Xiaomi Yi Cam im Test: Die beste Action Cam ihrer Preisklasse

(Bild: ubergizmo.de)

Mit der Yi Cam will Xiaomi die GoPro vom Siegertreppchen stoßen. Wie sich die Action Cam in der Realität unter Beweis stellt, lest ihr in unserem Test.

Xiaomi Yi Cam im Detail

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Zur Verfügung gestellt wurde uns die Xiaomi Yi Cam von gearbest.com. Der Shop hat uns mittlerweile schon mehrere Testgeräte zur Verfügung gestellt und überzeugt mit raschem und sicherem Versand aus China. Deshalb auch an dieser Stelle: Danke gearbest.com für das Testgerät!

Verarbeitung und Design

Meine Erwartungen an eine Action Cam sind relativ niedrig angesiedelt. Wenn es nicht gerade eine GoPro ist, erlaube ich vielen Herstellern einige Mängel. Dass man mit diesen Mängeln nicht zufrieden sein muss, sieht man auch schön im Testbericht meines Kollegen Mathias zur Blackview Hero 1.

Doch in meinen Augen gehört die Xiaomi Yi Cam zu den schicksten und am besten verarbeiteten Action Cams der unteren Preisklasse, die mir bisher in die Finger gekommen ist. Alle Komponenten der Kamera sind nahtlos verbaut, selbst die zwei Klappen auf der Rückseite weisen quasi keine Spaltmaße auf. Die Buttons, ein häufiger Kritikpunkt bei Action Cams, sind solide verarbeitet, lassen sich gleichmäßig drücken und wackeln nicht. Einzig ein etwas hohler „Klick“-Ton ist beim Drücken zu vernehmen.

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In Bezug auf die Anordnung der Buttons und Komponenten, sowie in punkto Design gleicht die Yi Cam in vielen Bereichen dem Vorbild GoPro. Allerdings hat Xiaomi der Yi Cam trotzdem einen individuellen und fast unverwechselbaren Look verpasst. So wurde die Front der Kamera in einem Klavierlack-Weiß gehalten, wohingegen die Seiten der Cam in einem versetzten „Balken-Muster“ gehalten wurden – ich nenne das einfach mal so.

Im Gegensatz zu meinen Erwartungen an eine 60 Euro Action Cam, hat die Yi Cam mich also deutlich überrascht. Selten habe ich solch verhältnismäßig günstige Produkte testen dürfen, die in Hinblick auf die Verarbeitung und das Design aber dennoch alle Wünsche erfüllen.

Hardware

Die Yi Cam verspricht ebenfalls erstaunlich gute Hardware zum kleinen Preis. Im Fokus steht hier ein Sony (Exmor R BSI CMOS) Bildsensor mit 16 Megapixel Auflösung. Damit sind Aufnahmen mit bis zu 1080p und 60fps möglich. Eine Nachjustierung kann über die offizielle App erfolgen. Der Aufnahmewinkel fällt im Vergleich zu vielen anderen Action Cams etwas geringer aus. Hier schafft die Xiaomi Yi Cam „nur“ 155 Grad, was aber vollkommen ausreichen sollte.

Die Yi Cam kann entweder eigenständig oder via App Videos und Bilder aufnehmen. Entscheidet man sich für die App, stehen jeweils eine Version für iOS und Android zur Verfügung. Mit einem passenden Gehäuse ist die Yi Cam zusätzlich bis zu 40 Meter mit Gehäuse wasserdicht.

Ein zentraler Punkt bei Kameras ist der Akku. Dieser soll angeblich von Panasonic stammen. Allerdings erscheint mir das fragwürdig, nachdem der Akku keine Panasonic-Branding aufweist. Die angegebenen 1100 mAh stimmen dafür. Damit sollen Aufnahmen über 60min möglich sein. Bei voller Auflösung schafft man es allerdings eher auf 45-50 Minuten. Der Kauf eines günstigen Ersatzakkus ist also zu empfehlen.

(Bild: ubergizmo.de)

Über einen internen Speicher verfügt die Yi Cam nicht. Dieser lässt sich aber per microSD auf maximal 64 Gigabyte erweitern. An der gleichen Stelle, wo sich der Slot für die microSD befindet, findet sich auch jeweils ein Eingang für HDMI und Micro-USB.

Ein häufiger Kritikpunkt bei der Xiaomi Yi Cam findet sich beim Bildstabilisator. Hier scheiden sich die Geister fast zu 50/50 im Internet. Ich persönlich hatte einen Bildstabilisator vorausgesetzt, als ich das Testvideo gedreht hatte. Allerdings bin ich mir nach der Auswertung des Materials nicht mehr so sicher. Ein Dank geht an dieser Stelle auch an FunnyitsElmo, der mich darauf aufmerksam gemacht hat. Teilweise wirken die Bilder sehr verwackelt, gerade in Hinblick auf bewegungsreiche Sportarten wie Joggen.

Hierzu habe ich eine Anfrage nach China gesendet, um ein für alle Mal Gewissheit zu haben. Eine Antwort darf ich morgen erwarten, wurde mir geschrieben. Seid also auf ein kleines Update dieses Testberichts gespannt.

Zusätzlich verfügt die Yi Cam auch über ein Mikrofon, welches häufig gerne kritisiert wird. In meinen Augen liefert dieses allerdings einen vernünftig ausgewogenen Ton und ist für seine Preisklasse nicht zu kritisieren.

Rundum darf man also von der Hardware keine high-end Leistung erwarten, sich jedoch über relativ scharfe und farbneutrale Ergebnisse freuen. In meinem Testlauf blieb die Yi Cam zudem konstant kühl und erhitzte, trotz heißen Sommertemperaturen, nie.

Bedienung

Mit App, ohne App – egal ob man die Yi Cam mit Smartphone nutzen möchte oder nicht, die Wahl bleibt dem Kunden überlassen. Natürlich benötigt es etwas Übung die Kamera ohne Display auf das gewünschte Objekt zu richten, aber selbst das gelingt ohne Probleme. In Kombination mit verschiedenen Halterungen für Fahrräder, den Körper oder das Auto ist der Bildausschnitt im Übrigen sowieso schon festgelegt.

Wer allerdings lieber sehen möchte was die Kamera da genau aufnimmt, der kann sich die passende App von Xiaomi herunterladen. Diese gibt es für iOS und Android in den Sprachen Englisch und Chinesisch. Nachdem die Kamera ausschließlich für den asiatischen Markt vorgesehen war, findet sich die App auch nicht so einfach im passenden Appstore. Hier hat Xiaomi aber mitgedacht und liefert bei Bestellung einen QR-Code und einen passenden Link zum Download der App.

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Grundsätzlich gestaltet sich das Aufnehmen von Videos und Fotos, ohne Smartphone, aber sehr einfach. Über einen langen Druck auf den Powerbutton startet die Yi Cam mit einem unüberhörbarem Piepsen. Ab diesem Zeitpunkt können Fotos über den Auslöser auf der Oberseite geschossen werden. Wer lieber Videos machen möchte, der muss einmal den Power Button drücken und wechselt in den Videomodus. Auch hier das gleiche Spiel: Einmal den Auslöser drücken und schon startet die Aufnahme. Rundum also eine simple Variante, um Videos aufzunehmen.

Bei der Nutzung der Yi Cam mit der App muss in in Bezug auf die Nutzerfreundlichkeit keine Abstriche machen. App herunterladen, Kamera anschalten, den Wi-Fi-Button auf der linken Seite der Cam drücken und schon wird die Kamera in der App erkannt. Nun noch die Cam in der App bestätigen und schon kann es losgehen.

(Bild: ubergizmo.de)

Die Yi Cam App gestaltet sich im Aufbau sehr simpel. Es finden sich Buttons für eine Bildergalerie, zum Knipsen von Fotos/Videos und zu verschiedenen Kameramodi am unteren Rand. Der Obere Rand zeigt die aktuelle Auflösung an und bietet Zugriff auf diverse Einstellungen wie Auflösung, Uhrzeit und mehr. Das war es dann eigentlich auch schon.

In Bezug auf die Bildübertragung bietet die Yi Cam App sehr rasche Ergebnisse. Hier findet sich nur eine minimale Zeitverzögerung. Abstürze der Bildübertragung oder gar der ganzen App sind im Testverlauf nicht aufgetreten.

Videotest zur Xiaomi Yi Cam

Nachdem es sich bei der Yi Cam um eine Action Cam handelt, welche Videos primär aufnimmt, möchte ich euch die Bildqualität natürlich auch nicht vorenthalten. Einige Eindrücke und mein Video-Testergebnis findet ihr im folgenden Clip.

Eingesetzt wurde die Kamera im Auto, beim Joggen, auf dem Fahrrad, aus der „Ego-Perspektive“ und ganz ohne Hülle und freihändig. Hierzu auch noch gleich der Hinweis: Teilweise wirken die Videos nicht wirklich toll, gerade der Part mit dem Joggen. Dies liegt allerdings weniger an der Yi Cam, sondern vielmehr an dem billigen Zubehör, welches ich mir eigenständig für den Test bestellt hatte.

Fazit

Xiaomi hat meiner Meinung nach bei der Yi Cam alles richtig gemacht. Trotz eines sehr günstigen Preises von aktuell circa 60 Euro bietet die Yi Cam ein ideales Starterpaket für alle, die ihre sportlichen Bestleistungen und verrückte Urlaubsmomente festhalten möchten. Nicht nur die Verarbeitung überzeugt dabei bis ins Detail, auch die verbaute Hardware und die simple Bedienung lassen die Yi Cam als echte Alternative zu vielen anderen Action Cams erscheinen.

Nachteile konnte ich hingegen wenige finden. Sollte es sich bewahrheiten, dass die Yi Cam über keinen Bildstabilisator verfügt, würde dies als Nachteil mit in die Wertung einfließen. Allerdings fiel mir in der Nutzung dies nicht auf.

(Bild: ubergizmo.de)

Einen halben Stern Abzug erhält die Yi Cam dennoch, da mir die Texturen der Videos teilweise etwas verwaschen erscheinen. Im eingebundenen Testvideo sieht man dies besonders beim Teil „Fahrrad durch den Wald“ (circa ab Minute 5:15). Hier hat die Kamera merklich mit der Fülle an ähnlichen Farben und Strukturen zu kämpfen und kann diese nicht gut aufzeichnen.

Mit in den halben Stern Abzug fließt das fehlende Zubehör ein. Ja ich weiß, der Lenz ist ein Geizhals, aber hier bietet die Konkurrenz immerhin fast durchgehend einen wasserdichten Case beim Kauf.

Aber was soll der Geiz um den halben Stern. Die Xiaomi Yi Cam stellt eine absolut verlässliche Action Cam dar. Sie kostet einen Bruchteil der GoPro und macht dabei meiner Meinung nach nur bei den Feinheiten Abstriche. Wer also auf der Suche nach einer günstigen Action Cam ist, der darf seinen Blick nach China richten, genauer zu Xiaomi. Zwar bietet auch die restliche chinesische Konkurrenz vergleichsmäßig günstige Action Cams, doch hier langt man oft daneben und ärgert sich.

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Pro und Contra

plusplus(Mein) bisheriger Preis-Leistungs-Sieger

plusSehr gut Verarbeitet

plusSimple Bedienung

plusGut funktionierende App

plusAuflösung und 60fps überzeugen meist

plusWiFi

 

minusZubehör muss zusätzlich erworben werden

minusTeilweise Probleme bei Texturen

minus?kein Bildstabilisator? (noch nicht sicher)

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  1. Ich habe diese Kamera auch schon länger im Auge. Ich meine aber gelesen zu haben, dass die Videos auf maximal 5 Minuten begrenzt sind mit anschließendem Stop, bzw neuer Video-Datei.
    Stimmt das?
    Gruß Fabian

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    1. als ob das wen interessiert? wir sind in Deutschland …dann sag ich bestimmt nicht Tschiammi oder so…Xiaomi.und jeder weiß was man meint.
      man man man

      1. Xiaomi wird „Show me“ ausgesprochen so haben die leute es in irgendeinem Video erklärt hört sich auch flüssiger und besser an wie wenn man bei Xiaomi jeden Buchstaben einzeln ausspricht.

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