Test: Zeiss VR One [Video]

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Die Virtual Reality Brille VR One von Zeiss will uns virtuelle Welten in bester Qualität zeigen. Trotz toller Optik gibt es jedoch noch einiges nachzubessern. Wir haben die VR One für euch ausprobiert.

Die besten Bilder der Zeiss VR One

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Zeiss VR One
(Bild: Übergizmo)

Optik & Verarbeitung

Optisch gefällt die Zeiss VR One sofort. Sie wirkt stabil verarbeitet. Der Teil, der am Gesicht aufliegt, wurde weich gepolstert. In Verbindung mit dem dicken Gummigurt lässt sich die Brille dadurch komfortabel tragen.

Die Aussparung für die Nase ist groß. Das ist auf der einen Seite gut, so passen auch größere Zinken in die VR One. Auf der anderen Seite kann hier Licht eindringen, was der VR-Illusion nicht zuträglich ist. Das hätte man relativ einfach mit einer zusätzlichen Polsterung verhindern können.

Hier mein ausführliches Testvideo zu Zeiss VR One:

Trägt man die VR One, kommt wenig Luft in den Innenraum. Dadurch beschlagen die Linsen besonders an warmen oder feuchten Tagen recht schnell. Das kann wirklich ärgerlich werden, denn mit beschlagenen Linsen lässt sich die Brille nicht nutzen.

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Die Frontscheibe wurde fest verklebt. Deswegen lassen sich die mit der Zeit verstaubenden Linsen nur sehr umständlich zum Beispiel mit Wattestäbchen reinigen. Zeiss legt der VR One leider keine Tasche bei, um unnötiges Verstauben zu verhindern.

Zeiss VR One (Bild: Übergizmo)

Der Raum vor den Linsen ist laut Zeiss groß genug, um die VR One mit Brille tragen zu können. Ich habe das mit meiner Sonnenbrille ausprobiert: funktioniert super. Leider sind die Linsen starr fixiert. Hier ist keine Anpassung an den eigenen Augenabstand möglich.

Nutzung

Die VR One nutzt ähnlich Googles Cardboard ein Smartphone um virtuelle Welten vorzutäuschen. Die Brille selbst verfügt über kein bisschen Technik. Das Handy wird in ein Fach gelegt und seitlich in die VR One geschoben. Das Problem: Es gibt lediglich Einsätze für das Apple iPhone 6, das Samsung Galaxy S5 und (seit Juli 2015) Galaxy S6. Zeiss stellt außerdem 3D-Modelle des Fachs zum selbst drucken (lassen) für das Galaxy S4, LG G3 und Nexus 5 online zur Verfügung.

Zeiss VR One (Bild: Übergizmo)

Diese Beschränkung auf derart wenige Smartphone-Modelle verkleinert die Anzahl der potenziellen VR One Nutzer gewaltig. Warum gibt es hier kein universelles Handyfach mit flexibler, anpassbarer Halterung? Theoretisch passen in die VR One Smartphones mit einer maximalen Display-Diagonale von 5,2 Zoll. Auch krass: Die Zeiss VR One ist nun seit 10 Monaten auf dem Markt und zu den zwei ursprünglichen Handyschalen ist gerade mal eine(!) dazu gekommen.

Steuerlemente

Steckt das Handy einmal im Fach, können die seitlichen Bedienelemente des Smartphones nicht mehr erreicht werden. Das ist ärgerlich, wenn man zum Beispiel die Lautstärke anpassen möchte.

Zeiss VR One (Bild: Übergizmo)

Auch ansonsten fehlt jegliche Steuermöglichkeit. Klar, dass man hier kaum ein Touchfeld wie die Samsung Gear VR bieten kann. Allerdings wäre es durchaus möglich gewesen, das Magnetsteuerelement von Google Cardboard zu übernehmen, so würde man den Einsatzbereich der VR One mit einem Schlag deutlich erweitern. Es gibt jedoch eine recht simple Möglichkeit, den Magnetschieber bei der VR One nachzurüste. Hier findet ihr eine Videoanleitung:

Apps zum Davonlaufen

Zeiss stellt in den einschlägigen App-Stores drei Programme für die VR One zur Verfügung. Gleich vorneweg: Spart euch den Download. Die App VR One Media fungiert als optisch wenig ansprechender Hub um Apps von Drittanbietern aus dem App Store zu laden. Das gleiche Angebot findet ihr auch direkt im App-Store – nur schöner.

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VR One Cinema setzt euch in einen verpixelten Kinosaal in dem lokal gespeicherte Videos betrachtet werden können. Leider schlecht umgesetzt. Holt euch lieber die App VR Player. Kostet etwa 3,50 Euro und kann alles, was das Herz begeht (inklusive Head Tracking).

Zeiss VR One (Bild: Übergizmo)

Die App VR One AR lässt euch die Umgebung durch die Handykamera betrachten. Auf dem mitgelieferten Papier-Würfel entstehen nur Figuren und Formen. Sinnlose Tech-Demo die nach genau 36 Sekunden nervt.

Natürlich gibt es im App-Store jede Menge weiterer Apps. Die meisten gehen allerdings nicht über ein Tech-Demo hinaus.

Feinste Linsen

Zeiss wäre nicht Zeiss, wenn sie nicht ausgesprochen gute Linsen in der VR One verbauen würden. Das in der VR One erzeugte Sichtfeld ist wunderbar groß. Ohne einen direkten Vergleich zu haben würde ich sagen, dass das Sichtfeld mit dem der Samsung Gear VR vergleichbar ist. Die VR-Erfahrung ist großartig und kaum mit dem Gefummel eines Google Cardboard vergleichbar.

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Allerdings zeigen sich beim Galaxy S5 mit seinen 431 ppi doch deutliche Pixel. Mit einem iPhone 6 könnte die Erfahrung dank 326 ppi (allerdings keine Pentile-Problematik) nochmal schlechter sein.

Wir nutzen Die Zeiss VR One mit einem Samsung Galaxy S5. Wir hätten zwar auch ein S6 da und es auf Grund der höheren Auflösung vorgezogen, allerdings fehlte uns dafür das passende Handyfach.

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Fazit

Die Linsen der VR One sind wirklich großartig und auch den hohen Tragekomfort verbuchen wir auf der Haben-Seite. Das war es dann leider schon mit dem Lob. Negativ ist mir die schlechte Belüftung und Reinungsmöglichkeit aufgefallen. Durch das Nasenteil fällt Licht und die Linsen können nicht an den eigenen Augenabstand angepasst werden. Die elitäre Handyschalen-Politik ist komplett unverständlich und die VR One Apps zum vergessen. Überhaupt gibt es derzeit kaum sinnvolle VR-Apps auf dem Markt – das kann man Zeiss aber kaum vorwerfen.

Sinnvoll ist die VR One für all jene, die ein passendes Handy besitzen und bereits Google Cardboard (5 Euro) ausprobiert und für gut befunden haben. Der von Google gewohnte Magnetschieber lässt sich nachrüsten, so erweitert man die Möglichkeiten der VR One enorm. Ansonsten ist die VR One nur für sehr neugierige Early-Adopter und Entwickler wirklich interessant.

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Pro / Con:

plusWeites Sichtfeld, tolle Linsen

plusHohe Verarbeitungsqualität

plusHoher Tragekomfort

minusNur drei passende Smartphones

minusKeine Steuerungseinheiten

minusSchlecht belüftet – beschlägt

minusLinsen verstauben von innen

minusNasenteil ungepolstert – Licht fällt ein

minusFest verbaute Linsen – Augenabstand

 

Hier mein ausführliches Testvideo zu Zeiss VR One:

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