In China soll Uber an die Börse gehen

(Bild: Uber)

Der Fahrdienstvermittler will in China eventuell an die Börse gehen. Das verriet der China-Chef des Unternehmens, Liu Zhen. Das Unternehmen wolle so an eine Milliarde US-Dollar kommen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Vor allem auf eine Beteiligung von Baidu hat man es abgesehen.

Uber will in China wachsen, teile Liu mit. Das soll zum Beispiel mit UberPool passieren, das eigentlich nur das normale Carsharing bezeichnet. Uber ist schon jetzt in 17 chinesischen Städten präsent.

„Unsere Fahrer schaffen fast eine Million Fahrten täglich, und dieses Geschäft hat sich im letzten Monat verdoppelt“, schrieb Uber-CEO Trevor Kalanick im Juni über China. Vier der zehn größten Städte in Ubers Statistik der Fahrten pro Tag lägen inzwischen in China. Das Wachstum sei ein größeres, als es New York City jemals aufgewiesen habe.

„Um es offen zu sagen, China stellt eine der größten ungenutzten Chancen für Uber dar, potenziell größer als die USA. Erfolg in China erfordert aber langfristiges Engagement und einen starken Willen, in Kombination mit einem ungewöhnlichen Verständnis für die Unterschiede dort“, formulierte Kalanick, der nach eigenen Angaben ins Tagesgeschäft eingebunden ist. Deshalb plane Uber, dieses Jahr 7 Milliarden Yuan (etwa eine Milliarde Dollar) in China zu investieren. Das schließe aber keine Übernahmen ein, betont Kalanick. „China ist die Nummer eins auf Ubers Prioritätenliste weltweit.“

Die US-Konzernmutter hatte im Februar eine Series-E-Finanzierungsrunde abgeschlossen, die 2,8 Milliarden Dollar brachte. Der zugrunde liegende Firmenwert waren 41,2 Milliarden Dollar. Von einem Börsengang will man dort allerdings vorerst nichts wissen. Ein Sprecher sagte Bloomberg, Kalanick ziehe es vor, das Unternehmen so lange wie möglich privat zu halten. Dies schließe eine Börsennotierung in China aber nicht aus.

„Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Uber China – ein eigenständiges Unternehmen – zu irgendeinem zukünftigen Zeitpunkt an chinesischen Börsen notiert werden wird … aber wie Travis immer klar gesagt hat, profitieren Investoren in vielfacher Weise, wenn Uber ein Privatunternehmen ist – vor allem von der Freiheit, langfristige Wetten einzugehen“, sagte der Sprecher.

Kalanick sagte im Juni aber auch über den chinesischen Markt, Probleme gebe es genügend. So hätten sich die beiden größten Konkurrenten in diesem Jahr zusammengeschlossen und „die Angebotspalette unseres Kernprodukts geklont“, erklärte Kalanick, ohne Didi Kuaidi namentlich zu nennen. Auch seien Konten von UberChina bei Tencents Social Network WeChat gesperrt und Taxifahrer bestochen worden, um gegen Uber zu protestieren. „Bisher hat keines dieser Manöver unser Wachstum aufhalten können.“

Im April wurden zwei Uber-Niederlassungen in China von Behörden durchsucht, wie örtliche Medien berichten. Mitarbeiter wurden vernommen und am 30. April in der Uber-Zentrale in Guangzhou auch über 1000 iPhones beschlagnahmt. Die Regierung hat private Mitfahrdienste schon früher als illegal eingestuft. Wie in Deutschland sind es zudem die Taxifahrer, die gegen die billige, nicht zugelassene Konkurrenz aufbegehren. Der Fahrdienstvermittler liegt auch in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien im Streit mit Behörden.

Tipp: Kennen Sie die größten Technik-Flops der IT-Geschichte? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 14 Fragen auf silicon.de.

Tags :Quellen:ZDNet.comVia:Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising