RRADS: So verhalten sich Fahrer in autonomen Autos

(Bild: Google)

Wie erforscht man das Verhalten von Nutzern für eine Technik, die gerade erst entwickelt wird? Vor diesem Problem stehen auch Autohersteller, die autonome Fahrzeuge entwickeln. Vertrauen die Passagiere den Entscheidungen des Fahrzeugs oder wollen sie am liebsten sofort aussteigen? Mit einem Experiment können die Forscher schon heute das Verhalten testen.

Das Prinzip des Experiments heißt Wizards of Oz. Der Fahrer oder besser gesagt der Passagier eines autonomen Autos soll nicht hinter den Vorhang gucken (können). In der Realität umgesetzt heißt das: Der Passagier glaubt, in einem autonomen Fahrzeug zu sitzen. So können die Forscher schon jetzt ergründen, wie das Verhalten der Nutzer einer künftigen Technik ist, berichtet IEEE Spectrum.

Im Experiment, das am Stanford Center for Design Research entwickelt wurde, haben Forscher ein normales Auto so umgebaut, dass der Beifahrer den menschlichen Fahrer nicht sehen kann. Einige Testpersonen bekommen so den Eindruck, dass das Auto autonom steuert. Um den Effekt noch zu verstärken „spricht“ das Auto mit ihnen.

Übrigens: Absichtlich Belogen oder betrogen werden die Testteilnehmer nicht. Sie unterschreiben sogar ein Formular, in dem steht, dass ein echter Fahrer aus Fleisch und Blut das Auto steuert. Doch viele lesen den Passus nicht und glauben einfach, was sie sehen. So können Forscher auf ethisch vertretbare Weise ihr Verhalten analysieren – weil sie ja glauben, in einem autonomen Auto zu sitzen.

Lies auch: AUTONOMES FAHREN LAUT DOBRINDT NICHTS FÜR BETRUNKENE

Das klappt nicht mit allen Testpersonen – von 35 Stück konnten die Forscher gerade einmal 8 Menschen ausmachen, die darauf hereinfielen. Aber sie waren „begeistert“ und „überrascht“ von den Fähigkeiten des Autos – und vertrauten ihm nach anfänglicher Skepsis durchaus. Das dürfte – vor allem wenn die Tests fortgeführt werden – den Autoherstellern wertvolle Hinweise geben, was sie noch verbessern müssen. Zum Beispiel wäre es nicht schlecht, wenn das Auto gelegentlich mit dem „Beifahrer“ spricht – ganz so, wie das Fahrlehrer auch manchmal von ihren Fahrschülern erwarten.

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising