zocken bis der Artzt kommt: Wenn Spielen schmerzt, hilft Dr. Levi

(Bild: Shutterstock)

Er ist Orthopäde und Chirurg, sein Spezialgebiet sind Hände und Arme, seine Patienten sind Hockey-, Tischtennis- uuund... Computerspieler. Dr. Levi Harrison aus Los Angeles behandelt (nicht nur) die wirklich extremen Krankheitserscheinungen exzessiven Zockens. Wenn Sitzen und Klicken anfangen weh zu tun.

Professionelle oder einfach nur exzessive Computerspieler leiden durch ihre regelmäßige und einseitige Belastung ohne Pausen an ähnlichen Symptomen wie Friseure oder Sportler. Wer für Turniere viele Stunden am Stück spielt und das über einen längeren Zeitraum, riskiert nicht nur folgende Krankheitserscheinungen, sondern auch die Zukunft seiner Profikarriere. Dann kommen sie zu Orthopäden wie Dr. Levi Harrison. Ein Abriss seiner speziellen Patienten.

Zu den berüchtigten Leiden zählen zum Beispiel das Karpaltunnelsyndrom, welches den mittleren Nerv in der Brust einklemmt und neben Schmerzen auch Taubheit verursacht; der berühmte Tennisarm oder die stenosierende Sehnenscheidentzündung, die zu schmerzhaft verkrümmten Fingern führt. In einem Interview mit Motherboard schildern Profispieler wie Jimmi „DeMoN“ Ho, was sich viele kaum vorstellen können, Spiele als Auslöser für Schmerzen dagegen einleuchten lassen. „Wenn wir für die großen Turniere trainieren, stehen wir um 09:00 Uhr morgens auf und spielen durchgehend bis nachts um 02:00 Uhr. Und das ist nur das Training im Team.“ Hinzu kommen Individuelle Trainingsphasen.

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(Bild NetherRealm)

Erste Symtome werden oft ignoriert, bis es nicht mehr geht. Hai Lam, einem bekannteren Spieler, wurde es irgendwann zu viel, bis er seine Karriere beenden musste. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte der 22-Jährige seinen Rücktritt mit den Worten: „Ich kann meine Handgelenksverletzung nicht weiter ignorieren. Es schränkt meine Möglichkeiten ein, so viel zu spielen, wie ich muss, um mich zu verbessern.“

Laut Harrison leiden die Körper der Gamer unter den sich ständig wiederholenden Bewegungen. Gönne man seinem Körper keine Pause, habe er keine Chance, sich selbst zu heilen. Ob man nonstop am Zocken oder beim Mixed Martial Arts-Training sei, fordere der Körper einen Tribut. Damit es nicht so weit kommt bietet Dr. Levi inzwischen nicht nur die Therapie vor Ort an, bei denen die Spieler ihre Maus und Tastatur mitbringen sollen, um die Belastung besser einschätzen zu können. Letztes Jahr veröffentlichte er ein Video mit einigen Massage- und Druckpunkttechniken und Ratschlägen, wie man zwischendurch die Entstehung der schmerzhaften Leiden verindern kann.

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Medizinische Betreuer sucht man auf Turnieren vergebens. Dass Dr. Levi, der Arzt, dem die Zocker vertrauen, die Gesundheit seiner (potenziellen) Patienten am Herz liegt, erkennt man daran, dass er bereits mehrere eSports-Verbände mit der Bitte um ärztliche Betreuung angeschrieben hat, so Motherboard. Ein durchaus angebrachtes Anliegen, angesichts der millionenschweren Preise, die auf die Gewinner warten.

Tags :Quellen:Motherboard

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