Microsoft versucht Computer beizubringen was witzig ist

(Bild: Shutterstock)

Wer gerne die US-Sitcom "The Big Bang Theory" sieht, hat ungefähr eine Vorstellung davon, in welcher Beziehung Computer und Humor stehen. Ein Forscher von Microsoft arbeitet laut Bloomberg nun mit The New Yorker an einem Projekt, das künstlichen Intelligenzen beibringen soll, was witzig ist und was nicht. Sagt es Sheldon!

Zwar haben Systeme, wie beispielsweise Apples Sprachassistent Siri, durchaus überraschende Antworten parat, die uns zum Lachen bringen – jene menschliche Reaktion ist aber in der Regel dem Umstand geschuldet, dass es sich eben um eine künstliche Intelligenz (KI) handelt. Von einem Sinn für Humor sind KIs noch ein ganzes Stück entfernt. Noch.

Dafna Shahaf konnte einer KI bereits lernen, unter mehreren kurzen Texten zum gleichen Thema, denjenigen auszuwählen, der am witzigsten ist. Dazu trainierte er den Computer mit Cartoons und Witzen von der Rückseite des Magazins The New Yorker. Ein richtiger Schlaumeier ist der Computer aber nicht. Da er nur Bilder verstehen kann, mussten handgezeichnete Cartoons und deren Kontexte manuell beschrieben werden. Shahaf griff dabei auf Amazon Mechanical Turk zurück, einem Internetmarktplatz für Gelegenheitsarbeiten mit rassistisch klingendem Namen (turk = Türke).

Über die Plattform sortierten mehrere Personen kurze Antworten in der Reihenfolge „witzig“ bis „nicht witzig“ und ordneten auch die Witze des Magazins danach. Letztendlich hat die KI meistens denjenigen Text als am witzigsten interpretiert, den auch die beteiligten Personen gewählt hatten. Genauer gesagt: 55,8 Prozent der witzigsten Texte, für die sich auch Menschen entschieden – ein kleiner Erfolg.

Ziel der Forschung ist es, Computer dazu zu bringen, eigene Witze zu erzählen und die Instant-Übersetzung des Skype Translators, der die Sätze zweier Videochatpartner mit unterschiedlichen Sprachen sofort übersetzt und dem jeweiligen Gegenüber anzeigt, zu verbessern.

Einen ersten Nutzen hatte die Arbeit aber bereits. So hat die trainierte KI etwa 2.200 der wöchentlichen 5.000 beim Magazin eingehenden Texte aussortiert und die Redakteure davor bewahrt, noch mehr unlustige Einsendungen zu lesen. Na hoffentlich gehen da keine Perlen der humoristischen Kleinkunst verloren.

Tags :Quellen:Bloomberg Bild: ShutterstockVia:Amber Bouman, Engadget.com

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