LG G4c im Test – LG, das kannst du besser

(Bild: ubergizmo.de)

Es nennt sich fast so wie sein großer Bruder, das LG G4c. Doch so wirklich hat der kleine Ableger nichts mit dem Flaggschiff der Südkoreaner zu tun. Was am LG G4c trotzdem gut ist und was so richtig stört, lest ihr im Test.

Das LG G4c im Detail

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LG G4c

LG G4c nennt sich der kleine Bruder des wunderschönen LG G4 Flaggschiffs. Doch der ähnliche Name täuscht, denn das LG G4c hat eigentlich überhaupt nichts mit seinem Namensvetter zu tun. Aber fangen wir ganz Vorne an.

Verarbeitung und Design

Dem Design des LG G4c kann man grundsätzlich schon etwas abgewinnen. Es folgt in weiten Zügen der Linie des Flaggschiffes G4. So wurde die Vorderseite in einem Schwarzton belassen und verfügt nur über ein markantes LG Branding. Ebenfalls wurde dem LG G4c eine leichte Krümmung im Display verpasst, die ein bequemeres Tragen in der Hosentasche ermöglichen soll.

Die Rückseite des G4c gleicht zudem dem günstigeren Plastik-Backcover des G4 – eine Ledervariante wird bisher nicht angeboten. Auch wurden die LG-typischen Rear Keys beim LG G4c integriert. Rein in Bezug auf das Aussehen kommt das G4c somit dem G4 sehr nahe.

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Auch in Bezug auf die Verarbeitung steht das G4c dem G4 um nichts nach. Alle Komponenten bestehen zwar ausschließlich aus Plastik, wirken jedoch noch etwas stabiler als beim G4. In Bezug auf die Dicke des Smartphones unterscheidet sich das G4c jedoch gewaltig. Hier kommt man auf rund zehn Millimeter. Zu den Seiten wird die Rückseite des G4c übrigens auch nicht dünner, wie es beim G4 der Fall ist, sodass das gesamte Smartphone weniger elegant erscheint.

Hardware

Nun aber erst einmal genug mit den Vergleichen zum G4, schließlich soll es in diesem Testbericht um das LG G4c gehen. Und ich sage es einfach ganz frei heraus: Bei der Hardware des G4c kann man auch nichts, wirklich nichts, mit dem Flaggschiff G4 vergleichen.

LG hat bei der kostengünstigeren c-Variante auf einen Snapdragon 410 Sechs-Kern-Prozessor mit 1,2 Gigahertz Taktrate gesetzt. Als Arbeitsspeicher kommt beim Flaggschiff-Ableger nur ein mageres Gigabyte zum Einsatz. Auch der interne Speicher fällt sehr klein aus und kommt auf gerade einmal acht Gigabyte.

Immerhin, beim LG G4c ist eine Erweiterung des Speichers per microSD problemlos möglich. Ebenfalls wurde ein LTE Cat.4 Modul (150 Mbps/50 Mbps) und Bluetooth 4.1 integriert.

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Denkt man beim Lesen dieser Werte an das Flaggschiff G4 zurück, so wird einem klar, dass man beim G4c weit weg von einem „light-„, „s-“ oder „mini-„Modell des G4 entfernt ist. Einige meiner Kollegen haben sich teilweise sogar den Spaß erlaubt das „c“ in G4c als „cheap“ zu benennen.

Lest auch: LG G4 im Test: Das extravaganteste Smartphone des Jahres

In Bezug auf die Hardware muss ich den Kollegen dabei leider recht geben. Einzig der üppige 2.540 mAh Akku erfreute mich beim Testen. Dieser schafft es, dass das G4c auf gut zwei Tage Laufzeit kommt. Und manchmal sind es eben dann doch so kleinere Dinge, die bei einem Smartphone einen positiven Eindruck hinterlassen.

Performance

Kommen wir aber zur Performance, so ist der positive Eindruck durch den Akku ganz rasch wieder vergessen. Denn in Bezug auf die Leistung kann das LG G4c irgendwie so gar nicht überzeugen. Das Wischen von einer Seite zur nächsten ist oftmals mit Rucklern verbunden, Apps öffnen sich mit deutlicher Verzögerung von bis zu fünf Sekunden und teilweise bleiben Applikationen hängen oder öffnen sich überhaupt nicht.

Das nervt so richtig, zumal man manchmal das G4c vollständig neu starten muss, damit sich Apps überhaupt wieder öffnen. Es verwundert mich auch, denn eigentlich dürfte das G4c, trotz der schwachen Hardware, solche Probleme nicht haben. Das beweist auch der Antutu Benchmark. Hier kommt das LG G4c auf akzeptable 20911 Punkte. Das bringt einen zwar nicht zum glücklichen Aufschreien, sollte aber zumindest ein flüssiges Arbeiten des Smartphones garantieren.

(Bild: ubergizmo.de)

Nachdem das aber nicht klappt und das G4c ständig mit Verzögerungen und Apps zu kämpfen hat, tippe ich auf eine schlecht optimierte Software. Ich könnte mir daher vorstellen, dass das Smartphone einfach ein Update seitens LG benötigt – und zwar dringend. Denn aktuell macht die Nutzung des Smartphones einfach keine Freude.

Display

Das 5 Zoll IPS-Display des LG G4c kommt auf eine Auflösung von 1280 mal 720 Pixel. Mit 294 ppi ist das HD-Display zudem relativ farbenfroh und stellt gute Kontraste dar. Zudem hat LG dankenswerterweise Gorilla Glass 3 zum Schutz des Bildschirms integriert.

Dankenswerterweise deshalb, da es für LG nicht selbstverständlich ist auf Gorilla Glass zu setzen. Ich erinnere mich dabei nur ungern an das LG G3s des vergangenen Jahres (hier geht es zum Testbericht).

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Im Gesamtbild gefällt mir das Display des LG G4c also ganz gut. Es erweist sich als sehr blickwinkelstabil, bietet eine hohe maximale Helligkeit und lässt sich auch sehr dunkel regeln. Die HD-Auflösung und das Gorilla Glass 3 runden den Eindruck ab. Hier geht LG den richtigen Weg und verpasst seinem Mittelklasse G4c auch tatsächliche Mittelklasse-Komponenten.

Kamera

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Die Rückkamera des LG G4c gestaltet sich grundsätzlich nicht schlecht und bietet bei einer Auflösung von acht Megapixel ordentliche Ergebnisse. Gleichzeitig halte ich die verbaute Kamera aber für einen schlecht gemeinten Witz. So kommt sie im Vergleich zum G4 Flaggschiff, dem Smartphone mit DER Kamera des Jahres 2015, nicht mal annähernd in die gleiche Richtung.

Beim G4c spart sich LG jeglichen Laser-Autofokus, der schon fast zum Standard der G-Serie gehört, es wurde auf einen den Farbsensor verzichtet und ebenfalls findet sich kein Äquivalent zur fantastischen f1.8-Blende des G4.

Bei der integrierten Kamera-App kann das G4c ebenfalls nicht mit dem G4 mithalten. Die verschiedenen Kameramodi (einschließlich manueller Modus) wurden weggelassen, simple Funktionen wie Panoramaaufnahmen oder ein Selbstauslöser sucht man vergeblich. Wo die Kamera also das Hauptfeature des G4 darstellte, entdeckt man beim G4c nur ein Standard-Modul, welches über keine nennenswerten Funktionen verfügt.

Dennoch, spart man sich den Vergleich zum G4, so lassen sich die Aufnahmen des G4c durchaus sehen. Hier einige Beispiele:

Rückkamera bei Tag:

Schöne und natürliche Farben entstehen mit dem G4c. Kontrast und Details findet man dafür eher weniger

Schöne und natürliche Farben entstehen mit dem G4c. Kontrast und Details findet man dafür eher weniger

Nahaufnahme bei Tag:

Nahaufnahmen gehören zu den Stärken der 8 MP Rückkamera. Hier dominieren ein guter Autofokus und natürliche Farben.

Nahaufnahmen gehören zu den Stärken der 8 MP Rückkamera. Hier dominieren ein guter Autofokus und natürliche Farben.

Frontkamera bei Tag:

Gut brauchbare Selfies zaubert die 5 MP Frontkamera hervor. Zudem sind Aufnahmen im Bildformat 16:9 möglich - eine Seltenheit.

Gut brauchbare Selfies zaubert die 5 MP Frontkamera hervor. Zudem sind Aufnahmen im Bildformat 16:9 möglich – eine Seltenheit.

Rückkamera bei Nacht

Bei Nacht könnte die Rückkamera des LG G4c so traumhafte Bilder schießen. Sie fängt die Stimmung perfekt ein. Doch leider verwackeln die Aufnahmen einfach viel zu sehr. Wer also kein Stativ mit sich herumträgt, der wird bei Nacht nur bedingt Spaß mit der Kamera haben.

Bei Nacht könnte die Rückkamera des LG G4c so traumhafte Bilder schießen. Sie fängt die Stimmung perfekt ein. Doch leider verwackeln die Aufnahmen einfach viel zu sehr. Wer also kein Stativ mit sich herumträgt, der wird bei Nacht nur bedingt Spaß mit der Kamera haben.

Fazit

Das LG G4c hätte wirklich so ein tolles Smartphone werden können. Die Anlehnung an den Namensvetter G4 hat es meiner Meinung nach jedoch nicht verdient. Hier finden sich bis auf Grundzüge des Designs keinerlei vergleichbare Komponenten. So bleibt das LG G4c nur ein Smartphone, welches sich gerade so in die Mittelklasse retten konnte. Und das für einen doch recht üppigen Preis von 240 Euro (UVP).

In meiner Wertung komme ich daher auf drei von fünf Sternen. Sowohl für die mittelmäßige Hardware, die teilweise grauenvolle Performance und die lieblos entwickelte Kamera(-app) gibt es von mir einen Stern Abzug.

Positiv kann ich die Anlehnung des Designs an das G4 werten, die gute Verarbeitung, den langlebigen Akku und das gute Display. Hierfür gibt es auch volle drei Sterne.

Rundum muss ich aber sagen: Liebes LG, ich mag eure Produkte wirklich. Gerade mit dem LG G4 habt ihr mein Herz erneut erobert. Doch das LG G4c erweckt bei mir einfach nur den Anschein, dass ihr eure G4-Cash Cow kräftig melken wollt. Das könnt ihr natürlich machen, doch bitte vereiert eure Kunden nicht so. Denn das LG G4c hat quasi nichts mit eurem Flaggschiff zu tun. Gebt euch also Mühe und gewinnt auch die Herzen eurer Kunden erneut. Vielleicht schon mit einem LG G4s zur IFA 2015?

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plusDesign an LG G4 gut angelehnt

plusGute Verarbeitung

plusCurved Display mit HD-Auflösung

plusAkku mit zwei Tagen Laufzeit

plusSehr schwache Performance mit unausgereift wirkender Software

minusLieblos entwickelte Kamera, ohne Ähnlichkeit zum G4

minusHardware selbst für die Mittelklasse fast nicht mehr ausreichend

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