Neue Drohnenkamera funktioniert wie Facettenauge

(Bild: Getty Images/Flickr RF)

Ein Forscherteam der École Polytechnique Fedérale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz baute ein kleines Set elektronischer Augen für Drohnen, die den Facettenaugen von Insekten nachempfunden sind. Vor allem winzige Überwachungsdrohnen sollen die Technik einsetzen.

Keine Frage, schön ist eine solche Makroaufnahme von Insekten wohl für die wenigsten. Dafür sind die Facettenaugen, die man hier sieht, an Funktionalität kaum zu überbieten. Sie generieren, anders als unsere Augen oder Kameras, keine hohe räumliche Auflösung, also Pixeldichte eines Bildes, sondern basieren auf schneller Reaktion auf Veränderungen von Lichtreflexionen und der Erscheinung von Objekten, wenn sich Insekten bewegen. So soll auch die neu entwickelte Kamera funktionieren.

Sie ist auf eine Linse komprimiert, die auf drei dreieckigen elektronischen Photodetektoren sitzt. Eine Drohne kann damit erkennen, wie schnell und in welche Richtung sich ein Objekt bewegt, indem diese Messungen von jedem Detektor durchgeführt werden. Der Sensor ist dabei nur zwei Quadratmillimeter groß und wiegt lediglich zwei Milligram. Trotzdem kann er dreimal schnellere Bewegungen erkennen als eine gewöhnliche Hausfliege und – ein weiterer großer Vorteil – arbeitet sowohl bei schwachem Licht in Zimmern als auch bei Sonnenlicht im Freien gleich gut.

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(Bild: EPFL)

(Bild: EPFL)

Zur Vollendung des Auf-Einmal-Rundumblicks entwickelte das Team außerdem ein „Weitsicht-Band“, also im Grunde genommen einen flexiblen Streifen mit vielen solcher Augen, der dann auch an krummen Oberflächen befestigt werden kann – unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Drohne, einen Industrieroboter, Möbel oder gar Kleidung handelt, so die Forscher.

(Bild: EPFL)

Das flexible Weitsicht-Band. (Bild: EPFL)

Zusätzlich zu kleinen Überwachungsdrohnen hätten vor allem große Kampfdrohnen schon jetzt einen Nutzen von den neuen Kameras, sofern diese an deren Bedürfnisse angepasst wurden. Die Piloten der Kampfdrohnen sprechen bislang von einer Art Strohhalmblick, mit dem sie ihre Ziele verfolgen. Die Umgebung, das Umfeld ihrer Opfer, kann dabei nicht gleichzeitig beobachtet werden, was gelegentlich der Grund für Fehleinschätzungen von Situationen in Krisengebieten ist und den Tod unschuldiger Zivilisten bedeutet.

Gar keine Kampfdrohnen einzusetzen wäre langfristig selbstverständlich die beste Lösung für Frieden, nicht zuletzt aufgrund der düsteren Prognose von Hawking, Wozniak und Co, welche schon jetzt ein Verbot autonomer Waffensysteme fordern.

Tags :Quellen:Bild: Getty Images/Flickr RFVia:Andrew Tarantola, Engadget.com

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