Meizu MX5 im Test: So viel Smartphone gibt es für 300 Euro

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Wir haben für euch das Meizu MX5 ausführlich getestet. Nun kommt die Zeit für ein Ergebnis. Und das fällt fast hervorragend aus.

Das Meizu MX5 in Bildern

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Meizu MX5
(Bild: ubergizmo.de)

Von gearbest.com stammt unsere Leihgabe des Meizu MX5. Wer sich für das Smartphone interessiert, kann es über den Onlineshop für circa 300 Euro bestellen.

Dieses Mal haben wir in unserem Testbericht auch versucht eure Fragen ausführlich zu beantworten. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an unsere Leser. Wir hoffen, dass alle eure Fragen nach diesem Testbericht geklärt sind ;-).

Design und Verarbeitung

Das 7,6 Millimeter dünne Meizu MX5 erweist sich als sehr edles und gut verarbeitetes Smartphone. Alle Komponenten des Smartphones sind in sich schlüssig, an keiner Stelle finden sich Spalte oder klaffende Lücken. Dabei wurde das Meizu MX5 aus mehreren Komponenten verbaut, die gewisse Probleme bei den Spaltmaßen hervorrufen hätten können. In Bezug auf die Statik wirkt das Meizu MX5 zudem sehr stabil. Leichteres biegen und drehen am Smartphone verursachte im Test weder bleibende Schäden noch erzeugte es unschöne „Knarz-Töne“.

So wurde die die Rückseite des Smartphones zwar mit Aluminium überzogen, allerdings bestehen die gleichfarbigen Ober- und Unterkanten aus Plastik. Hier werden sich, wie bei vielen Smartphones dieses Baustils, die Module zur Netz- und Datenübertragung befinden. Pastik- und Aluminium-Komponenten wurden aber sorgfältig verarbeitet und überlappen sich sogar ein wenig. Meizu hat das Problem hier mit abgeschliffenen Aluminiumkanten gelöst.

Auf der Rückseite findet sich mittig die Hauptkamera inklusive Single LED-Blitz und Laser-Autofokus, wie es Meizu nennt. Alle genannten Komponenten sind mit kratzfestem Gorilla Glass 3 überzogen, was bei der leicht herausstehenden Kamera durchaus von Vorteil ist.

(Bild: ubergizmo.de)

Der Rahmen des Smartphones besteht aus geschliffenen Aluminium. Das ist natürlich irgendwann für Kratzer anfällig, allerdings macht es in meinen Augen schlicht und einfach einen besseren Eindruck als ein Plastikrahmen.

Die Front des Meizu MX5 wurde ebenfalls mit Gorilla Glass 3 überzogen. Dadurch werden bei dem kostengünstigen Smartphone Schutzfolien überflüssig. Ebenfalls überraschend gut gelungen: Auf dem Meizu MX5 bleiben kaum Fingerabdrücke zurück. Hier muss der chinesische Hersteller mit einer Schutzschicht nachgeholfen haben.

Ebenfalls auf der Vorderseite findet sich noch Meizus kleines Highlight, der Fingerabdrucksensor. Vom Design wurde er an das aktuelle Modell des Samsung Galaxy S6 angepasst. In Bezug auf Funktionalität steht er seiner Konkurrenz aus Südkorea und Cupertino aber um nichts nach. Fingerabdrücke werden beim ersten Mal erkannt, bei einem Winkel von bis zu 90 Grad.

Natürlich funktioniert aber auch dieser Fingerabdrucksensor nicht mit feuchten Händen. Das haben Apple und Samsung nicht geschafft, Meizu nun auch nicht. Gerade im Sommer kann das mit schwitzigen Händen nerven, hier ist aber nicht alleine die Kritik an Meizu zu üben.

Zum Abschluss noch ein kleiner Ausflug Richtung iPhone-Design-Klau. Hat Meizu hier bei Apple kopiert? Ich behaupte ganz klar ‚nein‘. Viereckig sind alle Smartphones, Fingerabdrucksensoren gibt es bei vielen anderen Herstellern, die Rückseite des Meizu hat mit Apple ungefähr so viel zu tun wie ein Schuh mit einer Katze. Lediglich auffällig sind hier die Pressefotos von Meizu. Diese wurden klar an Cupertinos Bestseller angelehnt. Beim Meizu MX5 sieht das in der Realität aber nicht so aus.

Display und Flyme OS 4.5

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Auf einem 5,5 Zoll AMOLED finden sich beim Meizu MX5 1920 mal 1080 Pixel. Farbintensität, Schärfe und Blickwinkelstabilität stimmen hier vollkommen, eben AMOLED-typisch. Als Besonderheit kann an dieser Stelle die maximale Dunkelheit und Helligkeit des Displays genannt werden.

Dunkel bedeutet hier wirklich annähernd Schwarz, hell geht in die Richtung von Schreibtischleuchte. Das sind zwar etwas schlechte Vergleiche, aber ich will sagen: Meizu hat beim Meizu MX5 sowohl auf die Schonung der Augen bei Nacht, als auch auf das Lesen des Displays bei Sonneneinstrahlung geachtet.

Von links: Lockscreen, Homescreen, Homescreen mit App-Menü

Von links: Lockscreen, Homescreen, Homescreen mit App-Menü

Unter dem Meizu MX5 erstrahlt zudem das neue Flyme OS 4.5 auf dem Bildschirm. Die Android-Maske wurde nahezu vollständig in deutsch übersetzt, was uns hierzulande natürlich erfreut. Jedoch lassen sich beim Flyme OS unweigerlich Ähnlichkeiten zu iOS knüpfen. Jedoch nicht in allen Bereichen.

Des Weiteren wurde das Betriebssystem auf Android optimiert und vereint viele Elemente bekannter Android-Masken. Rundum wirkt Flyme OS so wie ein gelungener Mix aus Android und iOS. Etwas unverständlich: Warum verzichtet Meizu auf den AppDrawer? Das eigentlich äußerst sinnvolle Android-Feature muss hier einem iOS-Lookalike weichen und das könnte gerade Android-Fans verstimmen.

Ansonsten gestaltet sich Flyme OS 4.5 aber als durchdachte und komfortable Android-Maske. Hierbei noch gleich ein kleiner Tipp zu den Tasten wie „Home-Button“, „Zurück“ und Co.: Wer hier vergeblich nach drei Tasten auf dem Rahmen oder auf dem Display sucht, der sucht lange.

Denn Meizu hat die Tasten alle im Home-Button integriert. Das bedeutet, leichter Touch = zurück, physischer Druck = Home. Wer zudem rasch zwischen den Apps wechseln möchte, der muss am unteren Rand nach oben wischen und erhält eine Leiste mit allen offenen Applikationen.

Von links: Einstellungen, Benachrichtigungen und Design-App (mit offensichtlichem iOS8 Design-"Klau").

Von links: Einstellungen, Benachrichtigungen und Design-App (mit offensichtlichem iOS8 Design-„Klau“).

Hardware

Wenden wir uns jetzt zur Hardware, schließlich hat das Meizu MX5 eine ganze Menge zu bieten. So kommt als Prozessor der aktuelle Helio X10 von Mediatek zum Einsatz. Der 64-bit Octa-Core CPU schafft es pro Kern auf ordentliche 2,2 Gigahertz. Hier lässt sich streiten, ob man Mediatek mag oder nicht. Marken-Prozessor-Fans wie ich würden sich wohl mehr über ein vergleichbares Modell von Qualcomm freuen. Viele chinesische Hersteller wie ZTE oder Lenovo haben das längst erkannt und bieten ihre Smartphones mit Marken-Prozessoren zum ähnlich günstigen Preis an. Jedoch macht auch der Mediatek Helio X10 einen rundum guten Eindruck. Dazu lest ihr gleich noch mehr.

Als Arbeitsspeicher stehen dem Prozessor zudem drei Gigabyte zur Seite. Eine Variante mit vier Gigabyte RAM soll zudem bald folgen. Der Preisaufschlag dürfte hier bei circa 50 Euro liegen.

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Beim internen Speicher hat Meizu meiner Meinung nach dafür ziemlich gespart. Hier stehen drei Varianten mit 16, 32 und 64 Gigabyte zur Verfügung. Unser Testgerät verfügt über 16 Gigabyte und stellt das günstigste Modell dar. Allerdings ist eine Erweiterung per microSD-Karte bei keiner Ausführung möglich. Wie die Wegrationalisierung des Android-typischen AppDrawers stört das in meinen Augen. Hersteller wie Samsung mit dem S6 und S6 edge und nun eben auch Meizu machen sich bei eigeschworenen Android-Fans keinen gefallen damit.

Der Akku des Meizu MX5 fällt dafür wieder ziemlich üppig aus. 3.150 mAh versprechen hier eine Laufleistung von gut und gerne zwei Tagen. Im Test konnte ich das Meizu MX5 bei intensiver Nutzung und maximaler Helligkeit sogar an die 60 Stunden lang nutzen. Das ist ein ordentlicher Wert und verwundert bei der leistungsstarken Hardware und dem großem 5,5 Zoll Display.

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Zudem verfügt das Meizu MX5 über zwei SIM-Karten-Slots. Diese bieten Platz für Nano-SIM-Karten und unterstützen deutsche Carrier. Der größte Nachteil findet sich jedoch im gleichen Zuge bei den unterstützen Frequenzbändern. Wer sein Meizu MX5 in Deutschland nutzen möchte, muss hier auf einige Frequenzen verzichten. So stehen hierzulande nur 900 und 2100 Megahertz zur Verfügung, was leider allzuoft in 2G endet.

Wer hier auf LTE hofft, hat sich geschnitten. Erst recht bei Hoffnungen auf LTE Band 20. Das ist mehr als bedauerlich, jedoch muss auch bedacht werden, dass sich das Meizu MX5 ausschließlich an den asiatischen Markt. Demnach können dem Unternehmen keine Vorwürfe seitens deutscher Käufer gemacht werden.

Performance

In punkto Performance macht das Meizu MX5 einen ordentlichen Eindruck. Bei einer 64-bit Octa-Core CPU mit 2,2 Gigahertz Taktrate und drei Gigabyte ist das auch nicht weiter verwunderlich. Hier hat mich das Meizu MX5 stark an das LG G4 (hier geht es zum Test) erinnert. Beide Smartphones weißen eine ähnliche Architektur auf.

Und auch das MX5 arbeitet sich butterweich durch jeden erwünschten Prozess. Egal ob es sich um das Switchen zwischen Apps, das Öffnen von Programmen oder das Spielen von aufwändigen Games handelt, das Meizu MX5 meistert die Aufgaben mit Bravour. Allerdings: In Bezug auf die Performance wirkt das Flyme OS 4.5 noch nicht gut optimiert. Mindestens einmal am Tag blieb das MX5 in der Testphase für einige Sekunden hängen und startete vom Lockscreen neu. Deshalb liebes Meizu-Team, optimiert dringend euer OS – soweit ihr meinen deutschen Testbericht lest.

(Bild: ubergizmo.de)

Ähnlich wie mein Eindruck von der Performance gestaltet sich auch das Ergebnis beim Antutu Benchmark. 46.207 Punkte stellen ein überdurchschnittliches Ergebnis dar und stellen Smartphones wie das OnePlus One, HTC M8 oder Huawei Mate 7 in den Schatten. Gleichzeitig verwundert aber, dass das Meizu MX4, also der Vorgänger unseres Testgerätes, bei Antutu eine bessere Wertung bekommt. Details dazu findet ihr in der obigen Tabelle.

Ich kann das Ergebnis leider nicht nachvollziehen, da wir nie ein MX4 in der Redaktion hatten. Einen komischen Beigeschmack hinterlässt der Benchmark aber trotzdem.

Kamera

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Bei der rückseitigen Kamera des MX5 hat Meizu nicht gegeizt. Hier stehen dem Kunden 20,7 Megapixel und ein schneller Laser-Autofokus zur Verfügung wie man ihn auch schon von LG kennt. Zudem gibt es einen zweifarbigen LED-Blitz. Dieser soll Motive bei schlechten Lichtverhältnissen natürlich ablichten. Geschützt wurde die Kamera mit Gorilla Glass 3.

Neben Funktionen wie Panorama, Lichtfeld-Fotografie, einem manuellen Modus und Farbfiltern hat die Kamera des MX5 zudem zwei Besonderheiten: Zum einen lassen sich Nachtaufnahmen mit bis zu 20 Sekunden Verschlusszeit schießen. Zum anderen ermöglicht das MX5 Slow-Motion Aufnahmen mit 100fps.

Getestet wurde die Rückkamera bei vier verschiedenen Lichtverhältnissen. Folgende Testaufnahmen sind daraus entstanden:

Aufnahme bei Tag/bewölkt.

Aufnahme bei Tag/bewölkt.

Aufnahme bei Abendsonne/klarer Himmel.

Aufnahme bei Abendsonne/klarer Himmel.

Aufnahme bei Sonnenuntergang.

Aufnahme bei Sonnenuntergang.

Aufnahme bei Dämmerung.

Aufnahme bei Dämmerung.

Was soll man nach diesen Beispielbildern noch groß sagen. In meinen Augen macht das MX5 fantastische Aufnahmen und stellt sich in eine Reihe mit dem LG G4. In manchen Bereichen übertrifft das MX5 sogar die Konkurrenz aus Südkorea. Hier sehe ich vor allem die Bilder mit Wasser, die sowohl perfekt die Spiegelungen übernehmen als auch den Himmel natürlich wiedergeben. Wie ist eure Meinung zu der Rückkamera? Seht ihr das anders?

Die Frontkamera des MX5 bespreche ich nur kurz. Diese löst mit fünf Megapixel auf, macht scharfe Aufnahmen und lohnt sich bei allen Lichtverhältnissen für gut Selfies. Mehr braucht eine Kamera nicht, mehr gibt es auch nicht.

Fazit

Das Meizu MX5 gehört meiner Meinung nach zu den besten Smartphones die China momentan zu bieten hat. In einigen Bereichen übertrifft es sogar die ganz Großen wie Apple, Samsung, LG und Co. Dabei liegt das MX5 deutlich unter dem handelsüblichen Preis bei solch einer Ausstattung. Wer auf gute Verarbeitung, vielversprechende Hardware und eine hervorragende Kamera Wert legt, der sollte sich das MX5 zulegen. Als Bonus gibt es einen langlebigen Akku, der bis zu 2,5 Tage durchhält.

Wer allerdings Wert auf ein naturbelassenes Android, erweiterbaren Speicher und LTE legt, der sollte die Finger vom Meizu MX5 lassen. Hier fehlt einfach zu viel.

In der Endwertung zum Meizu MX5 ziehe ich einen halben Stern ab. Dieser setzt sich aus dem unstimmigen Flyme OS 4.5 in Bezug auf die Performance und ein ausgeschlachtetes Android zusammen. In meinen Augen fehlen hier wichtige Funktionen, die Android-User lieben und schätzen.

Für den Speicher und die Frequenzbänder (LTE und Co.) gebe ich keinen Abzug. Warum? Weil der Weg zum fehlenden SD-Karten Slot von vielen Unternehmen betrieben wird. Außerdem bin ich der Meinung, dass man mit 16, 32 und 64 Gigabyte eine ganze Menge anfangen kann. Zudem liegt das Meizu MX5 selbst in seiner besten Ausführung weit unter den Preisen der Konkurrenz, sodass man den fehlenden SD-Slot verkraften kann.

In punkto LTE hatte ich mich bereits weiter oben positioniert. Dem Käufer muss klar sein, dass er ein Smartphone aus China für China (und andere asiatische Länder) erwirbt. Demnach darf man sich nicht als Deutscher über fehlende Frequenzen ärgern.

Rundum gibt es meine Kaufempfehlung für das Meizu MX5. Für umgerechnet gerade einmal 300 Euro gibt es ein ausgeglichenes Smartphone mit gut verarbeitetem Gehäuse und überdurchschnittlich guter Hardware.

Wer sich für das Meizu MX5 interessiert und den Onlineshop gearbest.com unterstützen möchte, darf es gerne dort kaufen. Meiner Meinung nach macht der noch junge Store einen guten Eindruck und hat einen freundlichen Kundenservice, der zudem Deutsch spricht. Bedenkt aber, dass ihr bei Bestellungen aus China Einfuhrsteuer entrichten müsst. Regulär sind das 17,5 Prozent soweit ich weiß.

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plusAnsprechendes Design/gute Verarbeitung

plusplus Sehr gute Kamera

plusDisplay mit hoher Auflösung

plusLeistungsstarker Akku

plusGut funktionierender Fingerabdrucksensor

plusGute Hardware für die kommenden Jahre

minusEtwas unausgeglichene Performance (Flyme OS 4.5)

minus Wenig unterstützte Frequenzbänder

minus Kein SD-Karten Slot

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