Google Glass soll jetzt für Unternehmen interessant werden

(Bild: Google)

Wer kennt sie nicht? Googles Augmented-Reality-Brille kam bisher über das Betastadium nicht hinaus und wurde zeitweilig an Entwickler und besonders interessierte Avantgardisten verkauft. Durchgesetzt hat sich das Gerät nie. Doch nun will Google einen zweiten Anlauf unternehmen und sich auf Geschäftskunden fokussieren.

Google Glass Verkauf USA

Bild 1 von 20

...entlarven!
In San Francisco rannte eine Frau wutentbrannt auf den Journalisten Kyle Russell zu, riss ihm seine Google Glass vom Gesicht und zertrümmerte sie. In der kalifornischen Stadt wird zur Zeit häufiger gegen Google protestiert. Der IT-Konzern bezahlt seine Mitarbeiter so gut, dass die Mieten und Preise in der Stadt deutlich ansteigen. Großen Teilen der restlichen Bevölkerung wird es nun zu teuer.

Die Augmented-Reality-Brille Google Glass soll nun mit Geschäftskunden weiterentwickelt werden, meldet das Wall Street Journal. Die Brille wurde in mehreren Varianten bis Januar 2015 verkauft, erst an Entwickler, dann an alle Interessierten in den USA. Begeisterungsstürme rief sie nicht gerade hervor – auch weil sie 1500 US-Dollar kostete, eine Kamera besitzt und recht klobig aussah.

Die Version für Geschäftskunden soll aber kein modisches Accessoire für den Alltag auf der Straße werden sondern für Aufgaben, die während der Arbeit anfallen und der Benutzer keine Hand frei hat. Google Glass soll sich auf bestehende Brillen montieren lassen und besitzt einen Wechselakku und ein anderes Prisma für das Mikrodisplay, berichtet das WSJ.

Google wollte den Bericht der Wirtschaftzeitung nicht kommentieren. Ihm waren in den letzten Wochen zwei ähnliche vorausgegangen, die beide bei 9to5Google liefen. Demnach ist die intern als EE bezeichnete Google Glass Enterprise Edition robust und für professionellen Einsatz tauglich.

Lies auch: Eric Schmidt: Google Glass ist nicht tot

Technische Grundlage der Enterprise Edition soll eine Atom-CPU von Intel sein, die nicht nur für einen spürbaren Leistungsschub sorge, sondern zugleich eine etwas längere Akkulaufzeit ermögliche, wie es hieß. In den Prototypen sei außerdem ein größeres Display für eine bessere Darstellung verbaut. Bestätigt wurden auch frühere Berichte, wonach Glass künftig WLAN-Verbindung nach 802.11a/b/g/n/ac im 2,4- und 5-GHz-Band unterstützt. Google will dadurch offenbar die Nutzung von Videostreaming-Anwendungen im Arbeitsumfeld begünstigen.

Der Konzern hatte die 2012 vorgestellte Explorer Edition zwar zu Jahresanfang abrupt und ohne Nachfolger eingestellt, machte aber mehrfach klar, dass er die Technik überarbeiten und in neuer Form auf den Markt bringen wird. Die Leitung der Sparte wurde Tony Fadell übergeben, der zugleich Nest-CEO ist und als zentraler Figur hinter dem Apple iPod gilt.

Insbesondere hörte Google nicht auf, Firmen zu umwerben. Seit Januar 2014 gab es schon ein an sie gerichtetes Programm namens Glass at Work. Zu den daran beteiligten Partnern gehörten der kalifornische Krankenhausausstatter Pristine und Interapt auf Kentucky, das Apps für Fast-Food-Ketten wie Taco Bell und KFC entwickelt. Letzteres erstellte eine Glass-App, die Mitarbeitern bei der Zubereitung von Speisen assistiert. Einen Rückschlag musste Glass at Work aber vergangenen Monat hinnehmen, als der zuständige Manager Chris O’Neill als CEO bei Evernote anheuerte.

Tipp: Wie gut kennst Du Google? Teste dein Wissen – mit 15 Fragen bei ITespresso.

Tags :Quellen:News.comVia:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising