3D-gedruckte Körperteile halfen das Leben mehrerer Kinder zu retten

(Bild: Boston Children's Hospital)

Im Kinderkrankenhaus in Boston haben Chirurgen letztes Jahr damit begonnen, beeinträchtigte Körperteile von Patienten mit 3D-Druckern zu kopieren, um sich so auf Eingriffe vorbereiten zu können. Nun hat dieser Schritt dazu beigetragen vier Menschen zwischen zwei Monaten und 16 Jahren das Leben zu retten.

3D-gedrucktes Gewebe mit rudimentären Blutgefäßen aus Harvard und pulsierende, 3D-gedruckte Organe aus North Carolina haben uns hoffen lassen, den menschlichen Körper synthetisch bestücken zu können, wenn gerade Not am „Mann“ ist. Die Technologie ist zwar erst am Anfang ihrer Entwicklung, doch hat sie, wenn auch nicht im Körper, sondern nur als Replik, in Boston schon erste Erfolge vorzuweisen.

Die vier Kinder, die in Boston dank der 3D-Druck-Technologie überlebt haben, litten an einer lebensbedrohlichen Fehlbildung der Blutgefäße im Gehirn. Die davon abhängige charakteristische Anatomie machte eine Operation zusätzlich sehr kompliziert, wie Neurochirurg Edward Smith eingestand. Darum verwendeten die Ärzte eine Kombination aus synthetischem Harz und 3D-Druck, um Kopien der deformierten Blutgefäße sowie nahe gelegenen Parts und der umgebenden Gehirnanatomie zu kreieren. Mit den exakten Modellen konnten sie schon zuvor üben und die Gefahr späterer Komplikationen während der tatsächlichen Operation reduzieren.

Die 3D-gedruckten Körperteile erlaubten ihnen einen Blick „aus verschiedenen Perspektiven, OP-Vorbereitung mit echten Instrumenten und fühlbares Feedback“, so Smith. Besonders bei drei der vier Kinder war diese Hilfe nützlich, da sie an einer arteriovenösen Fehlbildung litten, ihre Arterien und Venen also sozusagen verworren waren. Die Chirurgen mussten die Blutgefäße hier möglichst schnell und in einer speziellen Abfolge durchtrennen, was sie dank der Vorbereitung mit 3D-gedruckten Elementen jeweils binnen 30 Minuten geschafft hatten. In Zukunft wollen Smith und sein Kollege Darren Orbach die 3D-Druck-Technologie auch in der Ausbildung neuer Ärzte verwenden – mitunter um auf noch schwierigere Fälle besser vorbereitet zu sein.

Tags :Quellen:Bild: Boston Children's HospitalVia:Mariella Moon, Engadget.com

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