Audi, BMW und Daimler kaufen Nokia HERE

(Bild: ubergizmo.de)

Es überrascht ein wenig, dass ausgerechnet solche starken Konkurrenten sich zusammen getan haben. Doch beim Kauf vom Nokia-Kartendienst HERE hatten Audi, BMW und Daimler ein großes gemeinsames Interesse.

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Die Branchengrößen der Automobilindustrie Audi, BMW und Daimler haben heute bekannt gegeben, den Kartendienst HERE von Nokia zu übernehmen. Der milliardenschwere Deal soll HERE als „unabhängiges Unternehmen“, Zitat Audi Pressemitteilung, positionieren. In erster Linie scheint es aber so, dass die Hersteller ihre Position gegen Internet- und Karten-Riese Google stärken wollen.

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Die Übernahme von HERE soll Anfang 2016 abgeschlossen sein. Audi, BMW und Daimler würden laut eigenen Angaben zudem den Kartendienst zu jeweils gleichen Teilen erwerben. Eine Absegnung durch die zuständigen Kartellbehörden steht noch aus. Über die genau Kaufsumme wurde nichts bekannt gegeben, ntv beruft sich allerdings auf einen Wert von 2,8 Milliarden Euro.

Digitalisierung in der Automobilindustrie

Wenn es um die drei Käufer geht, soll HERE eine Grundlage für die nächste Generation der Mobilität und ortsbezogener Dienste darstellen. Zudem soll der Kartendienst eine Basis für Assistenzsysteme und vollautomatisiertes Fahren darstellen – zwei Themen, die vor allem von Audi und Mercedes stark vorangetrieben werden.

Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der Audi AG, bezeichnete den Kauf von HERE zudem als dahingehend relevant, als dass Informationen heutzutage in digitalen Karten laufen aktualisiert werden müssen, um den höchsten Nutzen bieten zu können. Hierbei bezieht sich Stadler auf eine Kombination aus integrierten Kameras und Sensoren im Auto mit dem Kartendienst HERE.

Zusammen sollen sie Mobilitätsdaten erfassen und Daten wie „Geschwindigkeitsbegrenzungen oder kritische Fahrsituationen“ auswerten und weitergeben. Denkbar wären hier wohl Echtzeit-Karten, die über eine Cloud-Basis mit anderen Fahrern und relevanten Schnittstellen geteilt werden können.

Konkret soll HERE beim Thema der sogenannten Schwarmintelligenz bei folgenden Situationen helfen:

„[Schwarmintelligenz der vernetzen Autos] ermöglicht Gefahrenwarnungen in Echtzeit zum Beispiel vor Glatteis, die sich aus Einzelinformationen wie ABS-Eingriffen und Außentemperatur errechnen lassen. Auch aufkommende Staus können künftig noch präziser angegeben werden, was das Risiko von Unfällen deutlich reduziert. Damit wird die Vision vom unfallfreien Fahren Stück für Stück Realität. In einem weiteren Schritt könnten aus den Daten kritische Kurvendurchfahrungen erlernt werden, um den Fahrer rechtzeitig zu warnen oder Assistenzsysteme zu aktivieren. Denkbar ist auch das Antizipieren von Ampelphasen, um ein Fahrzeug mit angepasster Motorleistung und minimiertem Verbrauch auf einer ‚grünen Welle‘ durch die Straßen zu navigieren.“

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