BrainScope soll Gehirnschäden von NFL-Spielern sofort erkennen

(Bild: Engadget.com)

Die National Football League (NFL) in den USA wurde für ihren rücksichtslosen Umgang im Zusammenhang mit traumatischen Gehirnverletzungen der Spieler kritisiert. Nun hat die Liga reagiert und zusammen mit General Electric (GE) eine halbe Million US-Dollar investiert, um die Forschung in das portable System BrainScope von Bethesda fortzusetzen, welches entsprechende Gehirnschäden sofort erkennen kann.

Laut einem Anwaltsbericht vom letzten Jahr leiden ein Viertel der NFL-Spieler später an Gehirnschäden und erkranken an Demenz, Alzheimer, Parkinson oder anderen kognitiven Beeinträchtigungen. Die ursächlichen Verletzungen könnte man schon früher behandeln, nur werden traumatische Gehirnschäden in drei von vier Fällen schlicht nicht erkannt und verschlimmern sich mit der Zeit. Um schon während eines Spiels Gehirnerschütterungen zu erkennen, könnte eine Technologie wie BrainScope eingesetzt werden. Sie arbeitet mit Ahead 200, einem Smartphone-EEG, womit verletzte Spieler sofort identifiziert und somit auf der Stelle behandelt werden sollen.

Die 500.000 US-Dollar von NFL und GE sollen nun genutzt werden, um weitere Studien mit High-School-Sportlern durchzuführen. Es soll sichergestellt werden, dass die Technologie auch auf dem Spielfeld die erwünschten Ergebnisse erzielt, also traumatische Gehirnverletzungen augenblicklich anzeigt.

Es hat schon einige Zeit gedauert, bis sich die NFL der Situation geöffnet hat. Die PBS-Dokumentation „League of Denial“ (zu deutsch: Liga des Versagens) von 2013 hat den Druck weiter erhöht, ebenso eine Sammelklage ehemaliger NFL-Spieler, die aufgrund ihrer Zeit auf dem Spielfeld an diversen neurologischen Funktionsstörungen leiden. Für die Zukunft soll dem nun möglichst vorgebeugt werden.

Ab wann das BrainScope eingesetzt wird, ist aber noch unklar. Die Nahrungs- und Medizinverwaltung der USA (FDA) hat Ahead 200 zumindest bereits als Diagnose-Tool zugelassen und das Verteidigungsministerium satte 30 Millionen US-Dollar in die Firma gepumpt. Kein Wunder, schließlich forscht und produziert BrainScope in erster Linie für das Militär.

Tags :Quellen:The Washington Post Titelbild: Via Engadget.comVia:Engadget.com

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