Google Project Ara versagt im Droptest

(Bild: NetMediaEurope)

Googles modulare Smartphones bieten offenbar noch nicht die gewünschten Eigenschaften, wenn sie herunterfallen. Das Team um Project Ara hat gestern via Twitter mitgeteilt, dass die Geräte im Droptest versagt haben und es künftig nach neuen Methoden sucht, um die einzelnen Module zusammenzuhalten.

Google Project Ara

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Google Ara Yess-1

Google hatte letzte Woche bekannt gegeben, dass der geplante Test der Baukasten-Smartphones, der in Puerto Rico stattfinden sollte, nicht wie geplant durchgeführt wird. Gründe für die Verschiebung nannte es damals noch nicht.

Jetzt gibt es via Twitter zu, Probleme mit der Stabilität der Smartphones zu haben. Die Elektropermanentmagneten, die die einzelnen Module wie Prozessor, Speicher, Kamera oder Akku mit dem Grundgerüst der Project-Ara-Geräte verbinden, sind offenbar nicht stark genug, um auch bei einem Herunterfallen der Smartphones genügend Halt zu bieten. Von welcher Höhe Google seine Geräte hat abstürzen lassen, ist nicht bekannt.

Google muss sich nun auf die Suche nach neuen Verfahren machen, um gewährleisten zu können, dass die Module auch dann noch fixiert bleiben, wenn das Gerät einmal aus der Hand oder vom Tisch fällt. Mit welchen Methoden Google nun experimentiert, das wollte es aber nicht einmal andeuten.

Damit wird sich auch die Einführung der modularen Smartphones verschieben. Ein Start soll nun erst 2016 erfolgen. Der erste Test wird dann voraussichtlich in den USA statt in Puerto Rico durchgeführt.

Der Grundgedanke von Project Ara ist, Nutzern eine Möglichkeit zu geben, ihr Smartphone selbst zusammenzustellen. So könnte die Kamera von einer Firma, das Display von einer anderen und die CPU von einer dritten kommen. Anwender können sich auch für eine Tastatur, eine bessere oder zusätzliche Kamera, einen besonders ausdauernden oder einen zweiten Akku entscheiden. Zum Start will Google 20 bis 30 Module diverser Hersteller anbieten können.

Lies auch: MWC 2015 HANDS-ON: PROJECT ARA – DAS MODULARE GOOGLE-HANDY

Defekte Module lassen sich wechseln, und um eine bessere Kamera zu bekommen, ist dann nicht mehr gleich ein Neukauf des kompletten Geräts notwendig. Google erwartet eine Nutzungsdauer von bis zu sechs Jahren. Die Entwicklung von Project Ara begann bei Motorola in dessen Forschungsabteilung Advanced Technology and Projects (ATAP), die nicht mit an Lenovo verkauft wurde.

Auf Modularität setzt auch die zweite Auflage des in den Niederlanden konzipierten Fairphone. Zudem bereiten in Finnland gleich zwei Start-ups modulare Geräte vor, nämlich Puzzlephone und Vsenn. Vsenn rückt die Sicherheit und vier Jahre garantierte Software-Updates in den Mittelpunkt. Das Puzzlephone verfolgt vor allem die Ziele Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Beide beschränken sich auf jeweils drei Wechselmodule.

Tags :Quellen:Project AraVia:Mit Material von Florian Kalenda

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