That Dragon, Cancer: Familie verarbeitet in Spiel den Krebstod des Sohnes

(Bild: Kickstarter) That Dragon, Cancer

Für manche mag es geschmacklos klingen, den Krebstod des eigenen Kindes in einem Videospiel zu behandeln. Doch der Independent-Titel That Dragon, Cancer nimmt den Spieler mit in die emotionalen Erinnerungen der jungen Familie Green, die von einer furchtbaren Krankheit überschattet werden. Ein ganz besonderer Ansatz, "spielerisch" auf eine Krankheit aufmerksam zu machen und anderen Mut zu spenden.

That Dragon, Cancer: Berührendes Spiel über eine furchtbare Krankheit

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Im Fokus von That Dragon, Cancer soll nicht die Krankheit, sondern die Persönlichkeit des Kindes stehen.

Ryan und Amy Green nehmen Spieler mit in eine Welt, die durch ihren ehrlichen Umgang mit Krebs Einblicke in das Leben mit dieser Krankheit bietet. Das Point-and-Click-Adventure erzählt die Geschichte ihres am 13. Mai 2014 im Alter von nur fünf Jahren verstorbenen Sohnes Joel, bei dem bereits mit einem Jahr ein Gehirntumor diagnostiziert wurde.

That Cancer, Dragon ist der berührende Versuch, die eigenen Erlebnisse zu verarbeiten. Bereits zu Lebzeiten Joels begannen seine Eltern mit der Umsetzung des künstlerischen Spiels. Nach seinem Tod entschied man sich allerdings, den Fokus vom Krebsleiden auf die Persönlichkeit des Kindes zu verlagern. „Wir haben uns dazu entschieden, den Fokus mehr auf die Persönlichkeit von Joel zu legen und darauf, wie es war, mit ihm etwas zu unternehmen und ihn zu lieben“, erzählt Entwickler Josh Larson in einem Gespräch mit der New Yorker Zeitung.

Das Point-and-Click-Adventure ist durch seine Einfachheit für jedermann zugänglich. Statt mit Rätseln müssen sich Spieler mit Lebensmomenten auseinandersetzen, in denen sie Areale erkunden und Erinnerungen der Familie erleben.

Um diesen außergewöhnlichen Punkt in der Videospielgeschichte Wirklichkeit werden zu lassen, starteten Joels Eltern im November letzten Jahres eine Kickstarter-Kampagne, mit der sie etwa 94.000 Euro erwirtschafteten. Für das Finanzierungsziel von 160.000 Dollar reichte das zwar nicht, trotzdem wurde das Spiel entwickelt, um es voraussichtlich im Oktober für Windows, Linux, Mac und Ouya zu veröffentlichen.

Ryan und Amy Green wollen mit That Dragon, Cancer nicht nur ihre eigene Geschichte verarbeiten, sondern Familien in ähnlichen Situationen ebenfalls eine Stütze bieten. Durch einen Beitrag von 25 Dollar ist es mittels eines Addons möglich, eigene Gegenstände in das Spielgeschehen zu integrieren, die den Angehörigen als Erinnerungsstücke dienen.

Unserer Meinung nach zurecht erhielt dieser mutige Titel bereits einige Auszeichnungen. Außerdem soll noch in diesem Jahr eine Dokumentation über die Enstehung von That Dragon, Cancer erscheinen. Im Regiestuhl sitzen David Osit und Malika Zouhali-Worrall. Wir wollen uns gerne von Joels zu kurzem Leben bewegen lassen, in dem Großes auch einmal ganz leise erzählt wird.

Tags :Quellen:That Dragon, CancerVia:Kickstarter

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