Online-Speicher im Visier: Sind wir „Man-in-the-Cloud“-Angriffen ausgeliefert?

Cloud Computing (Bild: Shutterstock)

Cloud-Speicherdiente sind ungemein praktisch, keine Frage. Doch während der Black Hat-Konferenz in Las Vegas hat das Sicherheitsunternehmen Imperva Details zu einer "Man-in-the-Cloud"-Sicherheitslücke verraten, die es Angreifern ermöglicht, unerlaubt in unser Wölkchen einzudringen und sogar Malware einzuschleusen.

Das könnte Nutzern von Cloud-Diensten wie Google Drive, Box, OneDrive oder Dropbox die Stimmung verhageln. Besagter Angriff unterscheidet sich den Forschern zufolge von klassischen Man-in-the-Middle-Angriffen, die darauf basieren, dass Dritte Datenkommunikation zwischen zwei Servern abfangen. Er wird durch einen Designfehler in vielen Dateisynchronisationsdiensten ermöglicht und stellt nicht nur eine Gefahr für Verbraucher dar, sondern auch für Unternehmen, die vermehrt cloudbasierte Lösungen einsetzen, um vertrauliche Personen- und Unternehmensdaten bereitzustellen.

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Für den Diebstahl online gespeicherter Daten benötigt ein Hacker lediglich einen Passwort-Token. Dabei handelt es sich um eine kleine Datei auf dem Gerät eines Nutzers, in der die Anmeldedaten hinterlegt sind, damit nicht bei jedem Aufruf des Diensts Benutzername und Passwort erneut eingegeben werden müssen. Den beispielsweise per Phishing oder von einer per Drive-by-Download untergeschobenen Malware entwendeten Token kann der Angreifer anschließend nutzen, um von einem anderen Rechner aus das Konto des Nutzers zu übernehmen. Ab dann hat der Angreifer lauft Imperva Zugriff auf alle online abgelegten Dateien und kann zudem von der Cloud aus in die lokal synchronisierten Ordner Malware einschleusen, die dann für weitere Angriffe benutzt werden kann.

Der Kontoinhaber ist dem Angriff nahezu wehrlos ausgeliefert. Da der Token mit dem Gerät des Nutzers verknüpft ist, kann der Angreifer durch eine Änderung des Passworts nicht aus dem Konto ausgesperrt werden.

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„Das sollte uns wirklich beunruhigen“, sagte Amichai Schulman, Chief Technology Officer von Imperva, im Gespräch mit ZDNet.com. „Angreifer suchen nach Methoden, die kaum erkannt werden können. In Wirklichkeit haben sie die schon gefunden.“

Die Anbieter der Cloudspeicherdienste nahm Schulman jedoch in Schutz. „Diese Dienste sind nicht gefährlich oder unsicher.“ Man müsse zwischen Sicherheit und Nutzbarkeit abwägen. Viele Dienste böten inzwischen zudem eine Authentifizierung in zwei Schritten an oder benachrichtigten ihre Kunden über Anmeldungen, die von neuen Geräten aus erfolgten. Viele Nutzer ignorierten jedoch diese Meldungen.

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Tags :Quellen:ImpervaVia:Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de

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