Ein Bienenrucksack mit Intel-Chip soll helfen, dem Bienensterben auf die Spur zu kommen

(Bild: CSIRO)

Die Bienen sterben aus, doch was soll man tun? Letztes Jahr las man bereits von Roboterbienen, die den Mangel an Blütenbestäubern ausgleichen könnten. Ein anderes Projekt versucht nun zunächst dem Bienensterben auf den Grund zu gehen - und stattet die Insekten mit einem Chip aus.

Forscher der Australia’s Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) wollen die Faktoren, die zu dem Massensterben von Honigbienen führen, bestimmen. Dazu tat man sich dieses Jahr mit dem Chiphersteller Intel zusammen.

Gemeinsam werden Bienen mit einem Art Rucksack versehen. Im Gepäck: Ein RFID-Chip vom Gewicht einer Drittel Biene. CSIRO setzt dabei auf ein Intel-Edison-basiertes System, bestehend aus einem Atom-Prozessor, 1 GByte RAM und 5 GByte Datenspeicher sowie Bluetooth und Dual-Band-WLAN.

Damit ist die Ausstattung der getrackten Bienen besser als die der meisten Smartwatches – selbst beim leidigen Thema des Akkus. Wie jedes andere elektronische Wearable auch, braucht der Bienen-Rucksack nämlich Strom. Den generiert das System aber über Vibrationen – schlau.

Black Box für Bestäuber

Mittlerweile wurden etwa 10.000 Bienen in Tasmania mit dem RFID-Chip versehen und die Forschung nun fortgeführt. Aber welche Daten verspricht man sich von all dem Aufwand?

CSIRO-Professor Paulo de Souza vergleicht den Bienenrucksack mit einer Black Box bei Flugzeugen. Das System soll in diesem Fall aber dabei helfen, „die Effekte von Stressfaktoren, beispielsweise Krankheiten, Pestizide, Luftverschmutzung, Wasserverunreinigung, Nahrungsmangel und Wetterextreme, auf die Bewegungen der Bienenvölker und deren Fähigkeit zum Bestäuben“ aufzuzeichnen und zu analysieren.

Global Initiative for Honey bee Health: How do the bee’s backpacks work? from CSIRO on Vimeo.

Da Bienen sehr berechenbar seien, könnten schon die Daten über ihre Bewegungen aufklären, welcher jeweils vorhandene Stressfaktor sie so ungewöhnlich verhalten lässt und ihren Tod verursacht.

Und diese Erkenntnis wäre bitter nötig. Wilde Bienenkolonien schrumpfen weltweit in einer alarmierenden Geschwindigkeit. Dabei sind sie für das Bestäuben von einem Drittel unserer Lebensmittel verantwortlich – für günstiges Obst und Gemüse muss also auch den fleißigen Bienchen gedankt werden.

(Bild: CSIRO)

Varroamilben befallen eine Bienenpuppe. (Bild: CSIRO)

Dass Australien für die Forschung gewählt wurde, hat im Übrigen den Vorteil, dass die Bienen dort nicht von den Varroamilben (siehe Bild) befallen sind. Die Parasiten haben anderswo bereits zahlreiche Bienenkolonien getötet.

Diese Eignung des Forschungsgebiets rief überdies Wissenschaftler aus Brasilien, Mexiko, Neuseeland und Großbritannien auf den Plan, CSIRO´s Initiative zu unterstützen. Im Laufe des nächsten Jahres wollen die Wissenschaftler ihre anstehenden Erkenntnisse mit der globalen wissenschaftlichen Community teilen.

Tags :Quellen:Bild: CSIROVia:Mariella Moon, Engadget.com

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