Dyson Award für Roboterhand aus dem 3D-Drucker

(Bild: Open Bionics @ Facebook)

Dieses Jahr ging der britische James Dyson Award an einen Hersteller, der günstige, doch fortschrittliche Roboterhände baut. Mit den Produkten sollen Menschen, denen eine Hand amputiert wurde, wieder in den Alltag zurückfinden - ohne vorher im Lotto gewonnen zu haben.

Der Prototyp, den Joel Gibbard von Open Bionics kreierte, soll später einmal 2.000 Britische Pfunde kosten, etwa 2.750 Euro. Das mag zwar teuer klingen, doch gibt es ähnliche Hände für umgerechnet weit über 80.000 Euro.

Dass Gibbard aus Bristol so günstige bewegliche Prothesen bauen kann, liegt an der Technik des 3D-Drucks. Und die hat auch einen zeitlichen Vorteil, so müssen Personen nicht Wochen oder Monate auf ihre passgenaue Prothese warten.

„Ich habe einen Amputierten in weniger als einer Woche 3D-gescannt und seine Gelenkpfanne sowie robotische Hand passgenau gedruckt“, so Gibbard.

Die Prothesen können von den Personen selbst gesteuert werden, da entsprechende Sensoren an der Haut angebracht sind. Werden die dortigen Muskeln bewegt, reagiert auch die Hand.

(Bild: Open Bionics @ Facebook)

(Bild: Open Bionics @ Facebook)

Gibbard wollte junge Menschen nach einer Amputation wieder stolz machen und gab deshalb einen gut bezahlten Ingenieursjob auf. Besonders persönlich wurden seine Bemühungen, als er Liam und Charlotte kennenlernte.

Liam – ein professioneller Koch, der sich nach einer Hand sehnte, um wieder zu kochen. Charlotte – ein 6-jähriges Mädchen, das wegen Meningitis sämtliche Gliedmaßen verlor und keine Handprothesen trug, da sie zu schwer und auch hässlich seien.

Ihnen, aber auch anderen, wollte er helfen. Mittlerweile hat Open Bionics zehn der robotischen Hände produziert und noch einige laufende Vorbestellungen.

Nun gewann das Projekt auch den James Dyson Award in Großbritannien, der mit 2.000 Britischen Pfund dotiert ist und zur Teilnahme am internationalen Wettbewerb befähigt. Dort wird die Roboterhand gegen 20 andere nationale Sieger antreten.

Die Inspirationen zu den Erfindungen holt sich Gibbard übrigens von Superhelden und Comicbüchern – ein Ritterschlag für die Science-Fiction-Kultur. Aber wer ist hier wirklich der Superheld?

Tags :Quellen:Bild: Open Bionics @ FacebookVia:Blathnaid Healy, Mashable.com

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