Opel OnStar: Multimedia-Lebensretter im Ersteindruck

(Bild: ubergizmo.de)

Nördlich von London ging es für Übergizmo auf ungewohntes Terrain. Als Geeks sollten wir ein Auto fahren, bei Linksverkehr. Nachdem wir aber mutig sind, haben wir natürlich Opel OnStar für euch getestet.

Opel OnStar im Ersteindruck

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Opel OnStar - Testfahrt bei Luton (UK)
Opel zeigte uns bei Luton das neue OnStar für Europa.

1995 gegründet und seit 2011 in den USA, Kanada, Mexiko und China verfügbar stellt OnStar mittlerweile fast schon einen Standard in vielen Fahrzeugen von General Motors dar. Bisher war das System in Europa jedoch nicht verfügbar.

Ab kommender Woche soll das nun geändert werden. Denn während ich hier so schreibe bereiten sich Opel- und Vauxhall-Händler in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland darauf vor OnStar serienmäßig ihren Kunden zu verkaufen.

Was kann das EU-OnStar von Opel?

Während mittlerweile weltweit sieben Millionen Kunden OnStar nutzen, stellt OnStar für Europa eine Premiere dar. Das System zeichnet sich mit einem gelungenen Mix aus Infotainment, Beratung und Nothilfe aus.

So finden sich in allen neuen Fahrzeugen Opel künftig das IntelliLink Infotainmentsystem und die Beratungsstelle OnStar. Neben dem Streamen von Musik und der Nutzung von Apps ist IntelliLink dabei mit Android und iOS auf dem verbauten 7-Zoll Display zu nutzen.

OnStar hingegen liefert die nötige Infrastruktur für Opel. Hier sind Elemente wie der nötige WiFi Hotspot, OnStar-Beratung und SOS integriert.

Der Hotspot liefert dabei den benötigten Internetzugang, um Ferndiagnosen durchzuführen oder Kartenmaterial auf das Navigationssystem herunterzuladen. Gleichzeitig können Mitfahrende den Hotspot für ihr Smartphone, Tablet oder den PC nutzen, sodass für Entertainment gesorgt ist.

Rundum sollen Fahrer und ihre Begleiter also entlastet werden. Notfallhilfe, Ferndiagnose zu beispielsweise Reifendruck und Ölstand, sowie Hilfe und Navigation im Straßenverkehr gibt es für den Fahrer. Hier stehen dem Opel-Kunden reale Menschen in Form eines Callcenters zur verfügung. Diese sind auf über acht Sprachen von Opel geschult und können 24/7 erreicht werden. Begleiter können sich hingegen mit dem Streamen von Serien und Filmen vor Langeweile retten.

Das kostet OnStar

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Mein persönliches Interesse war natürlich, wie es mit dem Internetzugang im Ausland aussieht. Hier soll es laut Opel zu keinen Mehrkosten kommen. Dank verschiedenen Providern europaweit könne der Opel-Kunde in ganz Europa zum Festpreis surfen.

Dabei kommen wir gleich zu den Preisen. OnStar un Hotspot sind im ersten Jahr vollständig kostenlos. Der Service beinhaltet ein Jahr Beratung, Notruf und Internet mit unbegrenztem Datenvolumen. Damit will man sich gleich richtig am Markt präsentieren und interessant machen.

Ab dem zweiten Jahr liegt OnStar bei 8.25 Euro pro Monat, beziehungsweise 99 Euro im Jahr. Ein Aufpreis in noch unbestimmter Höhe wird zudem für die Nutzung des Hotspots fällig.

Verfügbarkeit

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OnStar wurde seit Mai 2015 in alle europäischen Neuwagen verbaut, ausgeschlossen sind nur Nutzfahrzeuge. Ab kommender Woche können dann die neuen Modelle erworben werden. Selbst der kleine Opel Karl bekommt dabei das OnStar spendiert. Allerdings müssen Kunden hier noch bis Oktober warten.

Grundsätzlich ist OnStar in jedem Opel serienmäßig integriert. Das bedeutet: Kein Aufpreis. Dennoch, wer sich einen Opel in der günstigsten Ausstattungsvariante kauft, der hat kein OnStar integriert. Hier wird ein Aufpreis von 490 € fällig. Ab der nächst höheren Preisklasse ist OnStar dafür dann aber schon kostenlos dabei.

App für OnStar

Eine App für Opel OnStar wurde ebenfalls ins Leben gerufen. Diese kann das Auto abschließen und öffnen. Zudem können vergessliche Autofahrer ihr Auto über die App mit Lichthupe und Hupe am Parkplatz suchen.

Etwas schade: Einen Kartendienst zur Ortung bietet Opel OnStar nicht. In Bezug auf die App fällt mir dabei mein Testbericht von Fleetize ein.

Hier ist das deutsche Unternehmen Opel einen Schritt voraus. Das Element von OnStar mit der Beratung mit reellen Beratern scheint mir aber rundum eine absolute Neuigkeit bei europäischen Autos zu sein. Zwar bieten Hersteller wie BMW solch einen Service, allerdings nur in gehobenen Fahrzeugen für einen ordentlichen Aufpreis.

Datensicherheit

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Extra für die Deutschen hätte Opel den Private-Button hinzugefügt. Dieser bewirkt bei einmaligem Drücken, dass das Auto aus Opels Datennetz verschwindet. Lediglich wenn das Auto beschädigt wird, etwa durch einen Unfall, würde Opel dann eigenmächtig den Standort ermitteln.

Ist das wirklich genug Datensicherheit und Privatsphäre? Ich möchte behaupten, dass viele deutsche Opel-Kunden ihre Bedenken bei OnStar haben werden. Das System bietet zwar einen Rundumservice mit erstklassiger Hilfe und Beratung, jedoch fühlt man sich immer etwas beobachtet.

Ein Beispiel: Nach jedem Telefonat mit dem OnStar Service wird betont, dass jetzt keiner mehr zuhört. Im Rückschluss heißt das aber: Der Kunde kann nicht nachvollziehen, ob jemand heimlich mithört.

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OnStar kann nicht abgesteckt, ausgebaut oder anderweitig entfernt werden. Der hierfür integrierte Private-Button suggeriert dabei nur oberflächlich Privatsphäre, denn das System kann jederzeit von Opel oder einem Hacker reaktiviert werden.

Wenn Opel es aber schafft OnStar seinen jungen Kunden vernünftig zu präsentieren, dann könnte Opel zum Verkaufsschlager für die breite Masse werden. Nächstes Highlight soll der neue Astra K zur IAA werden. Vielleicht gelingt Opel dann doch endlich der Image-Wandel, wünschenswert wäre es.

Einen Ersteindruck und weitere Details zu Opel OnStar bekommt ihr in unserem Clip

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  1. … danke, sehr interessant.

    der verbaute screen/display im insignia ist aber ein 8″und kein 7″ wie von euch angegeben. den gibt es so dort nicht.

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