Werbeblocker nehmen um 41 Prozent zu: Publisher verlieren Milliarden Dollar

(Grafik: PageFair)

Wie nervig Werbeanzeigen auf Webseiten sind, hängt davon ab, wie sie präsentiert werden. Anzeigen, die lediglich an den Rändern einer Seite um Aufmerksamkeiten bitten, sind in der Regel ertragbar und stören nicht weiter. Pop-ups, die einem regelrecht ins Gesicht springen und sich nur über kleine, gut versteckte Buttons schließen lassen, gehen beim Surfen aber sicherlich vielen Internetnutzer deutlich mehr auf den Senkel. Kaum verwunderlich, dass viele Anwender auf einen Ad-Blocker setzen, um von solchen Anzeigen verschont zu bleiben.

Obwohl sich Werbenetzwerke und Webseitenbetreiber immer mehr um eine nahtlose und weniger lästige Implementierung von relevanten Werbebannern bemühen, scheint die Installation von Werbeblocker-Software weiter anzusteigen. Laut einem aktuellen Bericht von PageFair und Adobe verzeichneten Ad-Blocker im vergangenen Jahr ein Wachstum von 41 Prozent. Das berichtet die Webseite Business Insider.

Die meisten Publisher, dessen Geschäftsmodelle in der Regel auf Werbeeinahmen basieren, kostet dieser weiter ansteigende Trend jährlich Unsummen an Einnahmen. Dem Bericht zufolge werden Verlage im Jahr 2015 gut 21,8 Milliarden Dollar an Einnahmen durch Werbeblocker verloren gehen. Den Schätzungen von PageFair und Adobe zufolge wird die Summe im Jahr 2016 sogar auf 41,4 Milliarden Dollar anwachsen.

Dank der Bemühungen von Organisationen wie der EFF ist diese Entwicklung aber nicht allzu überraschend. Die Electronic Frontier Foundation hat kürzlich die Vollversion ihres Privacy-Badger-Plugins für Chrome und Firefox veröffentlicht, das Verbindungen zu Werbenetzwerken unterbindet, die den Internetnutzer über mehrere Webseiten verfolgen wollen.

Auch Apples neues Betriebssystem iOS 9 kommt mit einer Funktion, die es Entwicklern erlaubt, Erweiterungen für den Safari-Browser zu programmieren, die Bilder, Videos, Texte, Pop-ups und sogar Tracking-Cookies blockieren können. Diese könnten demnach zum Blockieren bestimmter Webinhalte wie Werbung dienen.

Solange Werbung nicht weniger störend eingebettet wird, dürfte sich der Werbeblocker-Trend wohl auch weiter fortsetzen. Das hat in dem Sinne auch schon Googles Larry Page eingeräumt. Was stört euch am meisten an Werbeanzeige? Schreibt es uns in die Kommentare.

Lies auch: GIBTS BALD KEINE WERBUNG MEHR AUF ANDROID?

Tags :Quellen:PageFairVia:Ubergizmo.com
  1. Mich stören die penetranten Werbeeinblendungen wie die auf dieser Seite (am rand)
    In Text Werbung wie die von Google stört mich keineswegs und Seiten die solche Werbung verwenden sind auf der Whitelist, der Rest hat Pech gehabt

  2. Mich würde mal was ganz anderes interessieren: LIEST jemand (ohne Adblocker) die Werbung wirklich und erhöhen sich hierdurch die Umsätze?

  3. Wundert mich nicht.
    Allein auf dieser Seite blockiert mein Werbe- und Trackingblocker aktuell 15 Elemente.

    Was die Werbeblocker global an Strom sparen durch weniger geladene Daten und weniger rumgeflacker auf dem Bildschirm würde ich gerne mal wissen.

  4. Die Werbeindustrie hat es sich selber zuzuschreiben. Unaufdringliche Werbung in kleinen Bannern sieht man fast garnicht mehr. Stattdessen wird alles mittig auf der Seite plaziert, der Button zum schließen ist häufig versteckt oder auf mobilen Geräten garnicht erst zu sehen und es hilft nur ein neuladen der Seite. Zudem ist das automatische Abspielen von Mediendateien auf mobilen Geräten nciht besonders freundlich. Werbung sollte auf alle Fälle unaufdringlicher werden.

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