Livetext: Yahoos Antwort auf Snapchat

(Bild: Yahoo)

Yahoo stellte in New York einen etwas speziellen Video-Messenger vor. Er nennt sich Livetext, will das Beste aus Video und Text verbinden und verzichtet ganz nebenbei auf eine Tonspur.

Yahoo Livetext, ein neuer Video-Messaging-Dienst, wurde jüngst in New York vorgestellt. Seit heute kann der Messenger aber bereits in Mitteleuropa, Hongkong, Taiwan und Nordamerika kostenlos heruntergeladen werden. Jeweils eine Version für Android und iOS werden angeboten.

Wozu sollte die Welt noch einen Messenger brauchen? Yahoo hat sich diese Frage wahrscheinlich auch gestellt, und versucht sich mit Livetext in die Richtung des erfolgreichen Snapchats zu positionieren. Demnach werde Livetext Video-Nachrichten mit Text versenden, im Gegensatz zu vielen anderen Messengern aber auf Ton verzichten.

Dies sei vor allem für solche Nutzer relevant, die zu jeder Zeit Video-Nachrichten empfangen möchten, aber nicht andere Menschen mit dem Ton stören möchten. Egal also ob Meeting, in der U-Bahn oder in der Kirche, Livetext wäre der ideale Begleiter unter den Video-Messengern – unauffälliges „Sexting“ ahoi!

Yahoos Idee zu Livetext und die Ähnlichkeit zu Snapchat

„Wir sind da, um unsere Nutzer zu informieren, zu verbinden und zu unterhalten“, gab Yahoos zuständiger Manager Cahan als Parole aus. Livetext setzt besonders den zweiten Aspekt um. Wie Cahan betonte, handelt es sich nicht um ein Social Network mit Followern oder Gruppen, sondern um einen Weg der direkten, wenngleich flüchtigen Kommunikation.

Ein Zeitlimit gibt es nicht, die Gespräche lassen sich aber auch nicht archivieren und später wieder einsehen. Sie seien verschlüsselt und würden bei Yahoo selbst nicht gespeichert, heißt es. Dies soll das Vertrauen der Nutzer gewinnen, dass sie über das System auch private Dinge sagen können.

Mit Livetext betritt Yahoo den bereits dicht besetzten Markt für Videochat, auf dem sich etwa Apples Facetime, Microsofts Skype, Snapchat und Facebooks WhatsApp tummeln. Cahan glaubt aber, dass noch Platz für ein neues Angebot ist: „Die Menschen nutzen viele unterschiedliche Kommunikationswerkzeuge“, und oft jedes aus einem anderen Grund.

Allerdings bedeute der Start von Livetext auch, dass Yahoo seinen klassischen Yahoo Messenger weniger herausstellen werde, erklärte der Yahoo-Manager. Auf Notebooks und Desktops sei Messenger aber weiter ein wichtiges Programm.

Yahoos Mobile-Offensive (seit 2012 unter CEO Marissa Mayer) hat zu einer Reihe neuer und aktualisierter Apps geführt. Der Messaging-Bereich wurde aber bisher vernachlässigt. Livetext wurde nun von einem Team geschaffen, das mit der Übernahme von MessageMe im Oktober 2014 zu Yahoo stieß.

Zugleich blieb Yahoo bisher ein großer Erfolg im App-Bereich versagt: Unter den Top 15 Apps für Mai führt Comscore keine einzige von Yahoo. Dagegen sind die Konkurrenten Facebook und Google mit zusammen acht Anwendungen in den Top 10 vertreten.

Tags :Via:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

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