Super Mario Maker angespielt: Vom Klempner zum Bauingenieur

(Bild: Nintendo)

Obwohl 2D-Plattformer von Natur aus geradlinig sind, heißt das nicht, dass sie für keine Überraschung gut sind. Wer immer der Ansicht war, er könne Super Mario-Levels um ein Vielfaches einfallsreicher gestalten, hat nun die Gelegenheit dazu. Wir konnten den Super Mario Maker für Wii U bereits einige Stunden testen und verraten euch unseren ersten Eindruck.

Super Mario Maker

Bild 1 von 10

Super Mario Maker erscheint mit einem Hardcover-Buch mit einigen Ideen zur Anregung. Auch ein Bundle mit amiibo wird angeboten. (Bild: Nintendo)
Bild: Nintendo

Super Mario Jump’n’Runs müssen sich oftmals die Unterstellung gefallen lassen berechenbar zu sein und wenig Neues zu bieten. Man springt gegen einen ?-Block und erhält einen Pilz als Belohnung und Bowser hat nicht mehr drauf als Feuer zu spucken und zu springen. Nun übergibt Nintendo die Verantwortung  in die Hand der Spieler. Ja, Spieler, denn obwohl der Super Mario Maker primär ein Level-Editor ist, fühlt er sich so spielerisch wie nur irgend möglich an.

Originelle Rahmenbedingungen für Kreativität

Endlich könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen und Level ganz nach euren Vorstellungen gestalten. Ob kurz oder lang, mit knappem Zeitlimit oder Autoscrolling. Dabei lässt euch Nintendo beinahe alle Freiheiten, die ihr euch Vorstellen könnt. Einzige Kriterien: Das Level muss einen Start und Schluss haben, sowie zu bewältigen sein. Ansonsten könnt ihr tun und lassen, was ihr wollt. Kanonen können 1-UP-Pilze statt Kugelwillis verschießen, aus ?-Blöcken kommen Gegner statt Power-Ups und Bowser bekommt Flügel und wird riesengroß. Ihr merkt, ihr könnt allerhand verrückte Ideen umsetzen.

(Bild: Nintendo)

Super Mario Maker erscheint mit einem Hardcover-Buch mit einigen Ideen zur Anregung. Auch ein Bundle mit amiibo wird angeboten. (Bild: Nintendo)

Doch das eigentlich reizvolle ist die spielerische und intuitive Umsetzung des Editors. Während ihr am unteren Bildschirmrand (auf dem Gamepad versteht sich) die Länge des Levels innerhalb bestimmter Grenzen frei festlegen könnt, steht euch am oberen Rand zunächst nur eine kleine Auswahl der wichtigsten Bauteile zur Verfügung. Böden, berstende Blöcke, Gumbas, Koopas, Pilze… all das zieht ihr einfach an die gewünschte Stelle, könnt es kopieren und vervielfältigen oder wieder löschen. All diese Kommandos stehen bequem per On-Screen-Button zur Verfügung oder können über die Schultertasten bequem sofort angewählt werden. Der Clou: Viele Bauteile sind in unterschiedlichen Ausführungen verwendbar. Dazu müsst ihr den Gegenstand nur mit dem Touchpen schütteln. So wird aus einem grünen ein roter Koopa, der sich im Spiel anders verhält. Das geht richtig locker von der Hand und macht richtig Spaß.

Schritt für Schritt und Stein auf Stein

Täglich bekommt ihr zusätzliche Bauteile und Bearbeitungsoptionen dazu. Diese Bremse wurde eingebaut, um euch anfangs nicht mit der schieren Masse zu erschlagen und euch an verschiedene Funktionsweisen heranzuführen. So stehen diverse Engines (Super Mario World oder Super Mario Bros. 3) sowie unterschiedliche Leveltypen (zum Beispiel Geisterhaus oder Galeere) erst nach einigen Tagen zur Verfügung. Ein Beispiellevel, welches ihr vorher spielen dürft, soll euch die neuen Möglichkeiten näherbringen. Während ihr baut könnt ihr nahtlos ins Spiel wechseln, um den aktuellen Abschnitt auf seine Funktionstüchtigkeit und etwaige Fehler zu untersuchen. Dadurch, dass ihr im Baumodus mit der Zeit eine Spur von Marios letzten Schritten einblenden könnt, ist es möglich sehr präzise maximale Sprungweiten zu ermitteln, sodass ihr nichts baut, was gar nicht erst zu schaffen ist.

Auch Nintendos amiibo-Figuren kommen im Super Mario Maker zum Einsatz. Haltet ihr eine der mittlerweile fast 60 Figuren an die NFC-Schnittstelle des Wii U-Gamepads erscheint ein eigens dafür erstellter Sprite der Figur mitsamt spezieller Soundeffekte im Spiel, den ihr dazu verwenden könnt, Mario in den jeweiligen Charakter zu verwandeln. Damit könnt ihr noch weiter über den Tellerrand schauen und sogar Metroid- oder Kirby-Spiele nachstellen, was wir bisher auch schon in beeindruckender Umsetzung gesehen haben.

Nie endender Nachschub

Wenn ihr ein Meisterwerk kreiert habt, wollt ihr es selbstverständlich mit der Welt teilen. Bevor ihr ein Level auf Nintendos Server hochladen dürft, müsst ihr beweisen, dass es überhaupt zu schaffen ist. Ein erster Schritt, um die Qualität der Level zu gewährleisten. Mit dem Herunterrutschen an der Fahnenstange steht dem Upload nichts mehr im Weg. Fortan findet sich euer Werk in einer lebendigen Community, in der ihr eine ständig wachsende Zahl neuer kreativer Level spielen und bewerten könnt. Zunächst ist es jedem Spieler erlaubt, nur zehn Level hochzuladen. Erhalten seine Werke von anderen positives Feedback, wird dieses Limit erhöht. Der zweite Schritt, um die Community nicht mit Schrott zumüllen zu sehen.

Ein anderer Baumeister des Super Mario Maker hat Talent? Dann markiert ihn als Favorit und ihr bleibt stets seine neuesten Kreationen auf dem Laufenden. Oder ihr speichert und erweitert sie. Sortiert Level nach Schwierigkeitsgrad (wird aus der Quote erfolgreicher Durchläufe berechnet) oder erhaltener positiver Bewertungen. Die Community ist ähnlich simpel aufgebaut wie der Baukasten selbst.

Unser Eindruck

Der Super Mario Maker macht sehr vieles richtig. Er führt Spieler schrittweise an Neues heran und bietet ein ebenso witziges wie intuitives Umfeld für kreative Ergüsse. Wir sind uns zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht sicher, wie es mit der Langzeitmotivation aussieht. Denn selbst der schönste Editor verliert mit der Zeit seinen Reiz. Dank der wachsenden Community ist zumindest aber auf der Spielseite lange Zeit für neue Inhalte gesorgt. Wenn Nintendo die Bauteile mit der Zeit über Updates erweitert, machen wir uns aber auch dahingehend keine Sorgen.

Super Mario Maker erscheint am 11. September 2015.

Tags :

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Advertising